Neu im Podcast: Mit Thomas Built Buses jeden Tag sicher zur Schule

Als Ingenieurin habe ich schon viele spektakuläre Maschinen gebaut: Sportwagen, tonnenschwere Lkw, sogar Satelliten. Doch meine schönste Aufgabe habe ich bei Thomas Built Buses gefunden.

Als Chefingenieurin bin ich verantwortlich für die Entwicklung und Fertigung von Schulbussen in den USA. Hier und im Daimler-Podcast HeadLights auf Spotify, Apple Podcasts/iTunes und Google Podcasts erzähle ich von den Wurzeln der Firma, meinem Verständnis von guten Teams und der zeitlosen Bedeutung von Schulbussen. Steigen Sie ein! 

Mehr als 100 Jahre Firmengeschichte, höchste Ansprüche an Sicherheit und Qualität, die Nummer eins am Markt. Das alles kommt Ihnen bekannt vor? Nein, ich spreche heute ausnahmsweise nicht von Gottlieb Daimler, Carl Benz und den Wurzeln der Daimler AG. Sondern von einem relativ neuen und zugleich sehr erfahrenen Mitglied der Daimler-Familie: Thomas Built Buses mit Hauptsitz in High Point, North Carolina.

1916 gegründet, gehört das Unternehmen seit 1998 zu Freightliner, unserer Truck-Tochter. Und was hat das mit mir zu tun? Ganz einfach: Ich bin Vice President of Engineering bei Thomas Built Buses, kurz gesagt: die Chefingenieurin. Einer der tollsten Jobs, die man überhaupt haben kann.

Ein Schulbus ist mehr als ein Fahrzeug

Das liegt vor allem an unseren Produkten: Wir bauen Schulbusse für den US-amerikanischen Markt. Auch wer nicht auf dieser Seite des Atlantiks aufgewachsen ist, kennt unsere gelb-orangenen Fahrzeuge meist gut. Denn auch Hollywood liebt die vertrauenerweckenden 40-80-Sitzer. Keine Highschool-Komödie ohne Schulbus-Szene!

Mich begeistert aber vor allem der soziale und gesellschaftliche Aspekt unserer Tätigkeit. Wir sorgen dafür, dass rund 25 Millionen Schulkinder in den USA täglich sicher zur Schule kommen. Überall im Land können Eltern morgens beruhigt zur Arbeit gehen – ohne sich um den Transport ihrer Jüngsten sorgen zu müssen. Sicherheit hat in unserem Unternehmen oberste Priorität. Jeden Morgen prüfe ich als erstes, ob alle unsere Fahrzeuge gut ihr Ziel erreicht haben.

Mein Aufgabenfeld unterscheidet sich generell von der Arbeit der Ingenieure in Sindelfingen oder Untertürkheim. Rund um unsere drei Modelle – den Saf-T-Liner S2, den EFX/HDX sowie den etwas kleinen Minotour – machen wir fast alles aus einer Hand: Forschung, Entwicklung, Erprobung, Fertigung. All das muss ich im Blick behalten und Tag für Tag entscheiden, ob ich zuerst „Brände lösche“, also aktuelle Probleme löse, oder die große strategische Entwicklung weiter vorantreibe.

Thomas Built Buses versetzt einen Nischenmarkt in Bewegung

Das Interesse für Maschinen und Fahrzeuge wurde mir in gewisser Weise in die Wiege gelegt. Ich bin im „Autostaat“ Michigan aufgewachsen und habe viele Jahre in der Pkw-Produktion gearbeitet. Entsprechend schnell war mir beim Einstieg in meinen jetzigen Job klar: Der Markt für Schulbusse ist besonders.

Besucher sagen bei einem Blick in die Fahrzeuge oft: „So viel hat sich seit meiner Schulzeit ja gar nicht geändert“. Stimmt! Anders als bei den Pkw wurden die neuesten Design- und Technologie-Features in Schulbussen einfach nicht gebraucht. Lange war der Schulbus-Markt daher einer der am wenigsten dynamischen Märkte im Transportwesen. Doch die Zeiten ändern sich.

Unser Thema der Stunde heißt E-Mobilität. Wie es der Zufall will, sind Schulbusse für diese Antriebsform ideal geeignet. Denn sie haben den perfekt planbaren Rhythmus! Sie fahren morgens eine große Runde, haben tagsüber Pause und damit Zeit zum Laden – und nachmittags geht es wieder los.

