Auf Zeitenjagd mit dem Mercedes-AMG GT R PRO

Bereits vor seiner offiziellen Weltpremiere bin ich in den Genuss gekommen, den neuen GT R PRO von Mercedes-AMG am Nürburgring auf Herz und Nieren zu testen. 

Scharfe Optik, ausgefeilte Aerodynamik, ein noch feiner abgestimmtes Fahrwerk und letztlich eine richtig starke Rundenzeit – all das hat mich bei diesem Sportwagen begeistert. Aber der Reihe nach.

„The Green Hell“ – nichts für schwache Nerven

Willst du in Erfahrung bringen, was ein Sportwagen wirklich draufhat, gibt es keinen passenderen Ort als die Nürburgring Nordschleife. Sie ist die längste und für mich auch die anspruchsvollste Rennstrecke der Welt. Ja, fast schon ein Mythos. Schnelle und langsame Kurven. Kurven, in denen du blind über Kuppen fährst, gefährliche Bodenwellen – der Nürburgring lässt kein schwieriges Element aus. Da könnte der Spitzname der Strecke, „The Green Hell“, nicht treffender sein.

An einigen Stellen verlieren die Reifen sogar den Bodenkontakt und du hebst kurz ab. Außerdem setzt sich der Kurs aus verschiedenen Asphaltbelägen zusammen, da im Laufe der Zeit einzelne Abschnitte erneuert wurden. Vor allem bei Regen birgt das Tücken in sich. Garantieren sowohl Reifen als auch Streckenbelag in einem Moment noch ein hohes Grip-Level, kann dir der Halt im nächsten Augenblick komplett abhandenkommen. Selbst nach tausenden Runden bleibt die Strecke extrem anspruchsvoll – einfach faszinierend.

Schöne Erinnerungen

Umso besser fühlte es sich an, als ich mit dem Sieg beim 24-Stundenrennen 2016 in der „Grünen Hölle“ einen der größten Momente meiner Motorsportkarriere feiern durfte. AMG hat damals sogar einen Vierfachsieg eingefahren – für das ganze Unternehmen ein grandioser Erfolg. Mit dem Nürburgring verbinde ich daher ausschließlich positive Erinnerungen. Jedes Mal, wenn es an die Nordschleife geht, ist das etwas ganz Besonderes für mich.

Testfahrt und Zeitnahme – für einen Rennprofi „Business as usual“? Von wegen!

Immer wieder an die Grenzen zu gehen, ist für einen Profipiloten nichts Neues. Aber wenn du mit einem neuen Modell ein Statement für dessen fahrdynamische Fähigkeiten setzen willst, stellt das eine ganz besondere Herausforderung dar. Mit dem AMG GT3 bin ich schon hunderte von Runden gefahren – wir beide kennen uns nur zu gut. Beim GT R PRO ist das nicht ganz so, und so stellst du dir immer wieder die Frage `Wie weit kann ich gehen?´ Da setzt man sich nicht mal eben ins Cockpit und denkt sich lässig `Okay, Auto, zeig mal, was du drauf hast´.

Denn im Grenzbereich kannst du nicht entspannen – in der „Green Hell“ ohnehin nicht. Die Fahrt muss einem keine Angst machen, ebenso wenig wie die Nordschleife selbst. Respekt sollte ihr allerdings entgegengebracht werden. Wenn du am Ende eine starke Runde hingelegt hast, ist das ein unglaublich tolles Gefühl.

Alles andere als eine One-Man-Show

Für eine gute Rundenzeit braucht man einen erfahrenen Piloten und einen Sportwagen wie den GT R PRO – mehr nicht. Denkste! Wie auch bei einem Rennen, muss alles perfekt zusammenpassen. Die Räder, der Luftdruck, die technischen Elemente am Auto selbst – überall ist eine optimale Abstimmung notwendig und das funktioniert nur im Kollektiv. Auch die Gegebenheiten der Strecke spielen eine wichtige Rolle.

Der Asphalt war durch den Nebel teilweise noch nass und wir waren die ersten auf der Strecke. Dementsprechend mussten wir den Kurs an manchen Stellen erst gemeinsam „trockenfahren“. Ansonsten wäre die Zeitenjagd gar nicht möglich gewesen. Auch das unterstreicht: Jeder im Team hat seinen Teil dazu beigetragen – bei der Vorbereitung und vor Ort.

