Neu im Podcast: Was Recruiting bei Daimler mit Türstehern zu tun hat

Über mich und meinen Beruf sagt man gerne, ich sei der Türsteher vom Lab1886. Diese saloppe Jobbeschreibung trifft es eigentlich gut: Denn ich entscheide, wer der oder die Richtige für unseren Club ist.  Man sollte dabei nicht außer Acht lassen, dass ich mit meiner Türpolitik als Head of Personnel Strategy die Persönlichkeit des Lab1886 und das Recruiting bei Daimler maßgeblich forme.

Hier und im Daimler-Podcast HeadLights auf Spotify, Apple Podcasts/iTunes und Google Podcasts erzähle ich euch, was meinen Job ausmacht.

Das Lab1886 wurde als Ort für Erfindungen, Visionen und Innovationen erschaffen,  um die Transformation vom Automobilhersteller hin zu einem digitalen Mobilitäts-Dienstleister zu bewältigen. Mit dem Namen wird auf das Geburtsjahr des Automobils angespielt – und auf den Charakter eines Forschungslaboratoriums. Es geht uns um nichts weniger als darum, wie wir in Zukunft als Unternehmen mithalten können, anderen zuvorkommen und vorausberechnen, wohin es bei dem großen Thema Zukunft der Mobilität gehen wird.

Wir arbeiten auf drei Kontinenten an vier Standorten: Berlin, Stuttgart, Peking und Atlanta. Denn Innovationen entwickeln sich unterschiedlich schnell – vieles von dem, was es auf dem asiatischen Markt gibt, ist bei uns zum Beispiel noch gar nicht angekommen. Was jedoch alle Teams ausmacht, ist die Mischung aus Start-up- und Unternehmensmentalität.

Wir glauben nicht an Fachidioten

Ich wurde wegen meines Start-up-Hintergrunds eingestellt. Nun suche wiederum ich Leute, die verschiedenste Ansätze und Perspektiven mitbringen und lösungs- statt prozessorientiert arbeiten. Wir glauben nicht an Fachidioten: Für ein Team ist es nicht förderlich, einen brillanten, aber schwer umgänglichen Kollegen zu haben.

Meine Aufgabe ist es, die Besten zu finden – und auch, Daimler ins Bewusstsein von hochtalentierten Entwicklern zu rücken, die bisher eher an Jobs bei Facebook oder Google gedacht haben. Den perfekten Bewerber gibt es für mich nicht. Es gibt viele, die den von uns verlangten, optimalen Fertigkeiten-Mix (skillset) mitbringen.

Was wir suchen, sind Menschen, die überdies das gewisse Etwas haben, das ich als Pioniergeist beschreiben würde. Meistens spüre ich das schon vor dem ersten Bewerbungsgespräch. Man kann für irgendeine Bank die Software schreiben – oder aber man brennt dafür, die Zukunft zu gestalten, etwas Neues zu schaffen und die Welt zu verändern. Wer so tickt, ist im Lab1886 genau richtig.

Talente entdecken, ohne sie zu erlegen

Ich sehe mich nicht als klassischer Headhunter – in dem Begriff steckt mir zu viel von Zielerfassung und Jagd. Mit einem einzelnen Treffer ist es noch lange nicht getan. Mein Beruf ist viel facettenreicher: Ich entdecke Talente, lade sie ein und spreche mit ihnen – und bin für sie damit der allererste Anknüpfungspunkt zum Unternehmen. Ich bin also dafür verantwortlich, wie sich eine Person fühlt, wenn sie zum ersten Mal mit Daimler zu tun hat. Man könnte sagen: Ich bin selbst auch so etwas wie ein Markenbotschafter.

Mit einer erfolgreichen Neueinstellung endet mein Job aber keinesfalls. Ich kümmere mich auch langfristig um die Zufriedenheit jedes Einzelnen und fördere die Talente im Team individuell. In Berlin sind wir jetzt 60 Mitarbeiter: unter anderem Ingenieure, Produktmanager, Software-Entwickler, Venture Architects und Designer.

Recruiting bei Daimler: Weniger Anzug, mehr Spaß

Ursprünglich komme ich gar nicht aus der Personal- oder Headhunter-Ecke. Ich bin ein Jurist aus Kalifornien, der nach dem Studium gemerkt hat: Es hört sich weitaus spannender an, Jurist zu sein, als es die 14-Stunden-Arbeitstage tatsächlich sind. Ich habe dann als Personalberater gearbeitet und bei einem Kundentermin bei einer Gaming-Firma gesehen, wie ein Nine-to-five-Job auch aussehen kann: Ohne Anzug, aber mit einem Bällebad im Büro. Was soll ich sagen: Ich bin immer Kind geblieben. Genau so etwas wollte ich auch! Schnell habe ich gemerkt, dass ich damit nicht alleine bin: Wir wollen alle mehr Spaß, aber denken, dass wir ihn nicht haben dürfen. Stattdessen haben wir diese angestaubten Vorstellungen eines Arbeitslebens im Kopf.

Die Tech-Branche hat mir letztlich gezeigt, dass Arbeit nicht öde sein muss. Das hat mich inspiriert, mich in der Arbeit mit Menschen weiterzubilden. Nach Stationen bei Gaming-Firmen und Start-ups in Kalifornien, London und Berlin – immer als selbstständiger Berater – konnte ich mir nicht vorstellen, bei einem Unternehmen angestellt zu sein. Doch dann lernte ich die Arbeit und die Visionen des Lab1886 in Berlin kennen. Das kleine Team bestand 2017 noch aus einer Handvoll Leuten.

Talent ist das größte Kapital

Meine Berufsbezeichnung, Head of Personnel Strategy, hört sich für manche Daimler-Kollegen vielleicht komisch an – irgendwie zu Start-up-mäßig. Aber letztlich sind sich wohl alle darin einig, dass das größte Kapital eines Unternehmens heutzutage Talent ist. Besonders gilt das für führende Tech-Firmen: Vierzig Menschen können mit ihren Laptops ein Eine-Million-Dollar-Business erschaffen. Deshalb sollte die Auswahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei jedem Unternehmen ganz oben auf der To-do-Liste stehen. Dass ich hier als Lab1886-Türsteher mit meiner Erfahrung für eine gute Mischung handverlesener Talente sorgen kann, erfüllt mich mit großem Stolz.


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Noch mehr Geschichten über Daimler-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter findet ihr außerdem in dem neuem MBC-Video-Format „Eine/r von uns“. Den Auftakt dazu machte unser Chef-Designer Gorden Wagener.

David Hailey ist Leiter des Bereichs Personalstrategie (Head of Personell Strategy) bei dem Daimler-Venture Lab 1886. Der gebürtige Amerikaner hat 2008 seinen Bachelor of Law an der Kingston Universität in London absolviert und lebt seit 2013 in Berlin. Dort ist er seit Mai 2017 dafür verantwortlich, die richtigen Talente für unser Innovationslabor Lab 1886 zu finden. Er selbst vergleicht seine Tätigkeit gerne mit der eines Türstehers, der entscheiden darf, wer auf die „Start-up Party“ eingeladen. Seine Leidenschaft ist die Technik, außerdem ist er Fan des FC Chelsea.