DigitalLife@Daimler: Mit #collaborate vernetzte Zusammenarbeit gestalten

Jedes expandierende Start-up weiß: Je mehr Leute an Bord kommen, desto wichtiger wird effektive digitale Zusammenarbeit. Das „Start-Up“ Daimler beschäftigt mittlerweile rund 300.000 Menschen. Können die sich alle auf einer Plattform treffen?

Sie können und wollen. Wir begleiten sie dabei und bauen seit 2016 unter dem Hashtag #collaborate nachhaltig Brücken zwischen Technologie und Mensch. Unser Erfolgsrezept: Mitarbeiter gestalten das Netzwerk in dem sie arbeiten wollen selbst.

Die Digitalisierung hat neben großen Chancen und Herausforderungen auch so manches „Buzzword“ und abstraktes Zukunftsversprechen gebracht. In der Praxis stellt sich häufig die Frage: Was bringt mir diese neue App konkret? Warum bekomme ich so unendlich viele E-Mails? Welche digitalen Anwendungen und Methoden helfen mir, mich besser mit anderen zu vernetzen? Warum soll ich meine Arbeit sichtbar machen? Und wer hilft mir dabei?

Genau da setzen wir an. Unsere Kernaufgabe ist es, alle Daimler-Mitarbeiter für den digitalen Wandel fit zu machen – speziell dort, wo es um digitale Zusammenarbeit geht. Dafür geben wir ihnen alltagstaugliches „Rüstzeug“ an die Hand. Oder wie wir es gern zusammenfassen: Wir kümmern uns um das richtige „Mindset, Skillset & Toolset“. Auf diese Weise wollen wir individuelle Vernetzung auch zwischen Kollegen ermöglichen, die räumlich und fachlich in völlig unterschiedlichen Welten zu Hause sind. Unser Ziel: Mitarbeiter nachhaltig verbinden, damit Wissen und Expertise nur einen Klick entfernt sind.

Aber der Reihe nach: Wer sind wir überhaupt?

Mitarbeiter gestalten ihr Netzwerk beim netWork Camp 2017 selbst

Klein starten, 300.000 Menschen erreichen

Als ich vor gut zwei Jahren das Team #collaborate unter dem Dach der DigitalLife@Daimler-Strategie aufbauen durfte, waren wir gerade mal zu zweit. Zu Beginn gab es viele Ideen, aber noch keine Struktur oder strategische Verankerung. Die Nachfrage nach effizienteren Wegen der Zusammenarbeit, nach Tools und Methoden war vom Start weg überwältigend. So haben wir Schritt für Schritt unterstützende Formate entwickelt und Collaboration-Tools eingeführt – und andere aber auch abgeschafft. Mittlerweile steuern wir als achtköpfiges Team die #collaborate-Projekte und bauen vernetzte Zusammenarbeit zu einer Bewegung innerhalb des Konzerns aus.

Mit Kommunikationsexperten, IT-Spezialisten, Community Management-Profis und Event-Managern haben wir bereits vielfältige Perspektiven und Fähigkeiten im Team. Außerdem arbeiten wir eng mit unseren DigitalLife-Nachbarteams – rund um die Themenfelder #transform, #change und #ideate – zusammen (ein Überblick hier im Blog). Gemeinsam spüren wir, wo immer möglich, Synergien mit anderen Fachbereichen und Initiativen auf. Dabei treiben wir mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Hauptrolle den Wandel aus der Mitte des Unternehmens heraus und begegnen einander auf Augenhöhe.

Eins für alle: Das Daimler Social Intranet

Schon bei den ersten Gesprächen und Veranstaltungen 2016 stellte sich heraus, was das Herzstück unserer Arbeit werden sollte. Ein (soziales) Netzwerk für unser Unternehmen – das neue Daimler Social Intranet.

Bisher gab es drei verschiedene Kanäle, über die Daimler-Mitarbeiter kommunizieren, sich informieren und vernetzen können. Mit der neuen Plattform, dem Social Intranet, findet vernetzte Zusammenarbeit und digitale Kommunikation im Konzern ein neues Zuhause. Ein großes Zuhause, denn Ende des Jahres zieht „der ganze Daimler“ ein.

