Mentoring-Programm: Durch Vorbilder den eigenen Weg finden

Als ich die Einladung für die Teilnahme am Mentoring-Programm von Mercedes-Benz Cars erhalten habe, habe ich mich riesig gefreut. Warum? Was bringt mir das Mentoring? Das erfahrt ihr hier…

Seit Mai 2018 bin ich eine von vier Mentees bei Frank Deiß, dem Leiter der Produktion Powertrain MBC und Standortverantwortlicher im Werk Untertürkheim. Der Powertrain-Produktionsverbund beliefert die Mercedes-Benz Fahrzeugwerke weltweit mit Motoren, Achsen, Getrieben, Komponenten und Batterien.

Das MBC Mentoring ist eines von vielen Mentoringprogrammen bei Daimler. Wir vier Mentees stammen aus verschiedenen Arbeitsbereichen und kannten uns vorher nicht. Alleine in diesem Programm gibt es knapp 20 Menteegruppen, die aus den verschiedenen Tätigkeitsfeldern bunt zusammengesetzt wurden. Durch die neuen Kontakte und den Austausch speziell in meiner Vierergruppe kann ich mein persönliches Netzwerk in andere Bereiche quasi automatisch aufbauen und erweitern.

Spannende Diskussionen und persönliche Gespräche

Wir können mit unserem Mentor Herr Deiß komplett offen miteinander diskutieren. Spannend dabei festzustellen, dass wir als Mentees alle an ähnlichen Themen interessiert sind: Netzwerkbildung, Karrierewege und persönliche Weiterentwicklung, Life-Balance und verschiedenen Situationen als Führungskraft.

Im Einzelgespräch nimmt sich mein Mentor dann Zeit für meine persönlichen Themen wie beispielsweise Fallberatung oder er teilt sein Wissen und seine Einschätzung zu meinen individuellen Fragen. Wohin kann ich mich fachlich weiterentwickeln? Welche Aufgaben passen zu meiner Persönlichkeit und meiner Kompetenz? Das sind Beispiele für Fragen, die in so einem Gespräch gestellt und diskutiert werden. Hilfreich aus so einem Gespräch war für mich der Hinweis meines Mentors, wie wichtig es ist, die Energie an der richtigen Stelle einzusetzen und nicht zu „verbrennen“.

Es geht aus meiner Sicht hier nicht darum, der Mentorin oder dem Mentor nachzueifern, sondern aus dem Gespräch Impulse mitzunehmen, die mich zum Nachdenken anregen und meine eigenen Führungseigenschaften formen.

Dabei spielen die Themen „Vertrauen“ und „Authentizität“ für mich eine essenzielle Rolle. Dieses Thema haben wir gemeinsam mit Herrn Deiß diskutiert und ich fand es toll zu hören, dass es auch ihm wichtig ist, authentisch zu bleiben und nicht Sachen ‚zu verkaufen‘, hinter denen er nicht steht. Schließlich gehört es zur Führung auch immer, das Team zu überzeugen und mitzunehmen.

Ein besonderes Highlight war die Einladung zum „Shadowing“: Ich durfte meinem Mentor einen ganzen Tag bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und sozusagen wie ein Schatten folgen. Es hat mich beeindruckt, zu erleben, wie vielfältig die Themen und Aufgaben im Laufe eines Tages sind. Von einer Begehung in der Getriebeproduktion über ein Shopfloor-Gespräch bis zur Direktionsbesprechung und anschließend Controlling-Termin, bei dem es um Budget ging.

Über das MBC Mentoring-Programm bekommen wir auch die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen: Wir konnten an dem Vortrag von Insa Klasing teilnehmen, die die Erfahrung aus ihrem beruflichen Werdegang geteilt hat und uns ermutigt hat, „unseren Weg“ zu gehen. Ein weiteres Highlight war auch der Workshop „Stimme, Auftritt und Wirkung“. Hier konnte ich aus den praktischen Übungen viel für mich persönlich mitnehmen, was mir in meinem Berufsalltag beim Präsentieren oder in großen Besprechungen hilft.

Mein Fazit

Mentoring ist nicht automatisch ein Karrieresprungbrett. Es ist eine tolle Gelegenheit, individuelles Feedback eines Mentors zu nutzen, um sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln und von Beispielen aus seiner Karriere zu lernen. Die Sichtbarkeit im Management spielt natürlich auch eine wichtige Rolle – das Netzwerk ist wirklich wertvoll!

Genauso aber der Erfahrungsaustausch und das Networking mit den Kolleginnen aus den anderen Bereichen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Dass das in so kurzer Zeit möglich ist, ist unbezahlbar. Das Programm wirkt dabei wie ein Katalysator und ich bin froh, dass ich dabei sein kann. Und auch unser Unternehmen profitiert davon, dass Netzwerke die Zusammenarbeit erleichtern.

Und weil Netzwerken so wertvoll ist, habe ich einen kleinen Mittags-Stammtisch initiiert für Kolleginnen aus meinem beruflichen Umfeld, so dass wir uns beim Essen über Batterien und eDrive unterhalten können, und ganz nebenbei die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen verbessern.

Meine Tipps in Sachen Mentoring:

Ich tue mich jetzt schwer zu sagen, was ein Highlight war: alles war mega!

Drei Tipps zum Mentoring-Programm

1 – Nehmt Euch die Zeit fürs Mentoring und fürs Netzwerken! Alle haben viel zu tun, aber das ist eine einmalige Gelegenheit, die sich lohnt.

2 – Sucht proaktiv Kontakte zu Mentees auch außerhalb Eurer Gruppe und schaut über den Tellerrand, was andere machen und welche spannenden Aufgaben es in anderen Bereichen gibt.

3 – Offen sein für Neues!

Und das schöne daran: Alles ist ein Geben und Nehmen. Als Mentee profitiert man von Erfahrungen, die man gerne weitergibt. Ich werde mittlerweile selbst oft von jüngeren MitarbeiterInnen, die sich weiterentwickeln möchten, um Rat gebeten: Das freut mich sehr!


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Naima Seddouk arbeitet seit 2001 bei der Daimler AG und leitet dort ein Team, das rund um Batterie-Systeme und die dazugehörige Software arbeitet und so die Transformation Richtung E-Mobilität mitgestaltet.