DigitalLife: 7000 km zum Traumunternehmen

Welche Innovationsplattformen gibt es bei Daimler und wer steckt dahinter? Bei #venturewednesday geben wir mittwochs Einblicke hinter die Kulissen der Daimler-Ventures und deren spannende Aufgabe: Die Zukunft der Mobilität. Dieses Mal: DigitalLife.

Mein Name ist Aygul, ich kam 2016 zu DigitalLife@Daimler. Seither arbeite ich im Team „Ideation and Intrapreneurship”. Für meine Geschichte in DigitalLife muss ich ein bisschen ausholen.

Ich stamme aus dem westlichen Teil Chinas, der Urumqi heißt. Ich hatte vor meinem Praktikum in unserer HR-Abteilung den Begriff „Daimler“ noch nie gehört. Schockierend, oder? Natürlich kannte ich unsere tollen Mercedes-Benz Produkte, aber die Bezeichnung Daimler war für mich damals ganz neu. Nach meinem Praktikum bei Daimler China entschloss ich mich, dass ich zurückkommen und in diesem Unternehmen arbeiten muss.

Mir hat so gut gefallen, wie international das Arbeitsumfeld war. Während meines Praktikums hatte ich Kontakt mit HR-Kolleginnen und -Kollegen aus 15 verschiedenen Ländern, mein täglicher Weg zur Arbeit mit öffentlichen Transportmitteln dauerte über 1,5 Stunden, aber ich war begeistert! Bald wurde mein Traum Wirklichkeit, als ich im Jahr 2010 meine offizielle Berufslaufbahn bei Daimler in Peking begann. Geschwindigkeit, Veränderung und Begeisterung – damit ließe sich meine Arbeitserfahrung in China zusammenfassen.

Meine Vorgesetzten (die bis heute eher Freunde und Mentoren sind) kannten meinen Ehrgeiz und mein Ziel, international zu arbeiten. Als sie mich dann letztlich fragten, ob ich Interesse hätte, in unserer neu gegründeten globalen HR-Entwicklungsfunktion am Hauptsitz in Stuttgart zu arbeiten, sagte ich sofort Ja! So kam es, dass ich zum ersten Mal nach Deutschland kam (und sogar zum ersten Mal überhaupt nach Europa). Ich sprach kein Deutsch, packte aber einfach meine zwei Koffer und stieg in das Flugzeug nach Stuttgart. Der Rest ist mittlerweile schon Geschichte.

Seither habe ich in verschiedenen HR-Abteilungen bei Daimler gearbeitet, wo ich mich auf die Personalentwicklung und das Performance Management konzentrierte. Die Fragen während meines Vorstellungsgesprächs für meine aktuelle Position reichten von der Marktsituation in China bis hin zu technologischen Trends und zu meiner Vision, wie die digitale Transformation den Kolleginnen und Kollegen konkret vermittelt werden sollte.

Das Vorstellungsgespräch fühlte sich eher wie ein intensives Brainstorming und ein Workshop zum Ideenaustausch an als alles andere. Es war so ein Meeting, bei dem man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Als ich dann grünes Licht bekam, zu DigitalLife zu kommen, war ich total begeistert, Teil dieser Gruppe zu werden!

Digitale Transformation beginnt bei den Mitarbeitern

Meine Aufgaben in unserem DigitalLife Team konzentrieren sich auf die Ideenfindung, insbesondere aus Schulungs- und Coaching-Perspektive. Auch habe ich für alle unseren Aktivitäten in Asien, insbesondere in China und Indien, die Rolle einer Brückenfunktion inne. Innerhalb von DigitalLife gibt es vier verschiedene Fokusbereiche (#transform, #ideate, #collaborate und #change), aber das vollständige DigitalLife Team übernimmt oft gemeinsame, teamübergreifende Projekte. So habe ich beispielsweise die Projektleitung für den DigitalLife Day India für den Bereich #change übernommen und arbeite mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Indien zusammen.

Im Fokus meiner Arbeit stehen unsere Mitarbeiter und wie wir sie dabei unterstützen können, auf Basis ihrer Expertise innovative Ideen zu generieren. Und ich glaube, dass dies ein wesentlicher Teil der digitalen Transformation ist.

Mit annähernd 300.000 Mitarbeitern weltweit verfügen Daimlers Mitarbeiter sicherlich über Wissen und Expertise in verschiedensten Bereichen, die wir miteinander teilen, weiter anpassen und verbreiten können.

Unterstützung von Mitarbeitern mit dem Innovationsprozess

Eines unserer Tools ist z. B. das Innovation Camp – ein dreitägiger intensiver Workshop, bei dem wir zusammen mit dem Ideenteam den ersten Prototyp kreieren, Kunden einbeziehen, um ihr Feedback zum allerersten Prototypen zu bekommen, um dann natürlich das Feedback für eine Iteration des Produkts zu nutzen. Nach drei Tagen kommen die Ideenteams dann mit iterierten digitalen Prototypen und einem ersten 8-Wochen-Implementierungsplan heraus.

