STARTUP AUTOBAHN: Wie uns Kooperationen mit Startups weiterbringen

Mike Massimino (Professor an der Columbia University und ehemaliger NASA-Astronaut), Armin Pohl (CEO Mackevision) und Cem Özdemir (Grünen-Politiker). Was sich anhört, wie eine Markus Lanz-Talkrunde aus besseren Tagen – sofern es die jemals gab – ist die illustre Mischung an Bühnen-Gästen bei STARTUP AUTOBAHN.

STARTUP AUTOBAHN startete bereits 2016

Ich bin in den Stuttgarter Wagenhallen bei der STARTUP AUTOBAHN. Um mich herum ist ein internationales Publikum aus den unterschiedlichsten Innovationsbereichen. Es ist „Expo-Day“: Die Projektteams präsentieren ihre Ergebnisse aus rund drei Monaten gemeinsamer Projektarbeit mit den Business Partnern. In der Presse-Information ist auch von der „Stabsübergabe“ zum kommenden Programm die Rede. Das Kernthema im 7. Programm ist übrigens Nachhaltigkeit – passend zur Unternehmensstrategie Ambition2039 des Daimler-Konzerns.

Seit mehreren Jahren schon begleite ich mit regem Interesse die Innovationsplattform, die 2016 ins Leben gerufen wurde.
Und seit mehreren Jahren frage ich mich: Was ist eigentlich der tatsächliche „Output“ von STARTUP AUTOBAHN. Was bringt das Ganze der Daimler AG? Werden noch weitere, zählbare Ergebnisse generiert, außer dem bekanntesten Beispiel what3words?

6 Programme: 6.000 Bewerbungen, 150 Pilote, 12 Implementierungen

Philipp Gneiting, Leiter der Innovationsplattform, steht neben mir und lächelt souverän. Alleine diesmal, im Programm Nummer sechs, seien 20 Startup-Kooperationen eingegangen worden. Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen sechs Programmen bewarben sich bis dato über 6.000 Startups aus aller Herren Länder und wurden auch gescoutet. Gemeinsam mit 150 jungen Unternehmen wurden daraufhin Pilot-Tests absolviert und mehr als ein Dutzend dann anschließend auch in der Linie umgesetzt, respektive implementiert.

Hier sind einige Beispiele:

  • Evopark: Parkkarte, mit der die Ein- und Ausfahrt in Parkhäuser und die Bezahlung abgewickelt wird. Die Karte ist bereits für Mercedes-Benz Kunden verfügbar.
  • Otonomo: Ein Marktplatz für Fahrzeugdaten, mit dem Ziel, die Daten zu monetarisieren.
  • High Mobility: Daimler ist einer der ersten OEMs, “Extended Vehicle and Neutral Server”- Konzepte implementieren. Dies ermöglicht es externen Parteien, auf die Daten zuzugreifen.
  • Ui Path: Automatische Bearbeitung von Standardprozessen in Buchhaltungsbereichen. Robotic Process Automation.
  • Lana Labs: Prozess „Mining“ als digitales Tool zur ständigen Prozessoptimierung.
    Use-Case: Optimierung der Liegezeit in der Linie, bei der Nacharbeit, Optimierung der Prozesszeit.
  • AI: Content-Provider für Stimmen-basierte intelligente Suche in WeChat. Implementierung in China.
  • Waterrock Technologies: Autonom fahrbares Lagerregalsystem. Um platz- und zeitsparender arbeiten zu können. Implementiert in China.

Die Zusammenarbeit mit den Daimler-Fachbereichen ist entscheidend

Der sympathische Kollege Gneiting verrät, was das eigentliche Erfolgsgeheimnis ist: „STARTUP-Autobahn kann nur so erfolgreich sein, wie es die Zusammenarbeit der Fachbereiche mit den einzelnen Projekten ist“. Das ist eine gute Nachricht: Offensichtlich ist bei Daimler in vielen Bereichen eine Kultur vorhanden, die eine Kollaboration mit Startups möglich macht. Das überrascht vielleicht doch an dieser Stelle. Vorbehalte von Großkonzernen gegenüber fremden Ideen sollen doch auch schon vorgekommen sein.

Betont wird seitens der Daimler-Fachbereichs-KollegInnen aber auch, dass es nicht unbedingt einer Implementierung bedarf, um ein Test als erfolgreich zu bewerten. „Ein Lerneffekt ist immer vorhanden“, so ein anwesender Konzernkollege.

