Mit me@work zum flexiblen Arbeiten bei Daimler

Die Anforderungen an unsere Arbeitswelt verändern sich – und wir verändern uns mit ihr. Um optimal darauf reagieren zu können, brauchen wir eine Arbeitsumgebung, die sich an unsere Bedürfnisse anpasst – eine Arbeitswelt der Zukunft.

Als ich angefangen habe, mich mit dem Thema „neue Arbeitswelten“ auseinanderzusetzen, war das erstmal ein Sprung ins kalte Wasser. Ich wusste nicht so richtig, was mich erwartet. Kleiner Spoiler: es geht um viel mehr als nur Möbel.

Flexibles Arbeiten ermöglichen

Äußere Einflüsse – Digitalisierung, der Wunsch nach mehr Agilität und Kreativität im Arbeitsalltag, Industrie 4.0 – prasseln auf uns ein und fordern uns. Als Konzern reagieren wir auf die neuen Erwartungen und Anforderungen unserer Kolleginnen und Kollegen und wollen sie bestmöglich auf die Veränderungen im Arbeitsalltag vorbereiten. Denn Fakt ist: der klassische, ergonomische Arbeitsplatz, wie er seit Jahrzehnten besteht, reicht nicht mehr aus. Wir müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch flexiblere und mobilere Möglichkeiten zum Arbeiten bieten.

Deshalb brauchen wir eine Arbeitsumgebung, die die Vielfalt der Anforderungen besser abdecken kann.

Aktuell finden viele Umbrüche im Unternehmen statt – und eben auch in der Bürolandschaft. Wir entwickeln uns weg vom klassischen Büro, das die meisten seit vielen Jahren gewohnt sind, hin zum tätigkeitsorientierten Arbeiten (activity-based-working) mit flexiblen Arbeitszonen und dem Prinzip des Teilens – auch Sharing genannt.

Die sieben Zonen von me@work

Unser tätigkeitsorientiertes Arbeitsweltenkonzept heißt me@work und basiert auf sieben Zonen, die sich auf der Fläche von laut nach leise anordnen. Je nach Tätigkeit, sucht sich die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter eine geeignete Arbeitsmöglichkeit in der für ihn passenden Umgebungslautstärke.

 

Beispiel-Grundriss wie me@work auf einer Fläche umgesetzt aussieht

Was heißt das konkret? So zum Beispiel könnte Dein Tag auf einer me@work Fläche aussehen:

Du kommst an in arrive@work, gehst zu Deinem Lockerfach und nimmst die Arbeitsutensilien mit, die Du heute brauchst: Laptop, Maus, Tastatur – vielleicht noch ein Notizbuch und einen Stift. Die Frage, die Du Dir jetzt stellen solltest: Was steht heute an und welche Arbeitsumgebung unterstützt meine Aufgaben dabei bestmöglich?

In Kürze beginnt das erste Meeting. Eigentlich lohnt es sich nicht, einen Schreibtisch zu besetzen, denn Deine Mails kannst du auch in meet@work bei einem Kaffee checken oder nochmal die notwendigen Unterlagen durchsehen. Und vielleicht triffst Du eine Kollegin oder einen Kollegen – pflegst und erweiterst Dein Netzwerk – und tauscht noch ein paar Ideen im Vorfeld aus.

Gemeinsam macht Ihr Euch auf den Weg zu einem der Besprechungsräume in huddle@work. Dort gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit den Kollegen zusammenzuarbeiten. Vom klassischen Besprechungsraum für Meetings oder Telefon- und Videokonferenzen über Räume zum kreativen Ideenaustausch und Projektflächen für Workshop-Sessions.

Nach dem Meeting stehen vorerst keine Termine mit Kollegen an und Du machst Dich daran, die Ergebnisse festzuhalten. Das kannst Du prinzipiell überall – aber am besten eignet sich hier perform@work. An einem der höhenverstellbaren Schreibtische kannst Du im Sitzen oder Stehen die Nachbereitung angehen und Deine Unterlagen bearbeiten. Überhaupt bietet me@work aufgrund seiner unterschiedlich gestalteten Arbeitsplätze aus ergonomischer Sicht eine ideale Arbeitsumgebung, da sie zum Wechsel zwischen den Zonierungen einlädt und so die Bewegung fördert.

Das Telefon klingelt? Mit Rücksicht auf Deine Kollegen, ziehst Du Dich für ein ruhiges Telefonat in eine der Telefonzellen zurück.

Anschließend kommt dein Chef bei Dir vorbei. Er braucht dringend noch eine Präsentation – und zwar noch heute. Jetzt heißt es volle Konzentration. Dafür gehst Du am besten in focus@work. Hier gelten klare Spielregeln – keine Gespräche, keine Telefonate!

