Batterien und EQ: Die Erfolgsstory in Sweet Home Alabama geht weiter

Mercedes-Benz und Alabama: Das ist eine Erfolgsstory seit 1997. In jenem Jahr lief die erste M-Klasse im Werk Tuscaloosa vom Band – sie war der erste Premium-SUV mit Stern und Vorgänger unseres heutigen GLE.

Es ist ein Moment, an den sich viele Menschen in der Region heute noch gerne erinnern: Wir waren damals der erste Automobilhersteller, der sich dort angesiedelt hat. Aus dem einstigen Greenfield hat sich seitdem ein etablierter Standort unserer Industrie entwickelt: zahlreiche Automobilzulieferer haben sich seitdem dort niedergelassen, auch Wettbewerber von uns haben Sweet Home Alabama als Standort entdeckt.

Für mich ist klar: Diese Geschichte ist noch längst nicht auserzählt. Ganz im Gegenteil: Wir sind mittendrin, das nächste Kapitel zu schreiben und den Standort fit für die Zukunft zu machen. In diesem Jahr feiert unser Werk in Tuscaloosa seinen 21. Geburtstag – der wahrscheinlich wichtigste Geburtstag für junge Amerikaner. Zwar ist man in Alabama dem Gesetz nach schon mit 19 Jahren volljährig. Aber viele Dinge, die ich einfach mal „Annehmlichkeiten des Erwachsenseins“ nennen würde, sind in den USA erst ab 21 erlaubt. Die Erfolgsstory unseres Werks ist also auch eine Geschichte vom Erwachsen werden.

Spatenstich für die neue Batteriefabrik in der Nähe des Mercedes-Benz Werks Tuscaloosa (Mercedes-Benz U.S. International – MBUSI/Alabama): Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Production and Supply Chain (rechts), mit Kay Ivey, Gouverneurin von Alabama (mitte), und Jason Hoff, President und CEO MBUSI (links)

Sie merken schon: Wenn es um Tuscaloosa geht, kann ich gewisse väterliche Gefühle nicht verheimlichen. Das liegt daran, dass ich das Werk selbst habe aufwachsen und groß werden sehen: Von 2002 bis 2007 war ich hier Leiter des Engineering, 2010 durfte ich nochmals für drei Jahre als Standortverantwortlicher zurückkehren.

Es war eine sehr ereignisreiche Zeit – für das Werk, aber auch für mich persönlich: Mein älterer Sohn ging in die Kita von Mercedes-Benz U.S. International (MBUSI); er ist also quasi auf dem Werksgelände groß geworden. Und mein jüngerer Sohn wurde in Alabama geboren. Ich habe viele gute Erinnerungen an Tuscaloosa. Umso mehr freue ich mich jedes Mal, wenn ich in meinem aktuellen Job, als Leiter von Mercedes-Benz Cars Operations, zurück in meine zweite Heimat kommen darf.

Wir behalten Bewährtes …

Der 21. Geburtstag ist ein guter Grund dafür. Wenn junge Menschen langsam erwachsen werden, ist es ja oft so: Einige der Charakterzüge, die sich in der Kindheit und Jugend herausgebildet haben, nimmt man ins Erwachsenenalter mit. Gleichzeitig wird die Persönlichkeit komplexer und vielseitiger. Unserem Werk geht es da mit Anfang 20 nicht anders: In Tuscaloosa werden wir Bewährtes beibehalten – während wir das Werk vielseitiger aufstellen.

Es bleibt zum Beispiel dabei, dass Tuscaloosa für das globale Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars von großer Bedeutung ist: Hier am Standort werden jährlich mehr als 300.000 Fahrzeuge in bewährter Mercedes-Qualität produziert. Innerhalb unseres Produktionsnetzwerks arbeiten die Kolleginnen und Kollegen in Alabama auch Hand in Hand mit den Kolleginnen und Kollegen der deutschen Werke.

Motoren und Getriebe kommen aus Deutschland, genauso wie Teile der Entwicklung und der Planung. Somit ist unsere Produktion in Tuscaloosa auch ein tolles Beispiel für globale Zusammenarbeit innerhalb des Teams von Mercedes-Benz. Damit sind wir auch im Wettbewerb weit vorne.