Als sich der Tag zu Ende neigt, darf ich noch einmal Mike Massimino lauschen. @Astro_Mike berichtet von Werten, die notwendig sind, um „Moonshots“ zu erreichen. Zusammenarbeit, Diversität, Innovationsgeist sowie Leadership-Kenntnisse seien notwendig, um auf den Mond zu gelangen. Metaphern und Tugenden, die sich auch unser Konzern auf die Fahnen geschrieben hat…

Hier, was er uns in einem Kurzinterview wissen ließ:

Drei Fragen an Mike Massimino
Mike Massimino, ehemaliger NASA-Astronaut und Professor an der Columbia Universität, nahm an der STARTUP AUTOBAHN in den Stuttgarter Wagenhallen Teil. Er hielt eine beeindruckende Rede über das Loslegen, das Ausprobieren neuer Dinge und den Aufstieg in die Luft. Er ist auf Long Island aufgewachsen und hat ein halbes Jahr in Deutschland gelebt – während es für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gearbeitet hat. Jetzt trifft er Mercedes und ist natürlich auch EQC gefahren (kombinierter Stromverbrauch: 20,8 – 19,7 kWh / 100 km; kombinierter CO2-Ausstoß: 0 g / km).

Was haben STARTUP AUTOBAHN und Big Bang Theory gemeinsam?
Beide haben ein junges Publikum gemeinsam, bilden eine Community der technologie-affinen Wissenschaftler und zugleich eine Gruppe von Freunden. Bei STARTUP AUTOBAHN verändern technikorientierte Menschen geradezu die Welt. Sie tauschen Wissen und Erfahrungen aus und knüpfen langfristige Beziehungen, die ihnen helfen, weiterzukommen.

Was sagt der Professor für Maschinenbau zur Vision des fliegenden Autos?
Irgendwann werden wir dahin kommen – es könnte eine großartige Sache sein, den Himmel zu nutzen und in eine andere Dimension aufzusteigen. Ich kenne das Konzept, aber ich denke, wir brauchen ein paar kluge Köpfe und noch ein paar zusätzliche Jahre, um es sinnvoll umzusetzen.

Was bedeutet nachhaltige Mobilität für Sie?
Es bedeutet, dass wir uns so auf unserem Planeten bewegen, dass wir ihn erhalten können. Denn ich war im Weltraum und habe gesehen: Es gibt keinen anderen Ort für uns, an dem wir existieren könnten. Etwas, das auf lange Sicht dazu beitragen könnte, unsere Umwelt zu schützen, ist Elektromobilität. Der EQC ist ein gutes Beispiel dafür. Er fährt emissionsfrei und bietet gleichzeitig viel Fahrkomfort und Fahrspaß: Er beschleunigt sofort und unmittelbar – fast wie die Steuerung eines Roboters im Space Shuttle ;-). Und zudem ist er sehr elegant, innen wie ein Raumschiff – cool und komfortabel. Eine gute Möglichkeit, um den Planeten zu erkunden und dabei eben cool auszusehen.

Der Mercedes-Benz-Markenbotschafter ist sympathisch, mitreißend und auch authentisch. Irgendwoher müssen ja die 1,2 Millionen Follower auf Twitter kommen. Sogar mehrere Gastauftritte in der US-Serie „The Big Bang Theory“ gab es passenderweise bereits.

Ob er wohl auch Markus Lanz kennt?

STARTUP AUTOBAHN– eine Erfolgsgeschichte

In Stuttgart gestartet, weltweit erfolgreich: Die Geschichte der STARTUP AUTOBAHN geht auf eine Initiative der Daimler AG zurück, die 2016 eine innovative Verbindung zwischen der Welt der Startups und der Welt etablierter großer Konzerne aus Industriebranchen wie der Autoindustrie suchte. Gemeinsam mit dem Startup Accelerator Plug and Play, der Universität Stuttgart und der Forschungsfabrik ARENA2036 gründete Daimler die Innovationsplattform STARTUP AUTOBAHN und richtet jährlich zwei 100-tägige Pilot-Programme aus, Programme aus, die jeweils von einem EXPO DAY abgeschlossen werden.


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Er ist Redakteur in der Kommunikation und „liebt“ Selbstbeschreibungen.