STARTUP AUTOBAHN: Ein Arbeitstag in Europas größter Mobility-Plattform für Startups

Hallo, mein Name ist Philipp Gneiting und als Teamleiter für Open Innovation in der Entwicklung bin ich zusammen mit meinem Team unter anderem für das STARTUP AUTOBAHN Programm verantwortlich.

Wir bringen Startups mit Daimler-Kollegen für gemeinsame Projekte zusammen – aber was heißt das eigentlich genau? Und wie sieht das in unserer täglichen Arbeit aus? Ich freue mich, euch einmal auf einen Tag bei uns im Team mitzunehmen. Doch bevor wir in den Tag starten, ein paar Basics vorneweg: 

STARTUP AUTOBAHN dient als eine Vermittlerplattform zwischen Daimler Experten und innovativen Startups. Über den Prozess der Partnerfindung, Projektanbahnung und der 100-tägigen Zusammenarbeits-Phase bietet die Plattform eine schnelle Möglichkeit um die vielfältigen technologischen Entwicklungen in der Startup-Szene für Daimler bewert- und entscheidbar zu machen. Dabei interessieren wir uns über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg für visionäre Startups mit relevanten Ideen für die Zukunftsfragen unseres Unternehmens. Finden wir spannende Startups, so versuchen wir diese bei den richtigen Fachbereichen zu platzieren.

Dabei verfolgen wir den ‚Venture Client Ansatz‘, also die frühe Kooperation mit einem Startup, um neue Technologien und Geschäftsmodelle möglichst schnell in unseren Produkten oder internen Prozessen zu verankern. Die Forschungsfabrik ARENA2036 der Universität Stuttgart in Vaihingen ist dabei die zentrale Anlaufstelle für die Startups mit Zugriff auf Arbeitsplätze, Besprechungszimmer und Werkstattfläche, wo bei Bedarf sogar Prototypen aufgebaut werden können. Auch der Mitgründer Plug and Play ist hier vor Ort, welcher während des gesamten Programms vor allem im Rahmen der Startup-Suche und Organisation stark involviert ist. Soweit zur Theorie, der Tag kann beginnen.

8:45-9:00 STARTUP AUTOBAHN Daily Stand-up

Der Tag beginnt mit unserem Startup Autobahn Daily, bei dem das STARTUP AUTOBAHN Team morgens erstmal für einen kurzen Austausch zusammenkommt und bespricht, was heute so ansteht. Dabei orientieren wir uns immer an den drei Phasen des Projekts: Startup-Scouting, 100-Tage-Programm und Implementierungs-Phase. Und das spannendste Thema: Welches Projekt schafft es als nächstes in Serie, so dass wir unsere „Wall of Fame“ mit einem weiteren Startup Logo verschönern können?

Das Startup Autobahn Team – hinten v.l.: Philipp Gneiting, Jasmin Scharf, Kristina Michl, Anna Wilhelmi, Constanze Cuellar Lopez, Felix Köppenkastrop-Lüker

10:00 Uhr Austausch zwischen allen Startup Autobahn Standorten

Startup Autobahn ist nach seiner Gründung schnell zu einem internationalen Netzwerk geworden. Schon kurz nach dem Start in Deutschland haben Daimler-Kollegen weltweit an Ihren Standorten auch Startup Autobahn Programme aufgebaut. Um international auf dem Laufenden zu bleiben, haben wir in regelmäßigen Abständen einen Austausch mit allen Partnern – so auch heute. Hier tauschen wir uns über die vielversprechendsten Startups aus, die wir aktuell gefunden haben und über anstehende Termine in den einzelnen Programmen. Dabei sind die internationalen Startup-Autobahn Kollegen aus der Entwicklung, der Produktion, der IT, dem Lab 1886 und dem Marketing aus China, Bangalore, Singapur, Südafrika und USA beteiligt. Besonders spannend ist dabei für mich, wie Startup Autobahn in den verschiedenen Kulturen und den unterschiedlichen beteiligten Bereichen gelebt wird. Mehr Interkulturalität und Arbeiten über Bereichsgrenzen hinweg geht kaum!

11:00 Uhr Kick-Off mit den Projektleitern des aktuellen 100-Tage-Programms

Ist die Entscheidung für eine Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und Startup getroffen, startet das 100-Tage-Programm. Unser Job: Das volle Potential in der Pilot-Phase aus dem Startup rausholen und unsere Fachbereiche unterstützen. 100 Tage? Zugegeben, das ist keine lange Zeitspanne für einen Großkonzern wie Daimler. Deswegen gilt es vor allem am Anfang, die Projekte in die richtigen Bahnen zu lenken und mithilfe von Kollegen aus dem Einkauf oder bei Legal die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um schnell fachlich in den Projekten loslegen zu können. Genau darum geht es heute in unserem Kick-Off-Termin mit allen Projektleitern. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotprojekte werden sie dann auf dem Expo Day mit ca. 1000 Besuchern aus Industrie, Forschung und Presse gezeigt. Es ist jedes Mal wieder ein schönes Gefühl zu sehen, wie viel in 100 Tagen auf die Beine gestellt werden kann, wenn die richtigen Leute an einem Strang ziehen.

