Digital Leader Award: Wie Daimler Tradition & Transformation lebt

Digitalisierung? Die wird sicherlich im Silicon Valley gelebt, aber unsere deutschen Traditionsunternehmen sind von einem tiefen Verständnis davon so weit entfernt, wie das Automobil vom Fliegen.

Das sind ja gern genommene Vorurteile, wenn es um unsere Großkonzerne und ihren langen Weg in die digitale Transformation geht. Im Jahr 2018 trifft dieses Vorurteil aber auf viele Unternehmen sicher nicht mehr zu. Gerade Daimler verfolgt schon seit 2011 unter dem Namen „DigitalLife@Daimler“ eine umfassende Strategie, um die digitale Transformation konzernweit voranzutreiben und das Unternehmen fit für das neue, digitale Zeitalter der Mobilität zu machen.

Und der Digital Leader Award geht an… Daimler!

DigitalLifeDay 2018

DigitalLifeDay 2018

Unter den Digitalstrategien deutscher Unternehmen zählt sie für uns als unabhängige Expertenjury sogar zu den besten Beispielen überhaupt hinsichtlich strategischer Ausrichtung, Umfang und Umsetzung. Deshalb haben wir Daimler in der Kategorie „Envision Strategy“ für die „DigitalLife@Daimler“-Strategie als Leader und Award-Gewinner in Berlin ausgezeichnet.

Warum? Weil sich „DigitalLife@Daimler“ aus unserer Sicht auf vier besonders erfolgskritische Bereiche der Digitalisierung fokussiert:

  • Zielsetzung und Strategie (Wo wollen wir hin?)
  • Anforderungen der Kunden in der neuen Welt (Welche digitalen Produkte und Mobilitätsdienste bieten wir an?)
  • Enablement der Mitarbeiter
  • Und Unternehmenskultur (Wer setzt die Digitalisierung um?)

Sie sehen schon, eine klassische Ansammlung von Buzzwords (Digitaldeutsch für Schlagworte). Klingt erstmal gut, aber was steckt denn tatsächlich dahinter? Mich haben als Jurymitglied vor allem folgende drei Aspekte überzeugt:

1) Hohes Ambitionslevel und Commitment

Daimler hat als Konzern den Umbau vom Automobilproduzent zum digitalen Mobilitätskonzern nicht nur als strategisch notwendigen Wandel erkannt, sondern will ihn auch wirklich vollziehen. Das wurde für uns deutlich, weil das Verständnis für die Gesetzmäßigkeiten der digitalen Wirtschaft (z.B. Netzwerk- und Plattformeffekte, Code-is-Law, Agilität als Organisationsprinzip etc.) bis ins Top-Management vorhanden ist und in vielen Bereichen auch schon gelebt wird.

So hat CEO Dr. Dieter Zetsche mit seinem legeren Kleidungsstil und seinem modernen Führungsstil in der Automobilwelt Zeichen gesetzt, die es nun ermöglichen, die neuen digitalen Freiheiten und Möglichkeiten bei Daimler auch wirklich zu nutzen.

TechTalk - Tech Open Air Berlin

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2) Enge Verzahnung von Unternehmens- und Digitalstrategie

Weiterhin überzeugt hat mich – und die gesamte Jury des Digital Leader Award – die Verzahnung von Unternehmens- und Digitalstrategie. Während in vielen anderen Unternehmen immer noch beides getrennt voneinander behandelt wird, hat Daimler es geschafft, eine Unternehmensstrategie und Vision für das digitale Mobilitätszeitalter zu entwerfen, an der sich Mitarbeiter, Partner und Kunden orientieren können. Daimler hat eine „digitale Unternehmensstrategie“ konzipiert, aus der klar ersichtlich wird, dass man zukünftig digital gestalten und nicht nur „mitlaufen“ will.

Damit stärkt Daimler seine Position als Marktführer – auch in der digitalen Welt und schafft einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die kommenden Jahre: Raum für Entfaltung und Entwicklung von talentierten und ambitionierten Mitarbeitern, die sich auf dem Feld der digitalen Mobilität (egal ob autonomes Fahren, Car Sharing, Robotics etc.) mit neuen Ideen und Exzellenz beweisen wollen. Denn nur so begeistert man Kunden und hält sich die (neue) Konkurrenz vom Hals.

TOA 2018

TOA 2018

3) Power to the People – Moderne Unternehmenskultur und Eigenverantwortung

Letztendlich liegt es aber an der Umsetzung von Strategie in Leadership – von PowerPoint in den Unternehmensalltag. Nur wenn die Digitalisierungsstrategie im operativen Geschäft mit Leben gefüllt und „vorgelebt“ wird, kann der Wandel gelingen. Auch hier konnte „DigitalLife@Daimler“ unsere Jury überzeugen.

Wir finden, dass durch eine Vielzahl von Maßnahmen und Programmen deutlich ist, wie ernst es Daimler meint, den Mitarbeitern Raum, Budgets und Handlungsfreiheit zu geben, um den digitalen Wandel mitzugestalten. Statt alle Aktivitäten bis in die kleinste Maßnahme zu planen, wird Eigenverantwortung und unternehmerisches Gestalten aktiv eingefordert und gefördert. Eine gute Voraussetzung für Erfolg in der neuen, digitalen Welt, die nicht mehr nach „Command and Conquer“ (befehlen und erobern) funktioniert, sondern von „Creativity and Collaboration“ (Kreativität und Zusammenarbeit) lebt.

DigitalLife Day 2018

DigitalLife Day 2018

Herausforderungen der kommenden Jahre – Kontinuität & Leadership

Auch wenn gerade digitale Aufbruchsstimmung herrscht, wird diese (vermutlich) nicht ewig andauern. In konjunkturell schwierigen Zeiten lassen sich Investitionsbudgets für den digitalen Wandel nicht mehr ganz so leicht verargumentieren. Daher ist es in den kommenden Jahren elementar, alle Mitarbeiter auf die digitale Reise mitzunehmen. So kann man auch in schwierigen Zeiten auf Kurs bleiben. Und dies ist wichtig – denn im Jahr 2025 werden Carsharing und (semi-)autonom fahrende Autos zu einer Selbstverständlichkeit geworden sein.

Daimler ist somit gut beraten, seine „DigitalLife@Daimler“-Initiative auch in den kommenden Jahren weiter zu fahren. Denn der Wandel vom Ingenieurs- zum Software Ingenieurs-getriebenen Unternehmen braucht mindestens zehn Jahre. Gut, dass die Kollegen von „DigitalLife@Daimler“ schon in 2011 begonnen haben.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg auf der „Digital Journey“!


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Dr. Carlo Velten ist CEO des Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Als Technologieexperte berät er seit vielen Jahren namhafte Unternehmen zur digitalen Transformation ihrer IT- und Geschäftsprozesse. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Digital Leader Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv. www.crisp-research.com

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