Meine Rolle in dem gesamten, drei bis fünf Monate langen, Zeitraum ist die des Projektleiters. Zudem konzipiere ich die Workshop-Inhalte für unsere Kollegen. Vor Beginn des Prozesses höre ich unseren Kollegen aufmerksam zu, in welchen Bereichen sie Innovationspotenzial sehen, Prozessverbesserungen brauchen oder technische Lösungen benötigen. Dabei bin ich so eine Art Berater für unsere eigenen Kollegen und implementiere den Prozess, den ich mit ihnen gemeinsam erarbeitet habe.

Was mir an diesem Prozess am meisten gefällt, ist sicherlich, die Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Bereichen und mit verschiedenem Expertenwissen zusammenzubringen und im Innovation Camp als Coach vor Ort mitzuerleben, wie die Ideen in eine greifbare Form gebracht werden. Ein häufiges Feedback von Kollegen bezieht sich darauf, wie wertvoll es ist, bereits frühzeitig das Feedback potenzieller Kunden einzuholen, um Ideen iterieren zu können, bevor sie zu einem vollwertigen Produkt werden.

Eine Außensicht in Daimler einbringen

Das Innovation Camp war ein Beispiel für meine Arbeit mit dem Ziel einer internen Innovation. Eine andere Seite dieser Arbeit besteht darin, sie von „außen“ zu sehen. Das bedeutet, dass wir das Feedback von Startups, Technologieunternehmen und potenziellen Kunden in unsere intern generierten Ideen einfließen lassen.

Deshalb entschlossen wir uns, mit unseren internen Intrapreneuren und Konzernprogrammen an 4FYN teilzunehmen. 4YFN ist ein Tech-Startup-Event mit über 20.000 Besuchern. Hier kann man mit Startups interagieren, die eigene interne Innovation vorstellen, seine Accelerator-Programme überbrücken und die Markenbildung als Arbeitgeber stärken. Meine Aufgabe bestand darin, die Präsenz Daimlers bei dem Event in Barcelona zu organisieren.

Für mich persönlich war das eine spannende Herausforderung. Zu Beginn stand die Entwicklung unseres Event-Konzepts, das Branding, die Koordination innerhalb der Daimler-Welt und das Motivieren von Mitarbeitern, bei 4YFN anwesend zu sein. Alle Teams erhielten von Besuchern, Investoren, anderen Start-ups und sogar Studentengruppen wertvolles Feedback, ihre Produkte weiter zu entwickeln und sich dem Startup-Netzwerk anzuschließen.

Das ist eine Outside-in-Betrachtung, da wir das Feedback für die Produktentwicklung nutzen, bevor es zu spät ist. Sie fragen vielleicht, wie das Ergebnis aussieht? Schauen Sie sich das Ideenteam evungo an, das bei 4YFN war – zusammen mit unserem internen Inkubationsteam haben sie ihr Produkt nun eingeführt.

Sie fragen sich vielleicht auch, wie wir dieses Outside-in-Denken noch mehr Kollegen bieten könnten. Das war Teil meiner Mission für den 2018. DigitalLife Day India – also eines der konkreten Ergebnisse. Zusammen mit meinen Partnern bei MBRDI Varsha und Ira haben wir in Bangalore ein zweitägiges Tech-Event veranstaltet, an dem über 3.500 Mitarbeiter aus Bangalore, Pune, Chennai und anderen internationalen Standorten teilnahmen.

DigitalLife@Daimler – Es ist das digitale ‚Leben‘ von Mitarbeitern

Warum liebe ich, was ich mache? Weil unsere gesamte Abteilung dafür brennt, die digitale Transformation für alle greifbar zu machen. Unsere Plattform für Crowd-Ideenfindung steht intern allen Abteilungen und Bereichen weltweit zur Verfügung. Wir beraten alle Abteilungen und Länder im Bezug auf die Einrichtung des Innovationsprozesses, neuer Ideenfindungsmethoden und im Ideen-Coaching.

Wir setzen mit unserer DigitalLife Tour digitale Trends in konkrete Formate für unsere Werke um. All dies ist möglich, weil wir bei DigitalLife an das glauben, was wir tun, unseren Fokus auf unsere internen Mitarbeiter richten und allen neue Trends, Innovations-Ideenfindung, Kooperationsmethoden und Änderungsprogramme näherbringen.

Aygul Jilil startete ihre Karriere 2010 bei Daimler in Peking und arbeitete von da an in verschiedenen Bereichen und Standorten innerhalb der Daimler AG. Zur Zeit lebt sie ihre Leidenschaft für digitale Veränderung und Innovationen aus und ist Teil des #ideation-Tems des DigitalLife@Daimler Projekts.