DigitalLife@Daimler: So tickt die Ideenschmiede #ideate

„Weißt Du, was man mal machen müsste?“ Wenn ein Gespräch unter Daimler-Kollegen so beginnt, liegt oft eine gute Idee in der Luft. Bei rund 300.000 Mitarbeitern kommen da eine Menge gute Ideen zusammen! Diese kreative Power zu bündeln und den besten Ansätzen zum Durchbruch zu verhelfen, ist das Ziel von #ideate. Unter diesem Hashtag arbeiten wir im Rahmen der Initiative DigitalLife@Daimler.

Ihr seid mitten in einer Diskussion mit Kollegen oder mit Freunden– und plötzlich entsteht da diese Idee … Kommt Euch bekannt vor? Dann habt Ihr Euch vielleicht schon gefragt, wie es mit diesem tollen Ansatz weitergehen könnte. Seit 2015 gibt es dafür Ansprechpartner: Uns!

Unter dem Hashtag #ideate kümmert sich unser Team um alles, was mit Innovationen und dem Aufspüren und Umsetzen von Ideen zu tun hat. Dabei ist es ganz egal, ob es um eine spezifische Verbesserung für die eigene Abteilung geht oder um ein komplett neues Geschäftsmodell. #ideate ist Teil der Initiative DigitalLife@Daimler, die Markus Hägele hier im Blog bereits vorgestellt hat.

Fördern möchten wir vor allem „Intrapreneurship“, also eine neue Art der Gründerkultur innerhalb des Unternehmens. Heißt: Einfach mal was probieren – auch wenn man noch nicht hundertprozentig weiß, dass es klappen wird. Und dann auch selbst Verantwortung für die Umsetzung übernehmen und andere von der eigenen Idee überzeugen.

Am besten lässt sich unsere Arbeit verstehen, wenn wir der Entstehung einer Innovation Schritt für Schritt folgen.

HACK.IAA Frankfurt 2017 DigitalLife@DAIMLER

Schritt 1: Die Flamme entzünden

Ideen generieren – wie geht das am besten? Unsere Erfahrung ist: Die meisten Ansätze entstehen immer noch „offline“. Daher haben wir einige interne und externe Event-Formate geschaffen, die kreative Menschen aus aller Welt zusammenbringen.

  • Open Spaces. Schon die Grundzüge der DigitalLife-Initiative selbst entstanden 2011 bei einem solchen Event. Das Prinzip: Etwa hundert Daimler-Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen nehmen sich einen Tag Zeit für ein Thema – ohne Agenda und ohne Hierarchien. Das Besondere daran ist, dass die Teilnehmer dabei selbst für ihre Ideen antreten, sie bewerben und mit anderen zusammen weiterentwickeln. Es ist immer wieder erstaunlich, was daraus entsteht! Pro Jahr organisieren wir mehrere Open Spaces in Deutschland und international. Auch in den Produktionswerken, etwa in Hamburg, Bremen und Ludwigsfelde, haben wir das Format mit unseren Partnern schon erfolgreich umgesetzt.
  • Innovation Camps. Bereits bestehende Ideen-Teams und Experten tüfteln zwei bis drei Tage lang gemeinsam. Sie nutzen dabei verschiedene Innovationstechniken, etwa frühes Feedback und Elemente aus dem „Design Thinking“ wie Kundenprofile und User Journeys, mit denen die Bedürfnisse der Nutzer besser verstanden werden. Oft entstehen dabei schon Prototypen – denn hier geht es um die konkrete Ausarbeitung von Ideen.
  • DigitalLife Campus. Schon früh haben wir #ideate auch nach außen geöffnet. Für unsere Hackathon-Reihe bewerben sich talentierte Studenten und Start-ups mit Coding-Erfahrung, die Interesse an den vielfältigen Suchfeldern und Problemstellungen unserer Veranstaltungen haben. Der Startschuss für die Reihe 2018/19 fällt beim „Hack.LA“ Mitte November. 24 Stunden, 50 bis 80 Teilnehmer, drei- bis fünfmal im Jahr, auf drei Kontinenten – und wir von #ideate sind immer persönlich dabei. Der Spirit dieser Events ist einzigartig, wie Ihr zum Beispiel hier seht. Gerade wurde der DigitalLife Campus vom Magazin Capital zu einem der 12 besten Start-up-Formate in Deutschland gewählt.