Fahrer und Auto – eine Frage des Vertrauens

In der „Grünen Hölle“ musst du deinem Auto zu hundert Prozent vertrauen können. Beim GT R PRO trifft das absolut zu. Ich war echt überrascht, er vermittelt dir tatsächlich noch mehr Sicherheit als der GT R. Du spürst so richtig, dass die Aerodynamik nochmals verbessert wurde. Zum Beispiel die Anfahrt auf den Abschnitt Schwedenkreuz, da geht es mit 270 km/h voll über die Kuppe. Durch den höheren Anpressdruck klebt das Auto regelrecht auf dem Asphalt. Die nachfolgende Linkskurve ist tricky – auch sie führt über eine Kuppe und hängt leicht nach außen. Mit der verfeinerten Aero geht sie mit fast 220 km/h.

Der große Vorteil dabei ist, dass du eher dazu bereit bist, das Fahrzeug am Limit zu bewegen. Außerdem macht die sich daraus ergebende sportlich aggressive Optik, mit dem etwas größeren Splitter, den Flics und den rennwagentypischen Louvers auf den Kotflügeln, echt was her!

Auch das feiner abgestimmte Fahrwerk sorgt für ein unfassbar dynamisches Verhalten. Über die Wellen hinweg zur Fuchsröhre bleibt der GT R PRO noch stabiler. Es ist schon echt bemerkenswert, was da durch einzelne Spezifizierungen möglich ist. Ein  Fortschritt, der zu spüren war – und das obwohl die Nordschleife an diesem Tag nicht gerade Traumbedingungen im Angebot hatte.

Trotz Alltagstauglichkeit die Fahreigenschaften eines Rennwagens? Der GT R PRO macht`s möglich.

In der Blancpain Serie sitze ich am Steuer des AMG GT3. Auch mit dem AMG GT4 durfte ich bereits Erfahrungen sammeln. Und ich muss zugeben: Wenn ich die Kurvengeschwindigkeiten dieser ausschließlich für die Rennstrecke entwickelten Fahrzeuge ohne Straßenzulassung mit denen des GT R PRO vergleiche – da liegen längst keine Welten mehr dazwischen.

Was das anbelangt, konnten wir bereits auf den GT R mächtig stolz sein. Aber der GT R PRO legt nochmal eine Schippe drauf, schafft es noch näher an die beiden Rennwagen heran. Meiner Meinung nach ist er definitiv der AMG, der sowohl dem GT3 als auch dem GT4 am wärmsten auf die Heckscheibe haucht.

„Fast Laps“ at the „Green Hell“ – nicht nur für Profis realisierbar

7,04 min – das ist die Zeit des neuen GT R PRO an diesem Herbsttag auf der Nordschleife am Nürburgring. Damit wurde die bislang stärkste Runde des GT R nochmals um sieben Sekunden unterboten! Und das Beste ist: Um mit dem GT R PRO auf der Rennstrecke zu fahren, muss nicht zwangsläufig ein Profi am Steuer sitzen. Wenn du ein Fahrzeug kaufst, das lediglich in der Theorie einige Sekunden gut machen könnte, dann bringt dir das nichts.

Das Potenzial des Autos muss vom Kunden auch möglichst einfach abrufbar sein. Nach dieser Philosophie sind auch unsere Rennwagen entwickelt. Auf der Nordschleife bin ich mittlerweile schon etliche Autos gefahren. Daher kann ich sagen, dass der GT R PRO für mich ohne Zweifel das Modell ist, das sich am einfachsten im Grenzbereich bewegen lässt. Da haben unsere Ingenieure wirklich starke Arbeit geleistet. Der Tag in der „Green Hell“ hat einfach richtig viel Spaß gemacht! Und so ein kleines bisschen bin ich auch stolz darauf, dass ich schon einige Wochen vor der Weltpremiere „erfahren“ durfte, was der GT R PRO so drauf hat.

Mercedes-AMG GT R PRO (2018), selenitgrau magno, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 284 g/km //


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Näher am Rennsport als je zuvor

Der neue Mercedes-AMG GT R PRO feierte auf der Los Angeles Motor Show seine Weltpremiere. Der Hochleistungssportler wurde in zahlreichen Details für noch mehr Rennstrecken-Performance modifiziert: Das optimierte Leistungsgewicht, das neue Fahrwerk, der aerodynamische Feinschliff mit noch mehr Gesamtabtrieb, Leichtbau-Schalensitze und Leichtbau-Räder tragen zur erhöhten Fahrdynamik und schnelleren Zeiten auf der Rennstrecke bei. In die Entwicklung flossen die Erfahrungen aus den Rennfahrzeugen AMG GT3 und AMG GT4 ein.