Luft raus, kleiner Durchhänger, Nachmittagstief? In chill@work kannst Du auftanken und Dich entspannen. Diese Zone findest Du mehrfach auf der Fläche in unterschiedlichen Umgebungslautstärken und somit auch in unterschiedlicher Ausstattung: den Tischkicker findest Du in den lauteren Zonen und für den Powernap ziehst Du Dich vielleicht lieber in eine leise Zone zurück. Ganz ohne Papier geht es bei den meisten von uns sicherlich nicht, deshalb kannst Du in file@work drucken, scannen und kopieren.

Die me@work Zonen mit den dazugehörigen Modulen im Überblick

Jeder Tag in me@work kann anders aussehen. Wie genau, entscheidest Du selbst. Mit Hilfe der Zonen und Module kannst Du zu jeder Zeit die passende Arbeitsmöglichkeit für Deine Tätigkeit finden.

Gemeinsam für eine effizientere Arbeitsumgebung

Wir wollen noch mehr Vernetzung und Kommunikation auf den Arbeitsflächen und ganz bewusst die Zusammenarbeit unterstützen. Außerdem wollen wir Kreativität, agiles Arbeiten und spontane Begegnungen weiter fördern. Haben wir zufriedene, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in ihrer Arbeitsumgebung wohl fühlen, können wir alle noch erfolgreicher sein.

Um sicherzustellen, dass wir hierbei das Richtige tun und keinem kurzfristigen Trend hinterherrennen, sind wir divisionsübergreifend mit unseren Kollegen aber auch mit dem Fraunhofer Institut in regelmäßigem Austausch. Dort sind wir Teil des Forschungsverbundprojektes „Office21“ und haben Gelegenheit uns mit Wissenschaftlern und verschiedenen Unternehmen zum Thema Arbeitsweltenkonzepte auszutauschen. Im Fokus steht dabei nicht nur das Büro, sondern die Veränderung der Arbeit an sich.

Diese Veränderung ist nicht ganz ohne und wird auch nicht von jedem gleich aufgenommen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beginn an den Prozess mitgestalten und Teil davon sind. Es gibt viele offene Fragen, Unsicherheiten und vielleicht auch Vorbehalte, auf die wir eingehen wollen. Daher schauen wir zum Beispiel gemeinsam auf die einzelnen Tätigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, leiten daraus sogenannte Tätigkeitstypen ab und lassen diese mit in die Flächenplanung einfließen. Warum? Damit wir eine Fläche gestalten, die zu uns und unseren unterschiedlichen Tätigkeiten passt.

Deshalb sprechen wir bei me@work bewusst nicht mehr von einem Großraumbüro, das eine „One Size fits all“-Lösung, das heißt eine standardisierte Bürofläche für alle Nutzer mit Fokus auf das Gebäude und Mobiliar, bietet. In me@work – dem tätigkeitorientierten Multispace steht klar der Mensch im Vordergrund!

Neue Arbeitswelten – neue Arbeitsmöglichkeiten

Aktuell befinden wir uns mit dem Konzept me@work in der Erprobungsphase. Erste Gebäude, in denen me@work umgesetzt wurde, wurden bereits bezogen – darunter fällt auch unsere neue Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.

Etwa drei Monate nach Bezug der Gebäude befragen wir die Kolleginnen und Kollegen in einem sogenannten Review nach ihrem Wohlbefinden in der neuen Arbeitsumgebung und möglichen Verbesserungen. Natürlich gibt es noch Kolleginnen und Kollegen, die Ihren persönlichen Schreibtischarbeitsplatz vermissen – aber der Großteil bestätigt uns, dass sie nicht mehr in die alte Arbeitswelt zurückwollen.

Das freut uns sehr – heißt aber nicht, dass wir damit am Ende sind. Diese Erfahrungen, Erkenntnisse und Rückmeldungen greifen wir auf, um unser Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln und bestmöglich in den bevorstehenden Großprojekten umzusetzen.

Wir wollen uns bewusst mit unseren Arbeitsformen auseinandersetzen und uns jeden Morgen erneut die Frage stellen, was wir heute an unserem Arbeitstag vorhaben und uns bewusst entscheiden, welche Zone unsere Tätigkeit dabei am besten unterstützt. Wir sind verantwortlich dafür, wie wir unseren Arbeitstag gestalten.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter sollte für sich feststellen: Gestern hatte ich einen Arbeitsplatz – heute habe ich viele Plätze zum Arbeiten.


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Nelli Löwen hat zusammen mit ihrem Team das neue Arbeitsweltenkonzept „me@work“ entwickelt, in dem der Mitarbeiter ganz klar im Fokus steht.