Beziehung neu definiert: Roboter, K.I. und der selbstwirksame Mensch

Wie wird die Zukunft? Jeder hat vermutlich sein eigenes Bild – auch zur Zukunft des Automobils. Schließlich regt kaum etwas so unsere Fantasie an, wie die Autos der Zukunft. Wie sehen sie aus? Wie bewegen sie sich? Was machen wir? Und in welcher Beziehung werden wir zu ihnen stehen?

Nach allem, was wir wissen, werden die Autos der Zukunft anders sein als alles, was wir bisher kennen. Sie werden durch hochentwickelte künstliche Intelligenz angetrieben und so ziemlich die klügsten Maschinen sein, die jemals gebaut wurden.

Werden Autos weiterhin Autos genannt?

Das Wort „Auto“ klingt etwas altmodisch für etwas so futuristisches. „Super-Roboter“ trifft es schon eher. Für welche Bezeichnung sich die Geschichte entscheiden wird, wissen wir noch nicht – nennen wir sie jetzt einfach Roboterautos.

Wie bekannt, werden Roboterautos vollautonom sein. Sie werden uns sicher, komfortabel und bequem an jeden gewünschten Ort fahren. So zuverlässig, dass sie sogar unsere Kinder vor der Schule absetzen und am Ende des Tages wieder abholen können. Das Roboterauto der Zukunft wird unser Leben leichter machen.

Wo bist du?

Dies wird möglich durch die Autonomie der Maschine, also Maschinenautonomie. Und es ist gut möglich, dass dadurch die Ära des Fahrers eines Tages zu Ende sein wird. Ohne das Lenkrad bedienen zu müssen, werden unsere Hände und unser Kopf frei sein.

Wir können uns zurücklehnen und die Fahrt genießen. Wir können auf dem Weg zur Arbeit Dinge erledigen, Meetings abhalten, Games spielen oder in sozialen Medien aktiv sein. Wir können sogar schlafen. Mit der beruhigenden Gewissheit, dass wir uns in guten Händen befinden.

Ich bin der Passagier und ich fahre mit

Wir Menschen werden also Passagiere – „Vollzeit-Passagiere“ – sein. Wenn man bedenkt, dass wir das heute schon sind, wenn wir mitfahren oder im Taxi, Zug oder Flugzeug unterwegs sind, ist diese Erfahrung nicht sonderlich neu oder revolutionär.

Doch ist das alles? Wir glauben, dass das Automobil der Zukunft mehr bereithält, als nur Mitfahrer zu sein. In einer Welt, in der wir durch autonome Technologien immer seltener eine aktive Rolle einnehmen müssen, werden Menschen hier und da eine aktive Rollen einnehmen wollen.

Denn es liegt in der Natur des Menschen auch aktiv gestaltend, also selbst wirksam zu sein. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit ist und bleibt wichtig, weil wir uns dadurch lebendig und mit der Welt um uns herum verbunden fühlen. Manche von uns wollen nicht passiv sein, wir wollen mitmachen.

Wie lässt sich das erreichen? Was folgt auf die aktive Rolle des Fahrers – was ist der nächste evolutionäre Schritt? Wie sieht die aktive Rolle des Menschen im Zeitalter des Roboterautos aus?

Shaper

Wir stellen uns eine neue Rolle vor, die es einem erlaubt, zu erschaffen, zu trainieren, zu formen, zusammenzuarbeiten, zu programmieren. In einem Wort: gestalten.

Wir nennen diese neue Rolle: Shaper. Der Name ist vorerst eher unwichtig. Worauf es ankommt, ist die Bedeutung. Was formt ein Shaper?

In erster Linie formt ein Shaper die künstliche Intelligenz selbst, also das Gehirn des Roboterautos. Er hat Zugriff auf den digitalen Kern des Roboterautos, der alles steuert. Die KI liegt dann in den eigenen Händen und lässt sich auf sichere und intuitive Art und Weise formen (ausgenommen natürlich sicherheitsrelevante Veränderungen).

