Neu im Podcast: Wie Integration durch eine Ausbildung bei Daimler gelingen kann

Mein Name ist Bassel, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Syrien. Dort habe ich mit meiner Familie gelebt. 2015 entschied ich mich aufgrund der kritischen Lage in Syrien, gemeinsam mit meinem Bruder nach Deutschland zu fliehen. Ich bin ein Flüchtling und mache meine Ausbildung bei Daimler. Hier und im Daimler-Podcast HeadLights auf Spotify, Apple Podcasts/iTunes und Google Podcasts erzähle ich euch meine Geschichte.

Viel Vorbereitung gab es für meinen Bruder und für mich nicht: Gemeinsam haben wir uns unsere Strecke vorher auf Google angeschaut und dann ging es los: Wir durchquerten in zehn Tagen Griechenland, Serbien und Österreich, bis wir endlich in Deutschland ankamen. Viele Strecken sind wir zu Fuß gegangen, manche haben wir mit dem Zug zurückgelegt. Teilweise waren wir 30 Stunden ohne Essen und ohne Wasser.

Aber der Weg hat sich gelohnt. Stuttgart war von Beginn an mein Traumziel: Ich liebe Autos, besonders Mercedes-Benz. Schon seit ich ein kleiner Junge bin, träume ich davon irgendwann einmal eine S-Klasse zu fahren.

Eine Ausbildung finden für eine gelungene Integration

Ein Neustart als Flüchtling in Deutschland ist aber gar nicht so einfach, wenn man die Kultur nicht kennt und die Sprache nicht spricht. Für mich war deshalb klar, dass ich sofort einen Deutschkurs mache, damit ich auch möglichst bald arbeiten kann. Denn wie soll ich arbeiten, wenn ich die Menschen hier nicht verstehe?

Ich interessiere mich für IT, Programmieren und ich liebe Autos. Als ich die Möglichkeit zur Ausbildung zum IT-Systemelektroniker bei Daimler gesehen habe, habe ich mich deshalb sofort beworben. Über die Einladung zum Vorstellungsgespräch habe ich mich natürlich riesig gefreut. Aber wenn so ein Job-Interview schon unter normalen Umständen eine aufregende Sache ist, stellt euch so ein Gespräch mal vor, wenn ihr die Sprache noch nicht richtig beherrscht.

Ich habe mit einer Bekannten, die mich bei der Suche nach einer Ausbildung unterstützt hat, verschiedene Gesprächssituationen vorher geübt. Außerdem habe ich mir die Antworten auf Fragen die kommen könnten im Vorhinein von Google Translate übersetzen lassen. Im Gespräch habe ich dann mein Bestes gegeben und am Ende die Stelle tatsächlich bekommen. Die Zusage habe ich gemeinsam mit meinem Vater am Telefon gefeiert.

Bevor ich mit der Ausbildung anfangen konnte habe ich noch ein Förderjahr bei Daimler gemacht. In der Zeit konnte ich mein Deutsch weiter verbessern und habe einen guten Einblick in das Unternehmen bekommen. Danach startete meine Ausbildung. In Syrien habe ich schon zwei Semester BWL studiert, das hilft mir in meiner Ausbildung bei den kaufmännischen Sachen sehr. Der Fokus liegt aber auf der Installation und Montage von Geräten und Netzwerken sowie Informationssystemen für Rechenzentren und Produktionsbereiche, dem Installieren und in Betrieb nehmen von Hard- und Software und der Gestaltung von Geschäfts- und Leistungsprozessen.

Integration, Ausbildung und Sprachkurs in einem

In meiner Abteilung habe ich aber nicht nur einen Arbeitsplatz gefunden, sondern auch die Möglichkeit, mein Deutsch jeden Tag zu verbessern. Dabei habe ich schon gemerkt, dass die Deutschkurse eine tolle und wichtige Grundlage sind. Aber danach muss man auch rausgehen und sich mit den Menschen unterhalten, um die neue Heimat und die Menschen hier im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen. Dass ich mittlerweile in der Lage bin, ein komplettes Interview wie im Daimler-Podcast Headlights auf Deutsch zu machen, verdanke ich vor allem vielen Gesprächen mit den Menschen in meinem Umfeld.