Der vollelektrische Saf-T Liner „Jouley“ von Thomas Built Buses

Beste Voraussetzungen, um elektrische Antriebe effizient zu nutzen. 2017 haben wir erstmals unseren vollelektrischen „Jouley“ für bis zu 81 Kinder vorgestellt – und waren damit Vorreiter. Ganz so, wie es sich für Daimler gehört. 2019 geht der Jouley in Serie.

Wie man Schulbusse baut, steht auf keinem Lehrplan

Dieser technologische Wandel wirkt sich auch auf meine Arbeit aus. Im Podcast spreche ich ausführlich darüber, was ein gutes Team und moderne Führung für mich bedeutet. Soviel vorab: Das hierarchische Denken in der Art „Der Chef weist den Weg, die Mitarbeiter folgen“ haben wir in North Carolina längst hinter uns gelassen. Ich ermutige jeden, etwas zu wagen und nach eigenen Lösungen zu suchen.

Neue Mitarbeiter zu finden, heißt daher vor allem: die richtige Person finden. Nur nach Qualifikation auszusuchen, macht für uns keinen Sinn. Denn den Bau von Schulbussen kann man an keiner Uni oder Schule lernen. Es gibt weltweit nur drei Firmen, die Schulbusse herstellen. Spezifische Erfahrung können wir nicht erwarten. Wir fragen eher: Hast Du Freude daran, Probleme zu lösen? Weißt Du, was Produktentwicklung bedeutet? Bist Du neugierig, mutig, sorgfältig? Das ist fast noch wichtiger als die passende Ausbildung.

Satelliten sind toll – Schulbusse sind besser

Gerade die Arbeit mit jungen Talenten macht mir viel Freude. Ich habe beruflich schon einige Etappen hinter mir, war lange bei General Motors und einige Jahre in der Raumfahrt. Großartige Aufgaben, spektakuläre Produkte. Aber nach einer Weile verloren auch sie ihren Reiz. Ich sagte manchmal im Scherz: Satelliten sind toll – aber sobald sie fertig sind, siehst Du sie nie wieder! Das Problem habe ich mit Schulbussen nun wirklich nicht.

Drei Dinge sind es, die mich besonders an meiner Aufgabe begeistern:

  • Die Einzigartigkeit: Nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen auf der Welt weiß, wie man den perfekten Schulbus baut. Wir gehören dazu.
  • Der soziale Nutzen: Bildung ist die Basis von allem. Wir sorgen dafür, dass alle Kinder unabhängig von ihrem Wohnort und ihrem persönlichen Hintergrund gut zur Schule kommen.
  • Die Sicherheit: Studien zeigen, dass die Fahrt mit dem Schulbus von allen Schulwegalternativen die sicherste ist. Wir tun alles dafür, dass dies so bleibt.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte …

… dann wäre es ganz sicher dieser: Nie wieder soll sich ein Kind auf dem Weg zur Schule verletzen. Die Familie Thomas hat sich über Generationen dieser Aufgabe verschrieben – das letzte in der Firma aktive Familienmitglied war noch beim 100. Firmenjubiläum dabei. Im Podcast erzähle ich noch mehr darüber, was dieses Unternehmen, meine Arbeit und unsere neuesten Produkte so besonders macht. Dieses Umfeld wird für mich sicher nicht so bald an Reiz verlieren.


Auf folgenden Plattformen können Sie unseren Podcast „Headlights“ abonnieren und auch gerne bewerten Spotify | Apple Podcasts | Google Podcasts

Leslie Kilgore ist die Chefingenieurin (Vice President of Engineering) bei Thomas Built Buses in High Point, North Carolina. Sie ist für die Produktentwicklung der Schulbusse verantwortlich: Das Design, das Testen, die Analyse. Auch die Innovationen und Technologien sowie die Unterstützung des Produktionsbereichs im Tagesgeschäft gehören zu ihren Aufgaben. Zuvor war Leslie lange Zeit in der Raumfahrt tätig, musste aber feststellen: Satelliten sind toll – aber sobald sie fertig sind, sieht man sie nie wieder! Das Problem hat sie mit Schulbussen nun wirklich nicht.