Werksarzt: Ein Job zwischen Blaulicht, Leib und Seele

Anfang September ist „Tag der Ersten Hilfe“. Unter dem Motto „Jeder kann helfen” ruft das Deutsche Rote Kreuz dazu auf, sich mit Erste-Hilfe-Leistungen vertraut zu machen. Denn Notfälle gibt es leider immer und überall, auch bei Daimler.

Zur Ersten Hilfe gehört unter anderem, den Notruf abzusetzen. Wenn auf unserem Werksgelände die 112 vom Festnetz gewählt wird, beginnt für unser eingespieltes Team aus Leitstelle, Notfallsanitätern und Notärzten der Einsatz. Unser werksinterner Rettungsdienst ist perfekt aufgestellt und mit den modernsten Geräten ausgerüstet, um schnell und kompetent zu helfen.

Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen, als Werksarzt bei Daimler zu sein. Menschen zu helfen und Verantwortung zu übernehmen, war schon immer mein Ziel. Hier bei Daimler wurde es zum Traumjob: erfüllende Aufgaben, tolle Kolleginnen und Kollegen und spannende berufliche Möglichkeiten.

Als Werksarzt bin ich für alle Beschäftigten am Standort der Ansprechpartner, wenn es um gesundheitliche Belange geht. Zudem sind wir Notfallmediziner meistens mit als erste beim Patienten und damit sehr direkt und unmittelbar für die notfallmedizinische Versorgung verantwortlich.

Das Einsatzspektrum der Notfallsanitäter und -ärzte ist – wie außerhalb des Werksgeländes auch – meistens internistischer oder allgemeinmedizinischer Natur. Also: Kreislaufprobleme, Asthma, Allergien oder Herzinfarkte. Ein sehr geringer Teil sind Arbeitsunfälle, da wir bei Daimler einen sehr hohen Standard der Arbeitssicherheit haben.

Im Vergleich zum öffentlichen Rettungsdienst haben wir noch kürzere Einsatzzeiten. Wir sind in unserem Werk in Untertürkheim bei Stuttgart beispielsweise in drei bis vier Minuten am Einsatzort, brauchen selten über sieben Minuten. Die gesetzliche Hilfsfrist für Rettungsdienste liegt in Baden-Württemberg bei zehn bis maximal 15 Minuten. Unser Tempo erklärt sich durch schnelle Alarmierungszeiten, kurze Anfahrtswege, Ortskenntnis und gutes Teamwork.

Das funktioniert bei einem Anruf dann so: Der Anrufer wird von unserer Sicherheitsleitstelle gefragt, was passiert ist und wo es passiert ist. Der Disponent muss wissen, ob die Person ansprechbar ist oder wie stark die Verletzungen sind. Das sind wichtige Informationen für den Einsatz. Zudem helfen sie bei der Entscheidung, ob unsere Notfallsanitäter mit oder ohne Notarzt ausrücken. Bei Bedarf alarmieren die Kollegen auch die Feuerwehr oder den Werksschutz.

Einsatz im Mercedes-Rettungswagen

Wenn beispielsweise ein Arzt hinzugezogen werden soll, werde ich auf meinem Handy mit dem Stichwort „Einsatz“ angerufen. Dann lasse ich alles stehen und liegen, ziehe meine Jacke an und laufe schnell zu unserem Mercedes-Benz Einsatzwagen. Eine Kollegin oder ein Kollege fährt mich an den Einsatzort.

Sobald wir den Patienten erstversorgt haben, entscheiden wir vor Ort, wie die weitere Behandlung aussieht. Wenn der Zustand so weit in Ordnung ist, behandelt das Team unseres Werksärztlichen Dienstes die Patientin oder den Patient weiter. Wenn es aber notwendig ist, fahren wir natürlich direkt zu einem niedergelassenen Facharzt oder in die nächstgelegene Klinik.

Ein Unterschied zum öffentlichen Rettungsdienst ist, dass wir im industriellen Umfeld auch auf Einsätze mit Gefahrenstoffen vorbereitet sein müssen. Natürlich sind wir dafür ausgerüstet, beispielsweise mit einer sogenannten Tox-Box, einem Koffer, der Medikamente und Ausrüstung bei eventuellen Vergiftungen aus dem industriellen Umfeld enthält.

Am Ende noch ein Rat an alle Kolleginnen und Kollegen: Niemand muss sich scheuen, uns anzurufen. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig. Für uns ist kein Weg umsonst – und glauben Sie mir: Die besten Einsätze sind die, bei denen wir feststellen, dass nichts Schlimmes passiert ist!

So können Sie helfen

Wichtig ist im Notfall vor allem, dass Sie etwas unternehmen. Hier finden Sie einen Leitfaden, was im Falle eines Notfalls zu tun ist. Unsere Kolleginnen und Kollegen können sich im Rahmen einer zweitägigen Schulung bei Daimler als Ersthelfer ausbilden lassen. Dort lernen sie, wie man sich im Notfall verhält, richtig Herzdruckmassagen ausführt, was beim Notruf zu beachten ist und vieles mehr.

Mehr Informationen

Der Bereich Health & Safety bei Daimler ist unter anderem verantwortlich für das Gesundheitsmanagement: Werksärzte, Sozialberater, Sport-/Gesundheitswissenschaftler, medizinische Fachangestellte und die Sicherheitsfachkräfte vom Arbeitsschutz versuchen mittels vielfältiger vorbeugender Maßnahmen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit und gesund zu halten. Wenn aber doch etwas passiert, sorgt der werksinterne Rettungsdienst für eine bestmögliche notfallmedizinische Erstversorgung.


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Frank Wagner ist Werksarzt bei der Daimler AG im Mercedes-Benz Werk Untertürkheim und leitet dort den Rettungsdienst. Er wechselte von der Klinik zu Daimler, weil ihm die Mischung aus Medizin und Management so gut gefällt und er eine hohe Affinität zu Automobilthemen, das typische „Benzin im Blut“, hat.

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