Viele Mitarbeiter sind allerdings viel früher gestartet. Bereits beim Aufbau der Plattform sind wir neue Wege gegangen: Das Social Intranet wurde schon während der Beta-Phase 2017 für alle Mitarbeiter geöffnet. Tausende von ihnen arbeiten hier seit Monaten gemeinsam an Dokumenten, informieren sich über Unternehmensnachrichten, gründen Communities und veröffentlichen Blog-Beiträge. Parallel haben wir die Software technisch weiter optimiert. Damit soll sie den Bedürfnissen ganz unterschiedlicher Zielgruppen gerecht werden, vom Entwickler in Bangalore bis zur Produktionsplanerin in Sindelfingen.

Bereichsübergreifend zusammenarbeiten – so geht’s

Schon die Entstehung unseres Social Intranet illustriert, wo wir in Sachen Vernetzung hinwollen: Für das Projekt hat sich ein interdisziplinäres Team aus der IT, der Unternehmenskommunikation und uns, der DigitalLife-Strategie, zusammengefunden. Am Anfang lief nicht alles reibungslos und wir lernten die Arbeitsweise des jeweils anderen Bereichs erst kennen.

Aber gerade die unterschiedlichen Hintergründe sowie die eigene Zusammenarbeit über das neue Tool in einer Projekt-Community ermöglichten es, erfolgreich eine neue Kommunikations-und Kollaborationsplattform für wirklich alle Mitarbeiter zu entwickeln. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Projekt-Team das konsequent agil, mit hoher Transparenz und hierarchieübergreifend zusammenarbeitet.

#collaborate Themenfelder auf dem netWork Camp

Bestärken, ermöglichen, Wege aufzeigen

Mit dem Social Intranet haben wir nun eine leistungsstarke, neue Plattform. Aber was nützt das beste Tool ohne Menschen, die es erfolgreich und gewinnbringend einsetzen? Genau deshalb umfasst der Aufgabenbereich von #collaborate vier weitere wichtige Säulen. Sie alle rücken das „Mindset“ und „Skillset“, also die Veränderungskompetenz und die Befähigung  der Menschen in den Fokus:

Unser Community Management hilft beim Aufbau virtueller Räume über Standorte und Divisionen hinweg. Wie erzeugt man die richtige Dynamik, wie funktioniert der Lebenszyklus einer Community und wie lässt sich eine Gruppe administrieren? Damit sich Wissen möglichst schnell verbreitet, bilden wir Community Manager aus. Sie sorgen dafür, dass die Inhalte und Gruppen im Social Intranet allen einen qualitativen und nachhaltigen Mehrwert bringen. Dabei ist Praxisorientierung der Schlüssel zum Erfolg. Die Teilnehmer an unseren Community Manager Qualifizierungen erarbeiten ihre Lösungen selbst und teilen ihre Erfahrungen offen im Netzwerk.

Hierzu passt unsere frühe Verankerung von Working Out Loud (WOL) – der Geisteshaltung, die eigene Arbeit auf für andere mehrwertige Weise sichtbar zu machen. John Stepper hat diese Haltung erlernbar gemacht: In so genannten „Circles“ arbeiten jeweils vier bis fünf Kollegen zwölf Wochen lang auf individuelle Ziele hin und entwickeln nebenbei digitale Kompetenzen und Einstellungen. Seit ich vor knapp drei Jahren mit vier Kollegen den ersten WOL-Cirlce bei Daimler gestartet habe, haben sich über 400 Praktiker im Unternehmen der Methodik verschrieben. Sichtbar arbeiten, Fragen stellen, voneinander lernen – das machen wir nicht nur bereichs- sondern auch konzernübergreifend mit anderen Unternehmen. Mehr dazu hier im Blog.

Im Aufgabenfeld Digital Collaboration dreht sich alles um konkrete Tipps und Hilfestellungen für den Umgang mit neuen Technologien für die digitale Zusammenarbeit. Wir verstehen uns als „Information Hub“ und Reisebegleiter, damit sich vom digital affinen Millennial bis zum erfahrenen Daimler-Hasen alle mit den für sie individuell mehrwertigen Tools rüsten können. Ein Collaboration-Tool-Kompass bietet dabei Orientierung im Dschungel verschiedenster Anwendungen.

