Innovationsplattform FC think! tank: Problemlöser und Ideenfinder

Welche Innovationsplattformen gibt es bei Daimler und wer steckt dahinter? Bei #venturewednesday geben wir mittwochs Einblicke hinter die Kulissen der Daimler-Ventures und deren spannende Aufgabe: die Zukunft der Mobilität. Dieses Mal: FC think! tank, der interne Innovationshub von Daimler.

FC think! tank – klingt nach Fußballclub, hat das wirklich was mit Innovation zu tun? So fängt das ein oder andere Gespräch an, wenn man Bekannten oder Freunden zum ersten Mal von uns erzählt.

Das FC steht für das Daimler Vorstandsressort Finanzen & Controlling, und das beschreibt auch schon sehr gut, in welchem Bereich wir uns am wohlsten fühlen. Mein Team und ich sind Innovationsexperten für die zentralen Konzernfunktionen bei Daimler. Als Strategieinitiative sind wir 2016 im Finanzbereich gestartet und unterstützen mittlerweile auch die Kollegen aus dem Personalbereich und des Ressorts Recht & Integrität.

Anders als andere Innovationhubs oder Venture-Einheiten arbeiten wir nicht am freien Markt, sondern ausschließlich konzernintern. Wir betreiben Corporate Innovation, oder einfach gesagt: Wir wollen die Konzernorganisation gemeinsam mit unseren Kollegen innovativ, effizient und fit für die Zukunft aufstellen.

Offenes Denken als Anfang jeder Innovation

Innovation verstehen wir als ganzheitlichen Prozess. Das heißt, dass wir in einem ersten Schritt den Pioniergeist in den Fachbereichen wachkitzeln und den Kollegen zeigen wollen: Das ist deine Chance, hier kannst du selbst aktiv werden! Denn vom Controller bis zum Rechtsanwalt machen viele Kollegen bei uns ihre erste Erfahrung mit Innovation. Wir veranstalten regelmäßig Veranstaltungen wie Impulsvorträge und Trainings, um sie mit inspirierenden Themen und Methoden zu versorgen und so den Horizont für eigene Innovationsprojekte zu öffnen.

Diese setzen wir dann gemeinsam mit den Kollegen auf unseren Workshopflächen außerhalb der Daimler Werke um. Wer in seinem Arbeitsalltag Probleme oder Prozesse entdeckt, die vereinfacht werden müssen, oder auch eine Idee hat, die zu einem ganz neuen Geschäftsmodell taugt – dem helfen wir dabei, durch einen strukturierten Innovationsprozess zur Lösung zu kommen.

Innovationen effektiv umsetzen

In mehreren Stationen führen wir die Kollegen vom Problem über die erste Ideengenerierung und Prototypenentwicklung bis hin zur Validierung ihres Produktes bzw. Prozess. Wenn dann das Management des Fachbereichs und unser eigenes Entscheidungsgremium zustimmen, begleiten wir die Teams auch bei der Implementierung und Skalierung ihres Projekts.

Im Prozess nehmen wir die Rolle des Coaches und Ratgebers ein; erarbeiten müssen die Teams sich die Lösungen aber selbst. Wichtig ist uns nämlich, die Kollegen nicht nur in der konkreten Situation zu unterstützen, sondern sie langfristig zu „Innovatoren“ zu entwickeln und unsere methodische Kompetenz an sie weiterzugeben. Umgekehrt bekommen wir Einblicke in viele spannende Projekte, die gerade im Konzern laufen und können so Synergien herstellen – auch zwischen den verschiedenen Fachbereichen.

Einzigartiger Fokus auf Konzernfunktionen

Die Themen, an denen wir mit den Projektteams arbeiten, sind sehr vielfältig. Am besten veranschaulichen das Beispiele: Ein erfolgreiches Projekt im Finanzbereich entwickelte eine App zur Projektinvestitions-Kalkulation in fünf Schritten. Das Tool vereinfacht die Erstellung von Geschäftsszenarien – weg von mehreren Excel-Listen und Prozessschritten hin zu einer anwenderfreundlichen Applikation – und wurde 2016 bei Daimler Financial Services eingeführt. Als eines unserer ersten Projekte ist es mittlerweile an mehreren Stellen bei Daimler im Einsatz.