Startups und Daimler-Projektleiter der 100-Tage-Phase

13:00 Uhr Interview Runde mit Startups

Doch noch einmal einen Schritt zurück: Wie finden die Startups eigentlich mit unseren Daimler-Experten für Projekte zusammen? Wir realisieren das, indem wir dafür sorgen, dass die richtigen Startups die richtigen Daimler-Kollegen persönlich kennenlernen. Bei dem Termin heute sehen wir uns fünf Startups aus dem Bereich Human Resources an, die innovative Lösungen im Bereich Recruiting vorstellen. Damit die Startups von Experten in diesem Gebiet beurteilt werden können, sind einige Kollegen aus verschiedenen HR-Bereichen dabei.

Die eigentliche Arbeit fand allerdings schon in den Wochen vorher statt: Wir suchen gemeinsam mit unserem Partner Plug and Play auf Startup-Messen, in Startup-Datenbanken oder durch persönliche Kontakte die bestmöglichen Startup-Partner für die jeweiligen Suchfelder der Fachbereiche. Die Herausforderung ist dabei in der Regel nicht, genügend passende Startups zu finden, sondern aus einhundert möglichen Startups die besten zu identifizieren. Und damit diese auch aus jeder Ecke des Planeten nach Stuttgart zu uns für einen Kennenlern-Termin kommen, haben wir uns ein besonderes Alleinstellungsmerkmal überlegt.

Durch den Zusammenschluss einer Vielzahl großer Industriepartner auf unserer Plattform gelingt es uns, die oft stark umworbenen Startups zu motivieren, für einen ersten Austausch nach Stuttgart zu kommen. Dadurch ermöglichen wir es unseren Daimler Fach-Experten, sich innerhalb der monatlich stattfindenden, sogenannten “Deep Dives“ mit den 10-15 spannendsten Startups für ihre Suchfelder zu treffen. Dabei werden ganz konkret die Alleinstellungsmerkmale der Startups hinterfragt und mögliche Anwendungsfälle für die Fachbereiche besprochen. Stimmt die Kombination, so entsteht daraus im nächsten Schritt ein Pilotprojekt mit dem Ziel, die Serientauglichkeit zu bestimmen. Bei dem Termin heute mit den Kollegen aus dem HR-Bereich war das Feedback super. Von den gezeigten Startups werden wir mit mehren in einen weiteren Austausch gehen und potentielle Pilotprojekte besprechen.

Erfolgreiche Projekte werden auf dem Expo Day ausgestellt

17:00 Uhr Treffen mit Entwicklungsfachbereich für die Ausrichtung des nächsten Programms

Entscheidend für den Erfolg von Startup Autobahn ist insbesondere die enge Zusammenarbeit mit unseren Fachbereichen. Hierbei stehen unsere Daimler-Kollegen als Experten im Fokus und spielen schon bei der Startup-Suche eine große Rolle. Sie kennen Ihre Bereiche und Suchfelder am besten und wissen ganz genau, wo der Schuh drückt. Gemeinsam mit den Fachbereichen aus der Entwicklung, Produktion, dem Personalbereich, u.v.m., ermitteln wir im ersten Schritt die Themenfelder für ganz „akute“ Problemstellungen oder erarbeiten sie gemeinsam in Kreativ-Workshops.

Aktuell fokussieren wir uns verstärkt auf Startups, die im Einklang mit unserer Kampagne „THE NEXT GREEN THING“ stehen. Wir suchen neue Technologien und Konzepte, die unser Unternehmen, unsere Produkte und Prozesse im Bereich Nachhaltigkeit unterstützen. Das bedeutet im Erfolgsfall dann Win-Win-Win: für Daimler, das Startup und unsere Umwelt. Und damit das auch richtig gut funktioniert, überlegen wir uns in diesem letzten Termin des Tages, mit welchen Suchfeldern wir unser Scouting starten und an welchen möglichen Terminen wir Startups und Fachbereiche zusammenbringen können. Ihr ahnt es schon: Nach dem Startup Autobahn Programm ist vor dem Startup Autobahn Programm.

Dr. Philipp Gneiting ist Leiter des Teams Open Innovation bei Daimler PIONEERING. Neben der STARTUP AUTOBAHN (www.startup-autobahn.com) ist er zuständig für die Forschungskommunikation, den Daimler Pioneers & Innovation Award und weitere Open Innovation Formate wie die Mercedes-Benz In-Car-Gaming-Challenge (http://www.in-car-gaming.com/).