Torc Robotics und Daimler Trucks: Starke Partner für automatisierte Lkw

Daimler Trucks beteiligt sich mehrheitlich an Torc Robotics, einem auf automatisiertes Fahren spezialisierten Software-Unternehmen mit Sitz in den USA. Damit schaffen wir einen einzigartigen Technologieführer für automatisierte Lkw – und kommen unserem Ziel einen wichtigen Schritt näher, binnen einer Dekade hochautomatisierte Lkw auf die Straße zu bringen.

Heute ist für Daimler Trucks ein ganz besonderer Tag. Es ist ein Tag, auf den wir uns sehr gefreut haben. Denn die Investition, die wir heute bekanntgeben, ist absolut wegweisend – nicht nur für uns und unseren neuen Partner Torc Robotics, sondern auch für unsere Kunden sowie für Wirtschaft und Gesellschaft. Das mag hochgegriffen klingen, ist aber keineswegs übertrieben. Denn das Potenzial von automatisierten Lkw ist gigantisch.

Daimler Trucks bereit für die Serienproduktion

Und das haben wir bei Daimler Trucks nicht erst jetzt festgestellt. Im Gegenteil: Wir haben schon früh erkannt, welche Möglichkeiten diese Technologie bietet – für mehr Sicherheit im Straßengüterverkehr, aber auch für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Das globale Transportvolumen im Straßengüterverkehr wird sich zwischen 2015 und 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln – und automatisiertes Fahren ist ein wichtiger Stellhebel, um diesen Anstieg auf eine wirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvolle Art und Weise zu bewältigen.

Wir treiben das automatisierte Fahren für Lkw deshalb schon seit Jahren voran. 2014 haben wir mit unserem Mercedes-Benz Future Truck weltweit erstmals die Vision eines autonomen Lkw vorgestellt. 2015 haben wir mit unserem Freightliner Inspiration Truck in den USA die weltweit erste Straßenzulassung für einen teil-automatisierten Lkw erhalten.

Jetzt sind wir schon so weit, dass wir mit dem teil-automatisierten Fahren – also mit dem automatisierten Fahren der Stufe 2 – in Serie gehen können, und zwar in allen Regionen: in Europa mit unserem neuen Mercedes-Benz Actros, in den USA mit unserem neuen Freightliner Cascadia und in Japan mit den schweren Lkw unserer Marke FUSO.

Lkw der Stufe 4 – ein großer Technologiesprung

Wir haben bei dieser Technologie also schon viel erreicht, aber trotzdem ist das teil-automatisierte Fahren für uns nur ein Zwischenziel. Im Januar haben wir auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas schon unser nächstes Ziel ausgegeben: Innerhalb einer Dekade wollen wir hochautomatisierte Lkw – also Lkw der Stufe 4 – serienreif auf die Straße bringen.

Das wird ein großer Technologiesprung. Denn während beim teil-automatisierten Fahren der Stufe 2 die Verantwortung noch beim Fahrer liegt, übernimmt beim hochautomatisierten Fahren der Stufe 4 das System die Verantwortung. Nur eine Zahl, die erahnen lässt, wie komplex die Technologie ist: Ein System für teil-automatisiertes Fahren braucht zwei technisch höchst anspruchsvolle Sensoren auf Radar- und Kamerabasis – beim hochautomatisierten Fahren sind es einige Dutzend, mit zusätzlichen Sensoren auf Basis der Laser-Technologie Lidar.

Um möglichst schnell Erfahrungen zu sammeln, werden wir das hochautomatisierte Fahren schrittweise einführen und die Anwendung zunächst radikal vereinfachen. Wir beginnen in den USA mit Strecken zwischen Logistikzentren entlang großer Highways.

Torc Robotics und Daimler Trucks: Pioniere beim automatisierten Fahren

Mit unserem neuen Partner werden wir genau daran arbeiten. Wir beteiligen uns mehrheitlich an dem US-Unternehmen Torc Robotics mit Sitz in Blacksburg, Virginia. Torc Robotics wurde im Jahr 2005 gegründet, ist damit einer der Pioniere beim automatisierten Fahren, und – noch viel wichtiger – eine der weltweit führenden Adressen auf diesem Gebiet: Torc Robotics hat automatisierte Fahrzeuge mittlerweile in mehr als 20 amerikanischen Bundesstaaten getestet, und zwar auf öffentlichen Straßen wie auch in abgesperrten Bereichen – und mit keinerlei Unfällen. Teil der Tests war auch eine Fahrt von Küste zu Küste quer durch die Vereinigten Staaten, und auf der Route lagen auch einige verkehrsreiche Städte wie etwa Las Vegas.

Wir bündeln unsere Kräfte nun mit Torc Robotics, weil wir überzeugt sind, dass sich unsere Stärken perfekt ergänzen. Torc Robotics ist führend beim automatisierten Fahren – und Daimler Trucks ist führend bei Lkw. Wir kennen die besonderen Anforderungen unserer Branche und wir haben die globale Präsenz und die globalen Plattformen, die es braucht, um neue Technologien zügig in allen Regionen auszurollen.

Konkret bedeutet das: Das Torc-Team wird mit den Entwicklern von Daimler Trucks eng zusammenarbeiten, insbesondere was die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Daimler Trucks North America in Portland angeht. Torc wird seine Software für automatisiertes Fahren weiterhin hier in Blacksburg in Virginia entwickeln und testen. Gleichzeitig wird sich Daimler Trucks darauf konzentrieren, das automatisierte Fahren technologisch und mit Blick auf die Fahrzeugintegration für schwere Lkw weiter voranzutreiben.

Unterm Strich ergänzen sich die Expertise von Torc bei agiler Softwareentwicklung und unsere Erfahrung bei zuverlässiger und sicherer Trucks ideal. Gemeinsam mit Torc Robotics können wir beim automatisierten Fahren nun noch schneller noch mehr erreichen – zum Nutzen unserer Kunden und von Wirtschaft und Gesellschaft. Wir freuen uns deshalb sehr über diese Partnerschaft. Gemeinsam wollen wir die Zukunft des Transports maßgeblich mitgestalten!


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Martin Daum ist Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Leiter von Daimler Trucks & Buses.