Die HR-Kollegen aus dem werksärztlichen Dienst verbinden Effizienz mit Qualität und haben den bisher manuellen Medikamentenbestellprozess digitalisiert: Ein neues Bestellportal soll Übertragungsfehler vermeiden, Verwerfungen reduzieren, Kennzahlen automatisieren und die Medikamentenauswahl den Standortbedarfen anpassen. Durch die Optimierung der Prozessabläufe bleibt dem werksärztlichen Dienst somit mehr Zeit für seine Kernaufgaben.

Ein innovatives Beispiel aus dem Rechtsbereich ist „IP Policy“, eine benutzerindividuelle Informationsplattform für Einsteiger bis hin zum Experten für den sicheren Umgang mit unserem geistigen Eigentum. Hier bekommen die Mitarbeiter die für sie wesentlichen Informationen sowie die einzuhaltenden Regelungen unmittelbar und eindeutig zur Verfügung gestellt. Das Projekt steht exemplarisch für ein Umdenken in den zentralen Konzernfunktionen: Erstmalig haben neben Experten zu geistigem Eigentum auch ausgewählte Nutzer die relevanten Inhalte für die Richtlinie definiert.

Innovationsplattform: Neues erschaffen, Bestehendes verbessern

Daran zeigt sich ziemlich deutlich unser Faible für Themen aus der Konzernorganisation: Wir sind nicht nur auf der Suche nach dem nächsten “großen Ding“, sondern nehmen auch die alltäglichen Ideen und Probleme unserer Kollegen ernst. Wir wollen Daimler von innen heraus Schritt für Schritt ein bisschen besser machen. Umso mehr haben wir uns über die Auszeichnung mit dem dritten Platz beim Corporate Startup Award für unser Programm zur Prozessinnovation 2017 gefreut. Und auch eine Studie im Auftrag des CAPITAL Magazin hat uns als Top Trend der Corporate Startup-Szene ausgemacht. Das ist Bestätigung und Ansporn zugleich, weiter an unserer Mission zu arbeiten.

Denn wir sind überzeugt, Innovation ist niemals Selbstzweck, sondern leistet immer einen Geschäftsbeitrag – durch Mehreinnahmen aus neuen Geschäftsmodellen oder gewonnene Effizienzen aus intelligenten Prozessen.

Vielfältige Themen, selbstorganisiertes Team

Ich bin mittlerweile seit über 17 Jahren bei Daimler beschäftigt, zunächst im Einkauf, dann bei AMG und durfte 2016 dann den FC think! tank aufbauen. Hier zu arbeiten, ist schon etwas Besonderes: Unser Arbeitsalltag kann montags ganz anders aussehen als freitags und ist oft schwierig vorauszuplanen, auch weil wir immer versuchen, unseren Kollegen schnell weiterzuhelfen. Das macht sehr viel Spaß, geht auf Dauer aber nur mit einem wirklich starken Team. Ich bin fest überzeugt, dass die Stärkung unserer Mitarbeiter („Empowerment“) die Grundlage für eine innovative Arbeitskultur ist. Deshalb bin ich auch ziemlich stolz auf meine Truppe, die genau diesen Spirit mit unglaublich viel Eigenverantwortung und Selbstorganisation jeden Tag lebt.

Lust gemeinsam etwas zu bewegen

Von Coaches, Business Development über Kommunikation und Veranstaltungsspezialisten hin zu Digitalexperten und gelernten Ingenieuren – wir sind bunt aufgestellt und ergänzen uns gut. Hier will jeder etwas bewegen, jeder ist mit Herzblut dabei und übernimmt Aufgaben nach Kompetenzen, auch über die ursprüngliche Stellenbeschreibung hinaus.

Was uns antreibt, ist die gemeinsame Lust Daimler voran- und Innovationen auf die Straße zu bringen. Dafür müssen wir manchmal auch mit mehreren Bällen gleichzeitig jonglieren. Am Ende des Tages unterscheidet uns dann vielleicht doch nicht so viel von einem erfolgreichen Fußballclub.


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Christian Nitschke leitet seit 2016 den FC think! tank. Ihn haben vor allem Orte geprägt: Als geborenes Nordlicht und nach Zwischenstopp in Südafrika ist er jetzt mit Vorliebe Schwabe.