DigitalLife@DAIMLER

Etwa zehn solcher „Offline-Events“ stellen wir pro Jahr selbst auf die Beine: an verschiedenen Standorten in Deutschland, aber auch in China, Indien und den USA. Außerdem unterstützen wir andere Bereiche in der Umsetzung gemeinsamer Events. Bislang wurden mehr als 2.000 Ideen generiert. Und es werden fast täglich mehr! Das liegt auch an unserer Online-Plattform. Damit kommen wir zur nächsten Etappe:

Schritt 2: Ideen filtern mit der Power der „Crowd“

Wie lassen sich aus den vielen Ansätzen die besten herausfinden? Dafür haben wir im Frühjahr 2017 unsere konzernweite DigitalLife Crowd Ideenplattform eingeführt. Alle Mitarbeiter können dort im Rahmen von Ideenwettbewerben ihre Ideen einbringen, andere Ideen kommentieren, sie bewerten und sogar virtuelles Geld investieren. Transparenz und Interaktion sind die Schlagworte. Und Reichweite: Denn statt 100 Teilnehmern, wie etwa beim Open Space, sind potenziell knapp 300.000 Daimler-User über die Plattform dabei.

Schöner Nebeneffekt: Oft finden sich auf diesem Weg neue Mitstreiter für ein Projekt, etwa bei gleichen oder ähnlichen Ideen. Übernehmen Mitglieder des Top-Managements die „Patenschaft“ für eine Idee, nennen wir sie Sponsoren. Sie unterstützen dann die Ausarbeitung der Idee und stellen Budget zur Verfügung.

Auf der Plattform gibt es verschiedene Arten von Ideenwettbewerben oder „Challenges“:

  • Zum einen machen wir Ideen aus der „Offline-Welt“ online zugänglich, indem wir zum Beispiel Top-Ideen der „Open Space“-Events einstellen.
  • Zum anderen suchen wir Ideen über reine Online-Challenges. Einige richten sich an alle Mitarbeiter, wie zum Beispiel die „100-Millionen-Challenge“ vom Beginn dieses Jahres. Andere sind für eine bestimmte Gruppe konzipiert, etwa die Beschäftigten einer Division. Gesucht werden dann Lösungen für spezifische Herausforderungen innerhalb dieser Bereiche. Die Bandbreite der Themen ist immens und reicht von Personal über Entwicklung, IT und Compliance bis hin zur Werkssicherheit. Mehr als 40 solcher Challenges gab es bereits im ersten Jahr.
  • Sneak Peek: Momentan bereiten wir unsere neue externe Ideenplattform vor. Open Ideation ist das Stichwort. Damit wollen wir die Vielfalt und Reichweite der Ideen weiter vergrößern. Und ein Gefühl dafür bekommen, was die Menschen außerhalb des Konzerns von uns als Mobilitätsanbieter erwarten, also welche Ideen, Wünsche, Visionen in unseren externen Zielgruppen stecken.

DigitalLife@DAIMLER

Bleibt die Frage: Wie geht es mit den Ideen weiter, die online am meisten Zuspruch finden? Ganz einfach: Sie gehen in die Umsetzung.

Schritt 3: Ideen auf die Straße bringen

Ein Team hat beim „Open Space“ eine Idee entwickelt, anschließend auf der Crowd Ideen Plattform besonders viele Unterstützer gefunden, erfolgreich beim DigitalLife Day gepitcht – und sich damit vor einer hochkarätigen Jury ein Budget für die Umsetzung gesichert. Und nun?

