MobileKids: Schulbus fahren kinderleicht gemacht

Warten, einsteigen, reinsetzen, losfahren, ankommen – so einfach kann Busfahren sein und (zumeist) bequem und schonend für die Umwelt ist es auch noch. Besonders für Kinder können beim Busfahren aber auch Gefahren lauern.

Deshalb veranstaltet MobileKids, die Verkehrsinitiative der Daimler AG, regelmäßig Schulbustrainings, um auch die kleinen Busfahrer fit für den Schulweg zu machen. Eines dieser Trainings hat in diesem Jahr die Johanniterschule in Heitersheim mit ihrem selbst komponierten Fahrradsong  gewonnen – ein echter Gewinner-Ohrwurm wenn ihr mich fragt.

Meine Schulzeit ist zwar schon eine Weile her, aber man lernt ja nie aus – also habe ich die Kids bei ihrem Training begleitet und auch mein Fachwissen rund um’s richtige Schulbusfahren nochmal ordentlich aufpoliert.

Angekommen auf dem großen Gelände der Johanniterschule traf ich auf die Schülerinnen und Schüler, die schon aufgeregt auf den Start ihres Schulbustrainings warteten. Also direkt ab in den Bus oder was? Nein, pünktlich um halb zehn ging es erstmal mit dem Theorieunterricht unseres Schulbustrainers los. Wie so oft im Leben müssen eben auch beim Bus fahren erstmal die theoretischen Grundlagen klar sein.

Schritt 1: Was bedeutet was?

Wie im Straßenverkehr gibt es im Bus einige Schilder, die man kennen sollte. Wo können beeinträchtige Personen sitzen? Wo sind die Notausgänge? Oder der Klassiker: „Während der Fahrt nicht mit dem Busfahrer sprechen!“ Da war auch viel Neues für mich dabei und die Kinder waren fasziniert. Unser Schulbustrainer hat uns aber nicht nur die einzelnen Schilder und ihre Bedeutung erklärt, sondern auch wichtige Verhaltensregeln.

Drängeln, Schubsen, Rumschreien – wer sich an seine eigene Schulbusfahrt erinnert weiß, dass es mit den guten Manieren in einer Gruppe voller Grundschüler schnell man vorbei sein kann. Beim Schulbustraining lernen die Kinder stattdessen, wie wichtig es ist, rücksichtsvoll und aufmerksam ein- und auszusteigen oder sich während der Busfahrt ruhig zu verhalten. Schließlich sind im Bus auch andere Mitfahrer an Bord, auf die man Rücksicht nehmen sollte. Während der kompletten Theorie-Einheit beteiligen sich unsere Kids von der Johanniterschule vorbildlich – gute Mitarbeit müssen diese Schüler auf jeden Fall nicht mehr lernen.

Nach einer Stunde Fragen, Fragen, Fragen waren die Kinder mit den Grundlagen vertraut und wussten nun theoretisch, wie sie sich rund um den Bus verhalten sollen – von der Bushaltestelle bis zum Aussteigen.

Schritt 2: Lerne den Bus kennen!

Aber die Theorie ist natürlich nur die halbe Miete! Aus dem Klassenzimmer ging es dann raus an die frische Luft – den Kids und mir war die Vorfreude sichtlich anzusehen, denn draußen wartete der fahrbereite Bus auf uns.

Aber ein Bus ist eben nicht nur Transportmittel, sondern kann auch eine Gefahrenquelle sein. Welche Kräfte ein Bus freisetzen kann, ist uns selten bewusst – beim Schulbustraining schärfen wir deshalb auch das Bewusstsein dafür. Zum Beispiel mit dem Kartoffel-Test: Weder ich noch die Schüler konnten die Kartoffel mit der Hand erdrücken, der Bus rollte die Kartoffel mit seinen Rädern einfach platt.

Auch beim Einstieg in den Bus kann es gefährlich werden, denn der Bus senkt sich beim Öffnen der Tür merklich ab. Der Schulbustrainer demonstrierte diese Situation, in dem er ein Holzstück unter dem Bus platzierte und so zeigte, wieviel Gewicht und Kraft auch beim Absenken wieder im Einsatz ist. Da sollte lieber kein Fuß stecken bleiben. Holzstücke und Kartoffeln – klingen komisch, sind aber hilfreich und machen die Gefahren, die von einem Bus ausgehen können, sehr anschaulich deutlich!

