Entspannung im Auto: Komfortsteuerung mit dem ENERGIZING COACH

Ob die Fahrt zur Schichtarbeit, der Stau im Feierabendverkehr oder hunderte von Kilometer pro Woche im Außendienst – manche Autofahrten fordern uns mehr als andere. Warum diese Zeit also nicht nutzen, um sie nach euren Bedürfnissen so angenehm wie möglich zu gestalten? Genau das ist unser Ziel mit der Komfortsteuerung und dem ENERGIZING COACH.

Seit knapp zwei Jahren arbeite ich mit meinen Kollegen daran und freue mich, dass es mit dem Start des neuen GLE auf die Zielgerade zugeht. Die Idee dahinter ist eigentlich simpel: Wenn wir wissen wie sich der Fahrer fühlt, können wir ihm dazu passend die schon im Fahrzeug existierenden ENERGIZING COMFORT Funktionen empfehlen, zum Beispiel Kombinationen aus Massage, Ambiente-Beleuchtung oder Duft.

Fitnessdaten vom Handgelenk ins Auto

Viele tragen schon heute Fitness Armbänder, sogenannte Wearables, um verschiedenste Vitaldaten wie beispielsweise Puls, Tagesaktivität oder gelaufene Schritte zu messen. Um darauf optimal reagieren zu können, bringen wir diese Daten jetzt in euer Auto.

Und so geht’s: Ihr bestellt euch mit der Markteinführung des neuen GLE bei Garmin ein Produkt eurer Wahl – Voraussetzung ist, es unterstützt Stress-, sowie Pulsmessung. Das können zum Beispiel die Smartwatches Vivoactive 3 oder  Vivomove HR sein. Oder auch in Zukunft die Vivoactive 3 im Mercedes-Benz Design. Seid ihr dann damit einverstanden, eure Daten an den ENERGIZING COACH freizugeben, kann es losgehen.

Der ENERGIZING COACH nutzt die Daten des Wearables und wir speisen diese in einen Algorithmus ein. Daraus werden anschließend die optimalen passenden Funktionen für euch berechnet. Hattet ihr zum Beispiel einen langen Tag und seid etwas fertig, wird euch ein Vitalisierungsprogramm durch den ENERGIZING COACH vorgeschlagen, das euch mit einer fein abgestimmten Kombination aus Luftstößen aus der Klimaanlage, Massagefunktion und Steuerung des Ambientelichts wieder fit macht. Über eine Verbindung mit der Mercedes Me App könnt ihr euch euren Puls sogar direkt auf dem zentralen Display im Fahrzeug anzeigen lassen.

Flexibles Backend

Realisiert haben wir all diese Funktionen über mehrere Schritte und der Verknüpfung verschiedener Systeme in- und außerhalb des Fahrzeugs. Zum einen ist da das Fahrzeug selbst – hier lernen ENERGIZING COACH und Fahrer gegenseitig voneinander, was sie brauchen und können. Je öfter ihr den COACH nutzt, umso gezielter kann er euch empfehlen, was ihr erfahrungsgemäß in bestimmten Situationen wie zum Beispiel Stress oder Müdigkeit braucht.

Die Berechnung der Programme findet allerdings nicht Fahrzeug-Backend statt, sondern auf externen Servern. Das war uns wichtig, um auf wechselnde Bedingungen und auch Änderungen im Wearable Markt reagieren zu können. Gibt es beispielsweise neue Produkte oder neue Parameter, die gemessen werden können, werden diese Features immer wieder für euren E-COACH aktualisiert.

In dieses Backend fließen über unterschiedliche Kanäle Fahrzeugdaten, Wearable-Daten und auch Umgebungsdaten ein. Ein von uns entwickelter Algorithmus wertet diese aus, gewichtet sie und sorgt im passenden Moment für eine Benachrichtigung im Fahrzeug. Und keine Sorge, wir sichern ab, dass die Empfehlungen dezent bleiben und natürlich haben wir während der Entwicklung an den Datenschutz gedacht. Keine Daten werden von uns ohne explizite Einwilligung des Kunden verwendet und gespeichert.

Echte Teamarbeit

Die technische Architektur und das Zusammenspiel zwischen ENERGIZING COMFORT und ENERGIZING COACH spiegelt sich auch in der Art, in der wir zusammengearbeitet haben wieder. Als Projektteam aus verschiedenen Entwicklungs-, Kooperationsmanagement- und Produktmanagement-Abteilungen  konnten wir ganz simpel abteilungsübergreifend zusammen arbeiten und hatten schnell alle notwendigen Kollegen, Meinungen und Expertise an einem Tisch.

Das klingt vielleicht selbstverständlich. Im Alltag macht es aber einen echten Unterschied, wenn man die Rückendeckung hat, selber aktiv an einem Thema mitzuziehen und ein echtes Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln. Ich finde den Gedanken sehr spannend, wie anders die Umsetzung ausgesehen hätte, wenn andere Kollegen an Bord gewesen wären.

Darüber hinaus war es natürlich auch motivierend zu beobachten, wie unser Wettbewerb an das Thema „Wellbeing im Fahrzeug“ heran geht. Soweit ich weiß, sind wir mit unserem ENERGIZING Paket und der aktiven Verknüpfung eines Wearables mit einem Serienfahrzeug aktuell die Ersten. Das macht uns natürlich auch ein Stück weit stolz.

Voneinander lernen

Neben der internen Zusammenarbeit ist in diesem Projekt auch das Verhältnis mit dem externen Wearable Anbieter, in unserem Fall Garmin, spannend. Neben der rein technischen Ausarbeitung hatte ich hier die Gelegenheit, Einblicke in einen anderen Konzern in einer anderen Branche zu erhalten. Es war bereichernd, die Bedürfnisse auf Seiten der Kollegen zu sehen und eine gemeinsame Ebene zu finden, um auf Augenhöhe zusammen zu arbeiten. Leicht war das nicht immer.

Garmin bringt jährlich neue Produkte auf den Markt und muss dementsprechend schnell mit einem starken Software-Bezug entwickeln. Unsere Fahrzeuge brauchen in der Entwicklung dagegen schon mal länger. Die richtigen Produkte zu finden, die bei Garmin in der Planung sind, bei uns zu den Entwicklungszyklen und Fahrzeugeinführungen passen und die richtigen Schnittstellen software-seitig zu verknüpfen war eine große Herausforderung.

Gleichzeitig konnten wir durch die Zusammenarbeit mit Garmin viel lernen: Die Kollegen haben uns gezeigt, dass man Software nicht fünf Jahre im Voraus sinnvoll definieren kann. Stattdessen gilt es Chancen flexibel zu ergreifen, um auf Veränderungen zu reagieren. Und genau diesen Austausch und die Zusammenarbeit sehe ich als einen wertvollen Beitrag für den Digitalisierungs- und Umdenkungsprozess innerhalb unseres Konzerns. Wir haben es geschafft, als erster Hersteller unseren Kunden ein Angebot zu schaffen, das eine Autofahrt zum Erlebnis macht.

Live vor Kunde kommt diese Funktion übrigens zum ersten Mal mit dem neuen GLE, der ab Februar 2019 verfügbar ist. Aus meiner Sicht passt das Thema hier wie Topf und Deckel. Wer möchte nicht aus seinem Sports Utility Vehicle aussteigen und sich dabei vitalisiert und erholt fühlen?


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Yu Jin Son hat die Technik hinter dem ENERGIZING COACH verantwortet und widmet sich künftig weiteren Entertainment Funktionen im Fahrzeug.