Bei Daimler habe ich das große Glück, dass meine Kollegen mir nicht nur fachlich helfen, sondern auch in anderen Bereichen für mich da sind – wir sind ein Team. Genau das gefällt mir an unserem Arbeitssystem am besten. Wir machen alles gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig.

Meine Kollegen helfen mir zum Beispiel, wenn ich die Sprache nicht verstehe, wenn ich mich um meine Aufenthaltsgenehmigung kümmere oder Anträge ausfüllen muss. Hier bin ich nicht allein und habe immer Hilfe. So kann ich mich gut integrieren und meinen Platz in der Gemeinschaft finden, ich gehöre dazu. Sie helfen mir auch die deutsche Kultur zu verstehen. Dafür möchte ich mich bei meinen Kollegen bedanken: Vielen Dank, dass ihr mich immer unterstützt!

Neue Kultur, gutes Essen: Linsen, Spätzle und Zwiebelkuchen

Gleichzeitig ist hier in Deutschland natürlich vieles anders als in Syrien. In meiner Heimat fängt man zum Beispiel erst später an zu arbeiten. Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass wir in Deutschland schon um 06:00 Uhr anfangen zu arbeiten und nicht erst um 08:00 Uhr oder später. Und auch das Wetter ist anders als in Syrien – daran habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht wirklich gewöhnt. Im Winter ist es hier einfach richtig kalt.

Auch das Essen ist anders als in meiner Heimat, aber ich freue mich immer, wenn ich neue Sachen ausprobieren kann. Meine Favoriten hier sind bisher Linsen und Spätzle und Zwiebelkuchen! Außerdem mag ich den schwäbischen Dialekt. Weil die Menschen hier sehr freundlich sind, ist es für mich auch nicht komisch, über meine Flucht zu sprechen – denn meine Gesprächspartner geben mir auch nicht das Gefühl, dass es komisch ist.

Meine Familie vermisse ich trotzdem, auch wenn wir über das Internet und Telefon Kontakt halten können. Sie sind sehr stolz darauf, dass ich bei Daimler arbeite und so gut deutsch spreche. In unseren Gesprächen interessiert sie vor allem, was die größten Unterschiede zwischen Syrien und Deutschland sind.

Nächster Traum nach der Ausbildung: Ein Studium in Deutschland

In Syrien habe ich vor meinem BWL-Studium Abitur gemacht und eine Ausbildung als Drucker und Designer abgeschlossen. Hier in Deutschland habe ich davon geträumt, dass ich etwas Technisches im IT-Bereich arbeiten kann. Ich habe nun meinen Traum verwirklicht und meine Arbeit hat mit Autos zu tun. Nach der Ausbildung möchte ich an Großrechnern und Schaltschränken arbeiten. Sollte mein Abitur hier akzeptiert werden, möchte ich versuchen meinen nächsten Traum zu verwirklichen: In Deutschland studieren.

Ihr wollt mehr über meinen Weg nach Deutschland und meine Ausbildung bei Daimler erfahren? Dann schaut beim Daimler Podcast Headlights vorbei und erfahrt meine ganze Geschichte.


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Noch mehr Geschichten über Daimler-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter findet ihr außerdem in dem neuem MBC-Video-Format „Eine/r von uns“. Den Auftakt dazu machte unser Chef-Designer Gorden Wagener.

Bassel Aslambouli ist 24 Jahre alt und Auszubildender zum IT-Systemelektroniker in Esslingen. Der gebürtige Syrer floh vor drei Jahren gemeinsam mit seinem Bruder aus seinem Heimatland. Schon seit er ein kleiner Junge ist, liebt er Mercedes-Benz. Sein größter Traum: Einmal S-Klasse fahren. Mit der Unterstützung seiner Kolleginnen und Kollegen hat er sich gut in seiner neuen Heimat eingelebt und ist bereits erfolgreich „neigschmeckt“: Er hat einen Faible für Linsen, Spätzle und Zwiebelkuchen und mag den schwäbischen Dialekt – wer kann das außerhalb des Ländles schon von sich behaupten?