Schritt 3: Ab in den Bus!

Nachdem wir so viel gesehen und ausprobiert hatten, freuten wir uns alle, endlich in den Bus einzusteigen. Denn das bedeutete: „Action!“ Auch hier zeigt sich wieder, warum das Schulbustraining so wichtig ist, denn einige der Anweisungen unseres Schulbustrainers riefen erstmal fragende Blicke bei unseren Schülern hervor. Zum Beispiel warum der sonst so beliebte Platz mittig in der „Rutsche“ nicht der sicherste Platz im Bus ist.

Warum? Das zeigte sich, als der Busfahrer die erste Gefahrenbremsung vornahm. Selbst bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h schoss der Rucksack, der vorher dort platziert wurde, durch den Gang bis zum hinteren Ausstieg. Da hob es selbst mich aus dem Sitz. Die Klasse schrie und lachte natürlich begeistert, die Gefahrenbremsung war für die Kinder durch nichts mehr zu toppen. Gleichzeitig wurde uns aber so klar, dass Festhalten und das sichere Verwahren von Gegenständen, wie dem Schulranzen, während der Fahrt extrem wichtig sind – selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten.

Sicheres Busfahren – die Top 5 Regeln

Der Tag war gefüllt mit vielen Informationen, die für die Kinder und mich interessant und relevant waren, gepaart mit reichlich Spaß. Hier nochmal die fünf wichtigsten Regeln kurz und knapp zusammen gefasst:

Regel Nummer 1: Stets Sicherheitsabstand zum Bus einhalten!

Nicht nur beim Heranfahren ist Vorsicht geboten, sondern auch wenn sich die Tür öffnet. Denn Ruck-Zuck bekommt man einen Schlag von der Tür verpasst – also Sicherheitsabstand einhalten.

Regel Nummer 2: Erst aussteigen lassen, dann einsteigen!

Meistens ist der Bus natürlich nicht leer, wenn man einsteigen möchte. Grundsätzlich gilt: Die Fahrgäste im Bus dürfen zuerst aussteigen, danach sind wir dran!

Regel Nummer 3: Nicht drängeln, nicht schubsen!

Was im Alltag gilt, gilt insbesondere in und um den Bus. Drängeln und Schubsen ist nicht erlaubt, denn vor allem beim Heranfahren des Busses oder in dem engen Gang im Bus können Stürze verheerend sein.

Regel Nummer 4: Im Bus immer gut festhalten!

Welche Bremskräfte ein Bus hat, haben die Kids beim Schulbustraining gesehen – selbst bei niedrigsten Geschwindigkeiten. Also unbedingt gut festhalten.

Regel Nummer 5: Beim Aussteigen auf Fahrrad- und Autofahrer achten!

Ist die Busfahrt zu Ende, können weiterhin Gefahren bestehen, denn der Straßenverkehr läuft weiter. Und auch Fahrrad- und Autofahrer können mal unachtsam sein, daher beim Aussteigen immer auch auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten.

15 Jahre MobileKids

MobileKids setzt sich als Verkehrssicherheitsinitiative von Daimler schon seit 15 Jahren dafür ein, dass Kinder spielerisch sicheres Verhalten im Straßenverkehr lernen. Heitersheim war einer von vier Siegern des MobileKids Schulwettbewerbs. Die anderen drei aus Tutow, Berlin und Hagenbach erhielten ebenfalls einen Stopp der MobileKids-Schulbustour.

Mein Trip ins idyllische Heitersheim war zwar lang und heiß (den Sonnenbrand nahm ich klaglos hin), aber erfolgreich, denn für die Kinder war es ein sehr spannender und mit Action vollgepackter Tag. Die Schülerinnen und Schüler aus Heitersheim haben an vielen anderen Wettbewerben dieses Jahr mitgemacht und gewonnen, aber selten so viel Spaß gehabt und dabei noch viel gelernt wie beim MobileKids Schulbustraining. Ein Erlebnis, worüber sie an der Johanniterschule in Heitersheim sicherlich noch lange reden werden.


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Marius Steinmetz ist Praktikant im Bereich Corporate Sponsoring und somit Teil des Teams rund um die Verkehrssicherheitsinitiative MobileKids. Aufgrund seiner Leidenschaft für den Stern freut er sich, mit seiner anstehenden Masterarbeit im Unternehmen seinem Traum einer eigenen G-Klasse ein Stück näher zu rücken.

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