GENIUS Kinderuni: Wie sieht die Zukunft der Automobilwelt aus?

Mein Weg zur Arbeit führt mich heute nicht wie gewöhnlich in das Mercedes-Benz Werk Sindelfingen, sondern in das Stuttgarter Rathaus. Ungewöhnlich für eine Ingenieurin. Aber hier erwarten wir heute viele neugierige Kinder. Denn im Rahmen des Stuttgarter Wissenschaftsfestivals findet hier die GENIUS Kinderuni statt.

GENIUS – die junge WissensCommunity von Daimler, möchte Kinder für Themen der Naturwissenschaften und Technik begeistern. Da passt das Thema „Sehen – Denken – Sprechen. Was Autos fit macht für die Zukunft“ natürlich hervorragend. Ich bin seit 2 Jahren GENIUS Botschafterin und habe mich riesig gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich als „Assistentin“ die Experimente im Rahmen der Vorlesung von Michael Bauerunterstützen möchte.

Klar hatte ich Lust. Bei der Kinderuni haben Mädchen und Jungen zwischen 7 und 14 Jahren die Möglichkeit, unsere Vorlesung hautnah mitzuerleben und ihrer Neugierde freien Lauf zu lassen. Ihr Dozent für den Tag ist Michael Bauer. Einige der Kinder kennen den Produktionsleiter des Mercedes-Benz Werks Sindelfingen und Standortverantwortlichen vielleicht schon aus dem Kinderreporter-Video von Emmas und Nicks Besuch bei ihm im Werk.

Gespannt auf die GENIUS Kinderuni

Für die Mädchen und Jungen ist es ein besonderer Tag. Wie richtige Studenten warten sie darauf, dass die Vorlesung beginnt und sie viel Neues erfahren dürfen. Auch die beiden neuen GENIUS Kinderreporter Alex und Milena sind mit dabei. Michael Bauer begrüßt die jungen Studentinnen und Studenten und stellt dann meine Kollegin Tabea, die Kinder-Assistentin Emma und mich vor.

“Sprechende” Autos?

Michael Bauer steigt gleich in das Thema des Tages ein – die Sinne eines Autos. Dass Autos nicht miteinander sprechen, wie wir Menschen es tun, ist den Kindern schon klar. Das hätten sie sonst bestimmt schon einmal mitbekommen. Michael Bauer erklärt ihnen, wie Autos aber dennoch kommunizieren und Informationen austauschen können.

Hier kommt eine Umfrage ins Spiel, die wir vor der Vorlesung mit den Kindern gemacht haben. Eine Word-Cloud stellt die verschiedenen Lieblingsorte der Kinder dar. Ganz groß sticht das Kino heraus, diesen Ort haben die Kinder am öftesten genannt. Und so funktioniert auch die sogenannte Schwarmintelligenz. Autos können untereinander ihr „Wissen” teilen und andere Autofahrer werden zum Beispiel gewarnt, wenn sie einen Stau umfahren sollten.

Auch wir Menschen können über die Sprachsteuerung mit unserem Fahrzeug kommunizieren. Das ist zum Beispiel sehr nützlich, damit wir einen Ort nicht per Hand ins Navi eingeben müssen und abgelenkt sind. Michael Bauer möchte die Kinder mit einem virtuellen Auto zu ihrem Lieblingsplatz in Stuttgart bringen, dabei muss man aber laut und deutlich sprechen. “Kiinooo!” tönt es also aus den Reihen der Kinder. Und schon startet das Auto die Navigation.

Mindstorm-Auto zeigt autonomes Fahren

Nun kommt auch mein Einsatz. Ich darf gemeinsam mit der Kinder-Assistentin Emma vorführen, wie autonomes Fahren funktioniert. Dafür haben wir einen kleinen Parcours vorbereitet, den ein Mindstorm-Auto auf einer schwarzen Linie abfahren muss. Zuerst darf Kinder-Assistentin Emma mit der Fernsteuerung ihr Glück versuchen, das ist aber gar nicht so einfach, merkt sie schnell. “Lassen wir das Auto nun einmal autonom fahren”, sage ich. Und siehe da: Es hält viel besser die Spur.

Wir lüften das Geheimnis: Das Auto hat unten zwei Kameras angebracht und kann die Fahrbahn so quasi „sehen“. Über solche Sensoren können die Fahrzeuge ihre Umgebung und sogar Hindernisse wahrnehmen und Signale an die Lenkung geben. So werden Autos in Zukunft ganz alleine fahren können. Die Kinder sind beeindruckt.

Elektromobilität einfach erklärt

Einige der Kinder haben auch schon etwas von erneuerbarer Energie gehört und nennen Sonne oder Wind als alternative Stromquellen. Und sie wissen auch, dass es Autos gibt, die mit einem Elektromotor betrieben werden. Das übergroße Modell, das Assistentin Tabea den Kindern präsentiert, passt natürlich nicht in ein echtes Auto.

Daran kann sie aber erklären, wie der Antrieb mit Strom funktioniert. Dafür benötigt sie wieder die Hilfe der Kinder: Sie sollen abwechselnd rote und grüne Kärtchen hochhalten, die den Minus- und Plus-Pol eines Magneten darstellen. Denn die Abstoßung der Pole erzeugt Bewegung in einem Elektromotor. Und so bewegt sich das Modell im Saal durch die Magnetpol-Kärtchen der Kinder immer schneller.

In einem Auto brauchen wir dafür eine Batterie. Michael Bauer übergibt das Wort wieder an mich. Ich bin schon gespannt, was die Kinder zu unserem nächsten Versuch sagen, denn jetzt erzeugen wir Strom mit Hilfe einer Zitrone. Über eine 5-Cent-Münze aus Kupfer und einen Nagel aus Zink verbinde ich die Zitrone mit einer Lampe. Die Kinder sind verblüfft, als die Lampe tatsächlich anfängt zu leuchten. Ich erkläre ihnen, dass über Elektronen, die durch die Zitronensäure wandern, elektrischer Strom erzeugt wird.

Wie Menschen und Roboter zusammenarbeiten

In einem Film können die Kinder dann beobachten, wie Menschen und Roboter in einer modernen Autofabrik zusammenarbeiten. Roboter können dabei einiges besser als Menschen, zum Beispiel sehr schwere Sachen heben. Menschen dagegen können flexibel reagieren, Situationen bewerten und intuitiv Entscheidungen treffen.

Ein unerwarteter „Gast“ durchquert den Saal über den Köpfen der jungen Studenten und Studentinnen. Eine Drohne fliegt direkt auf Michael Bauer zu. Er erklärt, dass er sich wünscht, dass uns Drohnen in Zukunft bei der Belieferung von einzelnen Bauteilen helfen können.

Auf die Kinder wartet zum Abschluss noch ein kleines Geschenk. Damit verabschieden wir die Kinder aus der Vorlesung. Hoffentlich nehmen sie eine tolle Erfahrung von einem ersten Uni-Tag mit.

Für mich war es auf jeden Fall total spannend zu sehen, wie wissbegierig die Kinder sind und wie man sie für Technik und Naturwissenschaften begeistern kann. Auch Michael Bauer ist beeindruckt: “Ich bin begeistert von der Kreativität der Kinder. Und ganz ehrlich auch inhaltlich, was da schon an fachlicher Kenntnis da ist!”.


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Anna Kaiser unterstützt als Assistentin den Chief Engineer Produktion der S-,E-, und C-Klasse. Am besten gefällt ihr die Nähe zur Produktion, sowie das breite Aufgabenspektrum der aktuellen Tätigkeit.