Großer Preis von Russland – Doppelsieg für die Silberpfeile in Sotschi

Lewis Hamilton hieß am Sonntag der verdiente Sieger des Grand Prix in Sotschi 2019. Der Brite kam dabei in einem von Taktik bestimmten Rennen vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und dem Ferrari-Piloten Charles Leclerc ins Ziel. Der lange Zeit führende Sebastian Vettel schied mit Motorschaden aus.

Unerwartete Punkte in Russland

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber über all die Jahre hat man das Gefühl sehr genau sagen zu können, welches Team auf welcher Strecke schnell sein wird. So ging es mir in den letzten Jahren eigentlich immer beim Grand Prix von Russland, wenn es um die Silberpfeile ging. Wenn ich das richtig hinbekomme, dann wurden die letzten 5 Rennen hier von der Truppe mit dem Stern gewonnen… aber dieses Wochenende hatte ich da eher ein ungutes Gefühl.

Mal davon abgesehen, dass die Scuderia Ferrari die letzten 3 Rennen gewinnen konnte, machte ich mir dann doch ein wenig mehr über die schiere Power und den Topspeed des Teams aus Maranello so meine Gedanken. Und genau so ging dann der Große Preis von Russland auch los. Der gut 800 Meter lange Sprint bis zur ersten Kurve liess Vettel, u.a. auch Dank des Windschattens seines Teamkollegens, von der 3 auf die 1 fahren. Dahinter reihten sich Leclerc, Hamilton, Bottas und Sainz an. Letzterer kam sogar zeitweise am Valtteri vorbei und schien sogar Lewis angreifen zu wollen.

Einmal mehr ein Signal dafür, dass das britische Tradidionsteam seinen Aufwärtstrend konsequent fortsetzt. Ab 2021 offensichtlich auch wieder mit Mercedes-Benz Power im Heck… zumindest wenn man den aktüllen Gerüchten glauben schenken darf.

War Ferrari auf der Strecke zu schlagen?

Was in den folgenden Runden folgte, das war vor allen Dingen die Erkenntnis, dass die Roten auch in Russland unfassbar schnell waren. Das teilte Lewis seinem Renningenieur nicht nur einmal via Funk mit. Der 5-malige Weltmeister musste schliesslich nach einigen Runden abreissen lassen. Die Pace von Vettel war an diesem Sonntag in meinen Augen unerreicht.

Erst setzte er sich an die Spitze des Feldes und dann brannte er eine schnelle Runde nach der anderen in den Asphalt, auf die sowohl Leclerc, wie auch Hamilton und Bottas keine Antwort wussten. All dies nahm aber ca. ab Runde 22 ein recht schnelles Ende.

Ferrari holte Leclerc zum Wechsel auf die Mediums an die Boxen und ließ Vettel dann noch 4 lange Runde auf Soft draußen. Ein langer, wohl auch strategischer Boxenstop. In der 26 Runde kam dieser dann zu seinem Boxenstop rein, um nur 2 Runden später auszurollen. In späteren Interviews klagte Seb über ein ausgefallenes MGU-K, womit er die zusätzlichen 160 PS elektrischen Schub nicht nutzen konnte und seinen Wagen abstellte.

Dies bescherte uns nun aber ein Virtülles Safety-Car und den Silberpfeilen einen entscheidenden Vorteil. Während Leclerc schon an den Boxen war und nun im Bummeltempo um die Strecke schlich, kamen Lewis und Valtteri rein und, zumindest Lewis, vor dem Ferrari vom Charles zurück auf die Piste.

Nur 1 Runde später dann das nächste “richtige” Safety-Car nach einem Unfall von George Russel im Williams.

Abermals kommt Leclerc an die Box und wechselt wieder zurück auf Soft. Dabei fiel er zwar hinter Valtteri zurück, hatte aber frischere Reifen.

Bottas wie der Fels in der Brandung

Ich hätte wirklich nie, aber auch niemals im Leben gedacht, dass ich jemals die Phrase “wie ein Fels in der Brandung” in einem meiner Artikel unterbringen könnte. Bis Sotschi 2019, denn was der Valtteri gegen den auf den Geraden so viel schnelleren Ferrari zeigte, das war wirklich ganz grosser Rennsport.

Geschickt nutzte er nicht nur die Sektionen aus, in denen der Silberpfeil einfach besser ging, er positionierte sich auch perfekt und konnte sich so vor dem schnelleren Ferrari behaupten. Ich hätte es mir wirklich stundenlang angucken können. Das war eine absolute Meisterleistung.

Was bleibt, was wird

Halten wir einfach mal fest, dass Lewis und Valtteri einen Doppelsieg in einem Rennen herausgefahren haben, den wir so wohl nach dem Qualifying nicht erwartet haben! Die Ferraris haben in den letzten 3 Rennen gezeigt, dass sie zur Zeit in einigen Punkten die Nase vorn haben.

Unsere beiden Fahrer haben aber über die gesamte Renndistanz wirklich herausragendes geleistet und ganz wichtig, die Strategen im Hintergrund auch. Und genau dies zeigt abermals, wie wichtig das gesamte Team für den Erfolg ist.

Die Top 10 des Großen Preis von Russland 2019

 

Sascha Pallenberg ist für die Digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation verantwortlich. Der ehemalige Techblogger bereitet insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf. Er ist außerdem Gründer von Mobile Geeks.