In jedem Fall stehen wir von #ideate weiter beratend zur Seite. Mit unserem DigitalLife Hub begleiten wir Intrapreneure auf ihrem Weg der Ideenumsetzung. Für  Ideen-Eigner gibt es hier gleich drei Möglichkeiten:

  • In der Linie: Sie setzen ihre Idee innerhalb eines passenden Arbeitsbereichs bei Daimler um – also innerhalb der „Linie“.
  • In Teilzeit: Die Ideen-Eigner bleiben in ihrer Funktion, werden aber zeitweise für die Projektarbeit freigestellt.
  • Im Inkubator: Die Teams arbeiten Vollzeit mit Gründerzentren, so genannten „Inkubatoren“ zusammen – meist mit Fokus auf neue Produkte oder Geschäftsmodelle. Zu den bekanntesten gehören die Digital Factory Labs in den Werken und das Lab1886 für Geschäftsmodellinnovationen. Die Q-Garage konzentriert sich auf Qualitätsthemen und der FC think! tank auf Ideen für den Finanzbereich.

Bei allen Varianten können sich Kollegen und Vorgesetzte auf den Rückhalt und die Unterstützung durch das DigitalLife Hub verlassen – wenn etwa Methoden zur Projektplanung, Weiterentwicklung der Idee oder Kontakte zu Experten gefragt sind. Ab November können Ideen-Eigner außerdem im neu eingerichteten DigitalLife Hub Coworking Space, dem sogenannten „Red Room“ arbeiten.

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Was uns besonders freut: Für „Capital“ gehört das DigitalLife Hub zu den besten „Innovation Labs“ in Deutschland.

#ideate-Highlights: eine (viel zu kleine) Auswahl

Rund 50 #ideate-Projekte sind aktuell im DigitalLife Hub in der Umsetzung. Manche werden intensiv durch DigitalLife unterstützt, andere sind nach der Priorisierung über die Crowd Challenges selbständig in den jeweiligen Bereichen unterwegs. Einige befinden sich in der Prototyp-Phase, wieder andere bereits kurz vor der Markteinführung. Hier einige Beispiele:

evungo ist eine Plattform für Ladestationsanbieter. Im Fokus steht die E-Mobilität in ländlichen Raum. Gastronomen, Hoteliers oder Landwirte können ihre Ladestationen über evungo ganz einfach mit anderen Elektrofahrern teilen. Die Idee wurde gemeinsam mit dem Lab1886 zur Praxisreife gebracht. Im Moment läuft die Pilotphase im Schwarzwald, Anbieter können sich schon registrieren.

DigitalLife@DAIMLER

Den Weg vom Open Space 2017 über die Crowd Ideen Plattform bis zur Umsetzung „in Linie“ ist Mercedes-Benz /developers erfolgreich gegangen. Als „Open API“ gestartet, bildet das Tool eine Schnittstelle zwischen Mercedes-Benz und unabhängigen Entwicklern. Innovatoren,Start-ups und mittlerweile auch etablierte Unternehmen in aller Welt erhalten Zugang zu MB-Daten – zum Nutzen aller Beteiligten, aber vor allem der Kunden. Das Angebot ist bereits live.

Einen praktischen Alltagshelfer speziell für die Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen haben Kollegen der TECFABRIK, der Produktionsplanung und der IT in Teilzeit entwickelt: Ihre App NAVIgation@work hilft, auf dem knapp fast zweieinhalb Quadratkilometer großen Gelände immer den kürzesten Weg zu finden. Zwei Teams hatten erst unabhängig voneinander an der Idee gearbeitet und sich dann zusammengeschlossen. Eine Anpassung an weitere, auch internationale Standorte ist in Prüfung. Alle Kollegen sind herzlich eingeladen, mitzuwirken und ihr Gebäude und/oder ihr Werk in die App zu integrieren.

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Diese Erfolge bestätigen uns in unserer Arbeit. Gemeinsam mit den vielen internen „Gründer-Talenten“ haben wir und das gesamte Team von DigitalLife@Daimler noch eine Menge vor. Bald mehr hier im Blog!


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Frieder Munk leitet das Team Kultur und Innovation bei DigitalLife@Daimler und ist dort verantwortlich für Ideation und Intrapreneurship.

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