Großer Preis von Singapur – Wenn das Safety-Car dreimal klingelt

Sebastian Vettel lautet der glückliche Sieger des 2019er Grand Prix von Singapur. Er kam dabei in einem von Taktik bestimmten Rennen vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc und dem Red Bull von Max Verstappen ins Ziel. Die Silberpfeile folgten mit Lewis Hamilton als 4. und Valterri Bottas auf Platz 5.

Asphalt-Schach mit Safety-Car Einlagen

Schaue ich mir die letzten 3 Grand Prix an, dann haben wir wirklich sensationelle Rennen serviert bekommen. Für jeden Motorsport-Fan waren das emotionale Feiertage, die vor allen Dingen wieder einmal zeigen konnten, wie unberechenbar diese Serie zum Teil ist.

Singapur war nun hingegen eher eine Prozession von 20 Boliden, mit einer gehörigen Portion Strategie und Safety-Car Auftritten. Mal davon abgesehen, dass ich mich an Formel 1 Fahrzeugen unter grellstem Scheinwerferlicht nicht sattsehen kann, war dieses Rennen dann doch eher langweilig. Sorry und ich hoffe da fühlt sich niemand auf die Füße getreten, aber es ist für mich alles andere als einfach, aus diesem Rennen einen spannenden Bericht abzuleiten. Es geht einfach nicht!

Klar, wir können uns jetzt ein paar Absätze lang über Bummeltempo an der Spitze, Over- und Undercut Strategien, verpasste Zeitfenster für einen Reifenwechsel und die insgesamt 3 SC-Phasen unterhalten, es rettet diesen Grand Prix nicht. Das ist zumindest meine Meinung.

Das Rennen in der Zusammenfassung

Ja, der Undercut war ganz klar die siegbringende Strategie heute und in der 20. Runde hat Sebastian Vettel damit praktisch das Rennen entschieden. Mit einer potenziellen Gefahr… hätte es ein Virtual Safety Car gegeben, hätten die Konkurrenten ordentlich Zeit gutmachen können.

Stattdessen musste Bernd Mayländer nicht auf virtuellen Support warten, sondern persönlich 3 mal ins Lenkrad greifen und auf die Strecke, da diverse gestrandete Boliden (Williams, Racing Point und Alfa-Romeo) eingesammelt werden mussten. Große Auswirkungen auf die Reihenfolge im Feld hatten diese Ausritte nicht.

Aber zurück zum Undercut… Vettels Wechsel in der 20. Runde bescherte ihm ein perfektes Fenster im Feld, er kam recht zügig durch selbiges und fuhr zum Teil bis zu 3 Sekunden schneller als die Spitze. Sowohl Red Bull, als auch unsere Silberpfeile haben da (bewusst oder unbewusst) einfach zu spät reagiert. Vielleicht ist man aber auch davon ausgegangen, dass durch den frühen Wechsel die Reifen des Ferraris im letzten Rennviertel einbrechen würden. Sie taten es nicht und damit muss man einfach ganz klar sagen, dass die Scuderia uns nun verdient zum 3. Mal in Folge auf der Strecke besiegt hat.

Dennoch haben Lewis und Valterri wichtige Punkte für die Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gesammelt und das sollten wir nicht unterschätzen. Die Saison ist noch land und bereits in der nächsten Woche geht es um Grand Prix von Russland.

Wir packen das!

Die Top 10 des Großen Preis von Singapur 2019

Sascha Pallenberg ist für die Digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation verantwortlich. Der ehemalige Techblogger bereitet insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf. Er ist außerdem Gründer von Mobile Geeks.