Wir sind überzeugt, dass der Mensch auch in Zukunft kreativ, talentiert und vor allem einzigartig sein wird. Die Rede ist also nicht von einer uniformen Blackbox KI, die vom Band rollt und das war’s. Es geht um eine Maschine, die das Werk verlässt und deren Geschichte erst dann beginnt – gemeinsam mit dem Menschen.

Es wird persönlich

Mit der von dir geformten KI am Steuer wird das Roboterauto zum persönlichen Roboterauto. Mit einem autonomen System, das einzigartig ist. Einem System, das Selbstbestimmung und Freiheit im nächsten Kapitel des Automobils ermöglicht. Es verfügt über alles, was Maschinenautonomie zu bieten hat: Denselben Komfort, dieselbe Sicherheit und dieselbe Annehmlichkeit. Aber anstatt eines Erlebnisses für den Menschen, ist es ein Erlebnis mit dem Menschen.

Um das zu ermöglichen, entwickeln wir neuartige Werkzeuge, die dich befähigen werden, die KI zu formen. Werkzeuge, für digitale Maschinen, mit denen man in der Lage sein wird, die Intelligenz zu personalisieren. Über natürliche Interaktion und völlig neuartige Schnittstellen. Man muss also kein Experte sein oder programmieren können.

Es wird spielerisch, sicher und mühelos sein – und Spaß machen. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch der Computer früher ein Gerät für Fachleute war. Heute kann jeder damit umgehen. Die neuen Werkzeuge für das intuitive Formen der KI werden natürlich mit der Mercedes DNA in jedem Detail und im Einklang mit unseren Markenwerten entwickelt: Exzellenz, Leistungsstärke und Sicherheit.

Einzigartiger Charakter

Man wird also in der Lage sein, sein Roboterauto zu etwas Einzigartigem zu machen, indem man die Fähigkeiten, die Persönlichkeit, den Fahrstil, die Bewegungen und die sonstigen Verhaltensweisen des Fahrzeugs formt. Das Roboterauto wird mit einem selbst zum Leben erweckt.

Man muss es sich vorstellen wie das Erschaffen einer Filmfigur. Mit eigenem Charakter und eigener Persönlichkeit. Auch das Roboterauto kann in der Lage sein, diese Charakterzüge über beispielsweise die Körpersprache und Reaktionen wahrnehmbar zu machen. Das Roboterauto, so futuristisch wie es ist, wird auch ein bisschen so sein, wie individuelle Mobilität schon einmal war: als Menschen noch hauptsächlich mit dem Pferd gereist sind.

Mit dem persönlichen Roboterauto wird man in Zukunft so komfortabel und entspannt wie nie unterwegs sein. Gleichzeitig wird es aber auch der aufregendste Roboter auf diesem Planeten sein, eine inspirierende Plattform für die eigene Kreativität. Man kann sich einbringen, ihn formen und dadurch noch stärker mit seiner Stadt und ihren Bewohnern in Verbindung treten.

Bereit, um zu gestalten!

KI und Robotertechnologie werden unsere Beziehungen zu Autos radikal neu definieren. Aber wie wir gesehen haben, müssen aus uns keine Passagiere werden, die in einförmigen, geklonten Transportmitteln sitzen. Wir haben ein alternatives Szenario erdacht, in dem die Kontrolle beim Menschen bleibt und man selbst wirksam sein kann.

Also, seid bereit eine entscheidende Rolle zu übernehmen. Denn die Zukunft verspricht ein bunterer, interessanterer und menschlicherer Ort zu werden, wenn ihr ihn mitgestaltet. Wir glauben, dass die Zukunft dem Menschen gehört. Und deshalb arbeiten wir daran, jeden zu befähigen und zu inspirieren, autonome und künstlich intelligente Autos aktiv zu formen.


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Kai Jardner arbeitet in Sindelfingen im Bereich Society & Mobility PIONEERING. Er ist auf der CES 2019 als Redner vertreten und spricht dort über die Autos der Zukunft.