Lewis gewinnt denkwürdigen Monaco GP! #DankeNiki

Lewis Hamilton hat die 77. Ausgabe des Formel 1 Grand Prix von Monaco gewonnen und diesen Triumph seinem am letzten Montag verstorbenen Chef Niki Lauda gewidmet. In einem nervenaufreibenden Rennen gewann der Brite vor Sebastian Vettel und Valtteri Bottas, was letztendlich auch bedeutete, dass er seine Führung in der Weltmeisterschaftswertung ausbauen konnte.

Ein Rennen für die Geschichtsbücher

Wer meine Formel 1-Berichterstattung hier auf dem Blog verfolgt, oder gar jedes Rennen live sieht, weiss dass ich in den letzten Wochen immer wieder sehr kritisch mit dem Rennzirkus umgegangen bin. Zu dominant erschienen die Silberpfeile. Zu langweilig die Rennen. Kaum Überholmanöver und letztendlich die Gewissheit, dass die 2019er Grand Prix schon nach den ersten beiden Kurvenkombinationen entschieden schienen.

Nicht so in Monaco. Was die Fahrer hier auf den monegassischen Asphalt geknallt haben, das war ein denkwürdiges Rennen mit verdammt viel Action und einem Lewis Hamilton der eine Fahrt hingelegt hat, die mich an das legendäre Duell zwischen Ayrton Senna und Nigel Mansell aus dem Jahre 1992 erinnerte.

Pechvogel Leclerc

Dass es überhaupt soweit kommen konnte, haben wir dem großen Pechvogel dieses Wochenendes zu verdanken. Ausgerechnet bei seinem Heimrennen startete Charles Leclerc eine Aufholjagd von ganz hinten, die dann in der 9. Runde in Rascasse ein jähes Ende fand. Beim Versuch Nico Hülkenberg zu überholen berührte sein Ferrari mit dem rechten Hinterreifen die Leitplanke, drehte ihn und riss in der folgenden Runde letztendlich den Reifen auseinander. Die dabei entstandenen Trümmerteile riefen das Safety-Car auf den Plan und somit kam die Spitze geschlossen in der 11. Runde an die Boxen.

Unser Team plante dabei wieder einen der berühmten „Double-Stacks“, den sie erst vor ein paar Wochen in China in Perfektion ausgeführt hatten. Damit auch wirklich genug Zeit für die Mechaniker blieb, ließ der bis dato Zweitplatzierte Bottas ein wenig mehr Platz zu Lewis, hinter sich Verstappen und Vettel, die ihm fast im Getriebe hingen.

Und genau das war das Problem. Verstappen kam leicht schneller durch und die Red Bull Mannschaft entließ ihn knapp vor Valtteri. Zu knapp! Die beiden berührten sich, was zu einem Reifenschaden und Felgenbruch am Silberpfeil führte. Valtteri musste deshalb abermals an die Boxen kommen und kam als 4. wieder auf die Strecke zurück.

Damit waren aber auch die Siegchancen von Verstappen dahin! Die Rennleitung brummte ihm eine 5 Sekunden-Strafe für einen „unsafe release“ auf.

Irrer Zweikampf über 60 Runden

Was sich nach der erneuten Freigabe des Rennens über die kommenden 60 Runden entwickelten sollte, das war einer dieser ganz großen Formel 1 Momente. Lewis wurde auf Mediums gepackt, eigentlich nur gute 50 Runden halten sollten. Verstappen, Vettel und Bottas gingen den GP wieder auf den harten Pneus an und schienen damit auf das überlegene Gummi gesetzt zu haben.

Freunde des gepflegten Motorsports, ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass ich selten einen Fahrer so behutsam durch die Häuserschluchten des Fürstentums habe navigieren sehen. Schon nach 30 Runden sahen die Reifen am führenden Silberpfeil aus, als würden sie Pocken bekommen. Lewis hing währenddessen in einer Tour am Funk und beschwerte sich bei Peter Bonnington, seinem Renningeneur. „Ich weiß nicht, was ihr euch dabei denkt“ war da sicherlich noch eine der harmloseren Ansagen.

So oder so… Hamilton fuhr die Nummer nach Hause und das wie! Max hing ihm in seinem Red Bull über 60 Runden lang hinten dran. Abstand? Immer unter einer Sekunde! Das war wirklich der absolute Wahnsinn und ich kann euch nur empfehlen euch zumindest die Highlights anzuschauen!

Ich denke ich verrate nicht zu viel wenn ich sage, dass 2 Runden vor Schluss dann die finale Attacke von Verstappen abgewehrt wurde. Und zwar äußerst knapp! Ausgangs Tunnel bremste sich Verstappen neben Lewis und fuhr dem Silberpfeil in die Seite. Beide konnten aber weiterfahren und somit gewann Hamilton dieses denkwürdige Rennen!

Und sonst so?

Ist es übertrieben zu sagen, dass dies ein ganz besonderes Rennen war? Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass eine ähnlich besondere Stimmung wie bei der 94er Ausgabe herrschte. Damals hatte die Formel 1 Familie den Verlust von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger zu verkraften. Dieses Mal fand das Rennen ohne Niki Laud statt!

Der Mann, der das wohl größte Comeback in der Geschichte des Sports geschafft hat, kann nicht mehr vor Ort sein. Aber wer da gestern genau hingeschaut hat konnte erkennen, dass Niki allgegenwärtig war.

#DankeNiki