Ganz neu im Team haben wir unser konzernweites Reverse Mentoring Programm aufgenommen. Dabei stellen wir bewusst Hierarchien auf den Kopf: So genannte „Reverse Mentors“ – oft technisch versierte Digital Natives – unterstützen Top-Führungskräfte in digitalen Themenfelder. Wie bei jedem Mentoring achten wir darauf, dass die Tandempartner gut zueinander passen, damit sie bestmöglich voneinander lernen. Ein Programm, das neben Wissensvermittlung insbesondere einen Perspektivenwechsel mit sich bringt.

Vom Team zur Bewegung

Schon diese kurze Übersicht unserer Aufgabenfelder zeigt deutlich: Unser Team wird nie groß genug sein, um alle Themen konzernweit alleine zu verbreiten und eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Wir brauchen Botschafter und Mitstreiter!

Daher haben wir in unserem ersten Jahr begonnen, ein Multiplikatoren-Netzwerk aufzubauen. Wir nennen es netWork. Bei unserem Kick-off 2016 hatten wir 80 Kolleginnen und Kollegen, zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend aus Deutschland, versammelt. 2017 konnten wir bei der zweiten Auflage des netWork Camps bereits 400 Teilnehmer aus aller Welt ausbilden. Wir bringen Menschen zusammen, die gestalten wollen und ihre Kollegen auf neue Wege digitaler Arbeit mitnehmen. Dass unsere netWorker nun mit Know How, Begeisterung und vor allem selbstorganisiert unsere Themen weitertragen, macht uns besonders stolz. Sie machen die Transformation der Arbeitswelt greifbar und bringen gemeinsam mit uns den Wandel in alle Winkel des Konzerns. Und darüber hinaus.

400 internationale Multiplikatoren für vernetztes Arbeiten beim network Camp 2017

Über Unternehmensgrenzen hinweg

Denn Mitarbeitervernetzung ist zwar ein internes Thema – aber wer sagt eigentlich, dass Unternehmen dabei nicht voneinander lernen können? Auch hier muss nicht jeder das Rad neu erfinden. Bei der internen Vernetzung können externe Vorbilder sowie offener Austausch extrem hilfreich sein.

Wir setzen daher auf sogenanntes „Benchlearning“. Anders als beim Benchmarking steht dabei nicht der quantitative Vergleich im Vordergrund, sondern voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen. So arbeiten wir regelmäßig mit den Treibern von Social Intranet & New Work anderer Großunternehmen zusammen. Wir treffen uns zum Beispiel, um Erfahrungen mit Intranet-Projekten auszutauschen oder Working Out Loud gemeinsam weiterzuentwickeln.

Jetzt mögen manche denken: Was, ihr kooperiert mit anderen Unternehmen? Ja! Und vor allem transparent. Heißt: Wir legen jederzeit offen, wen wir wo treffen und worüber wir sprechen. Themen und Ergebnisse sind auf Twitter und LinkedIn nachzulesen. Für unsere Kooperation mit Bosch, Continental, Siemens & Co. in der „Working Out Loud Community of Practice“ gab es 2017 sogar den HR Excellence Award.

Viel erreicht– und noch viel mehr vor: Wir wollen künftig noch mehr Menschen bei Daimler die Möglichkeit eröffnen, effiziente Wege der digitalen Zusammenarbeit kennenzulernen und gemeinsam vernetzte Arbeit weiterentwickeln. Damit wir als soziales und lebendiges Netzwerk mit noch mehr Agilität und Innovationskraft die Zukunft der Mobilität erfolgreich gestaltet.

Wer uns noch besser kennenlernen möchte findet mein Team und mich ganz bestimmt online.

Team #collaborate


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Lukas Fütterer leitet das Team Mitarbeitervernetzung und Social Intranet mit dem Hashtag #collaborate in der DigitalLife@Daimler Strategie. Gemeinsam mit ihrem Multiplikatoren „netWork“ machen sie effektive, vernetzte Zusammenarbeit für alle Mitarbeiter bei Daimler erleb- und erlernbar und verbreiten das neue Social Intranet im gesamten Konzern.

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