Wie sich Juristen, Compliance-Manager und Datenschützer bei Daimler transformieren

Da ist es schon wieder, dieses Buzzword, welches für jegliche Form der Veränderung herhalten muss. Immer! Ich spreche von der Transformation und wenn diese dann auch noch digital abgehandelt werden soll, haben wir den Buzz im Quadrat: Digitale Transformation!

Dass es sich hierbei jedoch um einen Prozess (ihr merkt schon, dass ich das Daimler-Vokabular verinnerlicht habe) handelt, der nicht erst gestern angestoßen wurde, das zeigt abermals unser internes Format DigitalLife Day, welches zum ersten Mal für die Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstandsressort Integrität und Recht  (englisch: Integrity and Legal Affairs oder kurz „IL“) stattfand. Mehr als 400 Juristen, Datenschützer und Compliance-Manager gaben sich in Ludwigsburg die Klinke in die Hand, entwickelten neue Arbeitsmethoden und konkurrierten bei Ideenwettbewerben.

Womit wir übrigens auch gleich beim eigentlichen Grund (oder soll ich „Purpose“ sagen?) wären … Veränderungen nimmt man viel einfacher in ihrer fundamentalen Wichtigkeit war, wenn man auch aus alten Strukturen ausbrechen kann und außerhalb der gewohnten Umgebung Neues erfahren und ausprobieren darf. DAS ist für mich DigitalLife Day und genau das schaffen die Kolleginnen und Kollegen dieses Bereiches jedes Mal aufs Neue.

Jeden Tag 200 neue Gesetze

„Unternehmen sehen sich weltweit zunehmender Regulierung ausgesetzt. Im Schnitt entstehen 200 neue Gesetze pro Tag. Mit Hilfe der Digitalisierung können wir diese Regelflut effizienter bewältigen“, sagt Gastgeberin Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied der Daimler AG, Integrität und Recht. Das beschreibt für mich am besten, vor welch fundamentalen Veränderungen die Welt der Legal Tech und damit auch dieser für uns so wichtige Bereich steht. Da braucht es für mich juristischen Laien eigentlich kaum noch weitere Erklärungen, um die Komplexität des Themas auf den Punkt zu bringen.

Der „Tekkie“ braucht da schon ein wenig mehr. Welche neuen Technologien werden eingesetzt und wie wirken die sich auf Prozesse und neue Arbeitsmethoden aus? Legal Tech und KI sind für mich ein absoluter „no brainer“, dennoch wusste ich zum Beispiel nicht, dass es bereits Software-Lösungen im Ressort Integrität und Recht beim Daimler gibt, die z.B. AGBs beurteilen können. Das steigert die Effizienz und schafft mehr Zeit für qualifizierte Beratertätigkeiten.

Am Anfang steht die Idee

Während der fulminanten Eröffnungskeynote von Dietmar Dahmen, wurde mir immer klarer wie wichtig es für die Kolleginnen und Kollegen ist, Zeit zu gewinnen, um kreativ zu sein. Auch mal aus der Vogelperspektive den eigenen Bereich und seine –vielleicht auch hier und da mal zu eingefahrenen Prozesse –betrachten und final zu hinterfragen. Ideen entstehen innerhalb von wenigen Sekunden. Diese dann auch umzusetzen, dass Bedarf nicht nur Mut für Veränderung, es dauert zum Teil auch entsprechend lang.

Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass während des DigitalLife Day @IL auch ein Ideenwettbewerb durchgeführt wurde. Fünf Teams konkurrierten hier um Ideen zu neuen Services, Produkten und Arbeitsweisen, wobei die drei besten Einfälle dann auch schnell umgesetzt werden. Genau… einfach mal machen! Mit Budget ausstatten, begleitende Mentoren benennen und durchstarten. Wobei die fünf in Ludwigsburg pitchenden Teams schon durch ein globales Auswahlverfahren gingen, haben sich doch ursprünglich mal rund 40 Teams, unter anderem auch aus China, Indien und den USA, über die hauseigene Innovations- und Crowdfunding Plattform beworben.

Transformation: Alles bleibt anders

Gestern war bekanntlich… ja, Gestern. Geschichte, Vergangenheit kann nicht neu geschrieben, die Zukunft jedoch tagtäglich mitgestaltet werden. Und das ist für mich in jeder Sekunde eine horizontsprengende Aufgabe, besonders mit Blick auf die Dynamik aktueller Zukunftsthemen. Wenn ich mitbekomme wie unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Ressort Integrität und Recht schon früh in Swarms für Themen wie das autonome Fahren oder Cloud Services zusammengefasst werden, dann mache ich mir hier in der Tat keine Sorgen um unsere Zukunft beim Daimler. Also jetzt mal rein rechtlich gesehen, was aber nun einmal eine wichtige Säule für die Mobilität von morgen ist.

Raus aus den Silos, team-, abteilungs-, bereichsübergreifend denken und zusammen entwickeln. So schafft man die Lösungen für die Aufgaben der Zukunft und diese werden nicht einfacher. Besonders in einer Welt, in der Daten als das neue Öl angesehen werden. Übrigens ein Statement, welches mich alles andere als begeistert, denn Rohstoffe müssen schließlich verarbeitet werden und dafür braucht es Regeln!

Hier haben wir mit unserem Data Compliance Management eine wichtige, strategische Entscheidung getroffen. Schließlich stellen wir damit die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und den verantwortungsvollen Umgang mit Daten sicher. DAS muss nicht nur heute, sondern auch in Zukunft unser Anspruch, unsere Aufgabe sein.

Rohdaten sagen erst einmal nichts aus. Wer diese in den passenden Kontext packt, hier und da auch mal 2, 3 Level rauszoomt, wird auf einmal völlig neue Ansätze, Lösungen und auch Potenziale erkennen.

Und genau das machte für mich den DigitalLife Day bei den Kollegen von Integrität und Recht aus. Ein derartiger Event war mir bis dato von keiner Rechtsabteilung eines Großkonzerns bekannt. Umso erfreulicher ist es für mich, dass ich den ersten von hoffentlich vielen kommenden „digitalen Tagen“ bei und mit dem Ressort IL begleiten darf.


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Sascha Pallenberg ist für die Digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation verantwortlich. Der ehemalige Techblogger bereitet insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf. Er ist außerdem Gründer von Mobile Geeks.

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