Dabei gilt: Alabama ist und bleibt die Heimat unserer großen SUVs. Darum ist klar: Auch der neue Mercedes-Benz GLE, den wir Anfang der Woche auf dem Pariser Autosalon vorgestellt haben, wird in Tuscaloosa gebaut. Und zwar ab heute. Für mich war es eine große Ehre, beim Produktionsstart des neuen GLE dabei zu sein – auch das hat mit meinen Erinnerungen an dieses Werk zu tun.

Denn die Anläufe der beiden Vorgänger-Modelle in den Jahren 2004 und 2011 habe ich selbst mitgestaltet. Bei Anlauf Nummer drei durfte ich nun Gast von Standortleiter Jason Hoff und seiner Mannschaft sein – danke für diese Einladung und Kompliment an Euch für den tollen Job!

… und starten Neues!

Unserem 21 Jahre alten Werk stehen spannende Zeiten bevor. Und das darf man in diesem Fall auch im physikalischen Sinn verstehen. Denn Tuscaloosa spielt eine entscheidende Rolle in der Elektro-Offensive von Mercedes-Benz.

Wir investieren insgesamt 1 Milliarde US-Dollar hier am Standort. Damit stellen wir uns breiter und flexibler auf – wir sorgen also dafür, dass unser junger Erwachsener ganz neue Seiten an sich entdecken kann. Schon zu Beginn des kommenden Jahrzehnts werden wir hier in Tuscaloosa Elektroautos der Marke EQ produzieren. Wir modernisieren das Werk, so dass vollelektrische SUVs vom selben Band laufen werden wie die SUVs mit konventionellem und Hybrid-Antrieb, die heute schon hier gebaut werden.

Dabei steht für mich fest: Auch in der Ära der Elektromobilität wird Mercedes-Benz nicht nur den Körper, sondern auch das Herz des Autos produzieren. Darum investieren wir in ein leistungsstarkes Batterie-Netzwerk mit acht Fabriken auf drei Kontinenten. Eine davon wird in Bibb County, nahe Tuscaloosa stehen – damit bauen die Kolleginnen und Kollegen in Alabama bald nicht nur hervorragende Autos, sondern auch die Batterien, die die Mobilität der Zukunft antreiben werden.

Big wheels keep on turnin‘

Diese Investition haben wir vor fast genau einem Jahr angekündigt, bei der Jubiläumsfeier zu 20 Jahren Tuscaloosa. Aus den acht Jahren, in denen ich in Alabama gelebt habe, ist mir vor allem eine Eigenschaft der Leute in Erinnerung geblieben: Sie reden nicht nur – sie machen. Im Song Sweet Home Alabama von Lynyrd Skynyrd, der so etwas wie die heimliche Nationalhymne des Staates ist, heißt es: „Big wheels keep on turnin‘“. Diese Stelle kann man guten Gewissens mit ganzem Herzblut mitsingen. Denn sie ist einfach wahr.

Bei Mercedes-Benz ticken wir genauso. Und dazu passt, dass wir heute auch den nächsten großen Schritt in Richtung Batterien aus Alabama gemacht haben: Wir haben den Grundstein für die neue Batteriefabrik gelegt. Die Bauarbeiten laufen ab sofort auf Hochtouren. Und schon Anfang des kommenden Jahrzehnts werden wir dort die ersten Batterien produzieren.

Was das alles für das Werk heißt? Nun ja: Nach einer aufregenden Kindheit und einer erfolgreichen Jugend hat es ganz sicher noch viele großartige Jahre vor sich. Und vor allem – das ist für einen jungen Erwachsenen ja auch wichtig: noch viele gute Gründe zu feiern. Ich verspreche: Zur nächsten großen Feier komme ich wieder sehr gerne in meine zweite Heimat. Vielleicht aber auch schon früher – wenn mein Bauch mir sagt: I miss ‘ole ‘Bamy once again and I think it’s a sin.


 


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Markus Schäfer ist Mitglied des Bereichsvorstandes von Mercedes-Benz Cars und verantwortlich für Produktion und Supply Chain.

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