Mercedes-AMG GT R PRO (2018), selenitgrau magno, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 284 g/km //

Der AMG GT R PRO fährt nicht nur wie ein Rennwagen, er sieht auch so aus. Das serienmäßige Carbon Paket I mit Frontsplitter, Finnen in den Kotflügeln, Zierleisten in den Seitenschwellern und Diffusor in hochwertig verarbeitetem Sichtcarbon betont ebenso die Nähe zum Motorsport wie das neu gestaltete, in der Mitte abgesenkte Carbondach.

Mercedes-AMG GT R PRO (2018), selenitgrau magno, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 284 g/km //

Die neue GT-Familie

Erstmals der Weltöffentlichkeit präsentierte sich auch die neu aufgelegte Mercedes-AMG GT Baureihe. Die zweitürigen AMG GT Coupés und Roadster erhalten neben Aktualisierungen im Exterieur die integrierte Fahrdynamikregelung AMG DYNAMICS für noch mehr Agilität, das neue AMG Performance Lenkrad, die Mittelkonsole mit innovativen Displaytasten aus dem AMG GT 4-Türer Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,3-9,4 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 257-215 g/km) und ein volldigitales Instrumenten-Display mit AMG exklusivem Anzeigestil „Supersport“ im Kombiinstrument.

Mercedes-AMG GT C Roadster (2018), Brilliantblau Metalliclack, Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,5 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 284 g/km //

Die neue Lichtsignatur der LED High Performance Frontscheinwerfer weist jetzt Parallelen zum AMG GT 4-Türer Coupé auf und verstärkt damit die AMG GT Familienbindung. In der Rückansicht fällt außerdem der neue Look der Heckschürze auf, deren sportlich-schwarzer Diffusoreinsatz für AMG GT; AMG GT S und AMG GT C neu gestaltet wurde. Dabei wurden gleichzeitig die Endrohrblenden optisch überarbeitet und an die Formgebung des AMG GT 4-Türer Coupés angeglichen.

Der AMG GT verfügt nun über zwei runde Doppelendrohrblenden, AMG GT S und AMG GT C über trapezförmige Doppelendrohrblenden. Das Heckdesign des AMG GT R behält seine markante Formgebung mit der großen, zentral in der Heckschürze positionierte Endrohrblende mit Mittelsteg.

Lernen Sie fünf Modelle der GT-Familie detailliert kennen:

Mercedes-AMG
GT
(Werte für Roadster in Klammern)
Mercedes-AMG
GT S
(Werte für Roadster in Klammern)
Mercedes-AMG
GT C
(Werte für Roadster in Klammern)
Mercedes-AMG
GT R
Mercedes-AMG
GT R PRO
Hubraum 3982 cm3 3982 cm3 3982 cm3 3982 cm3
Leistung 350 kW (476 PS) bei 6000/min 384 kW (522 PS) bei 6250/min 410 kW (557 PS) bei 5750-6750/min 430 kW (585 PS) bei 6250/min
Max. Drehmoment 630 Nm bei 1900-5000/min 670 Nm bei 1900-5000/min 680 Nm bei 2100-5500/min 700 Nm bei 2100-5500/min
Kraftstoffverbrauch kombiniert 11,4 l/100 km
(11,5 l/100 km)
11,5 l/100 km

(11,5 l/100 km)

12,4 l/100 km
(12,5 l/100 km)
12,4 l/100 km
CO2-Emissionen kombiniert 261 g/km
(262 g/km)
262 g/km
(262 g/km)
284 g/km

(284 g/km)

284 g/km
Effizienzklasse G G G G
Beschleunigung
0-100 km/h
4,0 s
(4,0 s)
3,8 s
(3,8 s)
3,7 s
(3,7 s)
3,6 s
Höchstgeschwindigkeit 304 km/h
(302 km/h)
310 km/h
(308 km/h)
317 km/h
(316 km/h)
318 km/h

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Maro Engel ist Profirennfahrer für Mercedes-AMG und geht mit dem AMG GT 3 in der Blancpain-Serie, der IMSA in den USA oder auch bei den wichtigsten 24h-Rennen an den Start. Mittlerweile blickt er auf eine lange und erfolgreiche Motorsportkarriere zurück, zudem fungiert Maro als AMG Markenbotschafter – der perfekte Mann also für eine Testfahrt mit dem neuen Sportwagen aus Affalterbach.

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