F1 in Baku: Bottas siegt vor Hamilton – Silberpfeile schreiben Geschichte

Valtteri Bottas gewinnt den Großen Preis von Aserbaidschan in Baku vor Lewis Hamilton und holt sich damit die Führung im WM-Gesamtstand zurück. Aber nicht nur das, sondern unser Team stellt mit dem 4. Doppelerfolg in Folge einen neuen Rekord in der Formel 1 auf. Noch nie konnte ein Team (die alte Bestmarke lag bei 3 Doppelsiegen durch Williams im Jahre 1992) vier Doppelsiege zu Saisonbeginn feiern. Wahnsinn!

Bottas lässt 2018 vergessen

Darf ich vorab einmal sagen, wie sehr ich mich für den Valtteri gefreut habe? Nicht nur, dass ich 2 mal die Chance hatte ihn persönlich zu treffen und als angenehm ruhigen und zurückhaltenden Zeitgenossen erlebt habe, nein ich habe es ihm vor allen Dingen aufgrund der Ereignisse im letzten Jahr gewünscht. Da führt er unangefochten und hat eigentlich bereits die 25 Punkte aus Baku in der Tasche und dann zerstört ein Reifenschaden kurz vor Schluss den Traum vom Sieg.

Ich leide in solchen Momenten immer besonders mit, vor allen Dingen wenn man weiß, wie groß die Anstrengungen des Teams, seiner persönlichen Mannschaft und natürlich auch für ihn als Piloten sind. Das ist wie ein Glas „Rüpelsheimer Nierentritt“ auf nüchternen Magen am frühen Morgen. Das steckst du nicht in 2 Minuten weg, wischst dir den Mund ab und sagst dir: Ok, dann halt im nächsten Rennen.

 

 

Nein, Bottas hat das nicht weggesteckt, sondern sich daran hochgezogen und am 28. April 2019 dann zurückgeschlagen und genau das macht für mich einen Kämpfer aus, der letztes Jahr alles andere als eine einfache Saison hinter sich bringen musste.

Valtteri, du hast dir jeden einzelnen Punkt von diesem Wochenende verdient und zwar so richtig.

Ungefährdeter Start/Ziel-Sieg

Die Geschichte des Rennens ist übrigens recht schnell erzählt. Bottas auf der Pole, Hamilton daneben auf 2 und in Reihe 2 lauerten (in dieser Reihenfolge) Vettel und Verstappen.

Im Grunde genommen wurde es für Valtteri nur am Start kurz gefährlich, denn Lewis kam ganz klar besser weg und setzte sich neben seinen Teamkollegen. In Turn 1 mussten wir dann alle auch mal kurz die Luft anhalten, denn keiner der beiden wollte hier so schnell nachgeben. Verständlich. Rennfahrer halt! Das Ende vom Lied… Bottas hielt dagegen, setzte sich durch und „wurde nie wieder gesehen“. Ok, damit übertreibe ich es natürlich ein wenig, aber letztendlich kam Hamilton während der folgenden 51 Runden nie wieder in die Position derartig Druck ausüben zu können. Bottas diktierte das Rennen von der Spitze!

Das konnte auch sein Teamkollege neidlos anerkennen und gratulierte zum 5. Grand Prix-Sieg des Finnen: „Glückwunsch an Valtteri! Er ist ein großartiges Rennen gefahren und hat keinerlei Fehler gemacht. Er hat den Sieg verdient“

Dem kann ich mir nur anschließen!

Und sonst so? Ferrari vor dem Rest des Feldes!

Ich möchte nicht, dass die folgenden Zeilen falsch verstanden werden, denn ich habe einen riesigen Respekt (und auch große Sympathien seit frühester Kindheit) für das Team aus Maranello. Dennoch, zu meiner Verwunderung war Ferrari nicht der erwartet schwere Gegner und das auf einer Strecke, die durch ihre fast 2km lange Gerade eigentlich den Roten in die Karten spielen sollte.

Ja, Vettel wurde abermals Dritter und konnte in seinem 2. Stint auch ein wenig näher an die Silberpfeile rankommen, aber gefährden oder gar Druck ausüben… nein, das war an diesem Wochenende einfach nicht möglich.

 

 

Hinter Vettel kam der Red Bull von Max Verstappen, gefolgt vom 2. Ferrari von Charles Leclerc ins Ziel.

Damit konnten Valtteri und Lewis ihren Vorsprung in der WM auf 35 respektive 34 Punkte vor dem ersten Ferrari ausbauen. Und in dem sitzt zur Zeit Sebastian Vettel.

Sascha Pallenberg ist für die Digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation verantwortlich. Der ehemalige Techblogger bereitet insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf. Er ist außerdem Gründer von Mobile Geeks.