RISE 2018: Daimler auf Asiens größter Techkonferenz

Ja, ich bin mir dessen bewusst, was viele nun denken mögen: nicht schon wieder so eine hippe und verdammt angesagte Startup-Konferenz, auf der wir uns auf einmal als cooles und fortschrittliches Unternehmen präsentieren wollen.

Und genau damit möchte ich euch auch nicht ansatzweise langweilen, nur liegt mir die RISE auch wirklich persönlich am Herzen. Da ist zum einen die kurze Distanz zu meiner Wahlheimat. Ein Flug von Taipei nach Hong Kong dauert mal gerade 70 Minuten und kann als Roundtrip für gerade einmal 100 Dollar gebucht werden. Morgens mal eben nach Hong Kong und am späten Nachmittag wieder zurück… die zentrale Lage meiner Wahlheimat habe ich schon mehrfach zu schätzen gewusst. Und Hong Kong ebenfalls.

Hong Kong lebt von seinen Gegensätzen

Die besondere Atmosphäre der ehemaligen Kronkolonie hat mich bei meinem ersten Besuch 2002 umgehend in ihren Bann gezogen. Diese Kombination aus globaler Finanzmetropole und kantonesischer Lebensart. Die Menschenmassen auf den Straßen, welche die aus den offenen Garküchen entweichenden Duftschwaden durchschneiden und dazu diese unglaublich hohen Temperaturen im Sommer. Hong Kong fühlt sich auf der einen Seite so unglaublich vertraut, aber dann doch wieder umgehend exotisch an.

Wer mal je aus einem der unzähligen und so urigen „English Pubs“ auf eine Straße, der durch schmerzvoll hohen Luftfeuchtigkeit geprägten Stadt getreten ist, wird dies bestätigen können. Auf der einen Seite ein europäisches Kulturgut, welches durch den Einsatz von mehreren Klimaanlagen auf die bekannten Temperaturen perfekt imitiert, auf der anderen eine asiatische Metropole, wie sie sich kein Hollywood-Locationscout besser ausmalen könnte.

Hong Kong lebt von und durch seine Gegensätze und genau davon profitiert auch eine Konferenz wie die RISE. Für die einen ist sie das Tor in den Westen, für andere das nach Asien. Ohne dieses überbeanspruchte „East meets West“-Mantra anstimmen zu wollen, auf wenige Konferenzen trifft dies so perfekt zu.

RISE: Blick auf die Entwicklung in Asien

Frage in die Runde: Wer kannte vor drei Jahren Firmen wie Didi, Line, Careem? Wer nutzt heute Services von Tencent und Alibaba? Und mal ganz ehrlich… wer hätte denn 2009 gedacht, dass Cheetah Mobile aus Peking mal mehr als 600 Millionen monatliche User hat?

Wer nun nur noch Bahnhof versteht, passt wunderbar in das Profil der RISE, denn hier hat man die Möglichkeit all diese neuen und asiatischen Internet-Giganten zu treffen. Sich über deren Produkte, Services und vor allen Dingen aber Strategien aufzuschlauen. Ja, es gibt noch eine Welt außerhalb unseres Amazon, Facebook, Google-Horizonts! Und das möchte ich gar nicht falsch verstanden wissen. Für uns ist es aber so unglaublich wichtig, den Blick auf die Entwicklungen in Asien nicht zu verlieren und genau deshalb sind wir dieses Jahr zum ersten Mal auf der RISE.

In einer Zeit, in der wir mit M&A Tech Invest umfangreich in Startups investieren, wir zusammen mit Google am Einsatz von Quantencomputern forschen und unser MBUX Infotainmentsystem dank Artificial Intelligence und Machinelearning vom User lernt, ist es ungleich wichtiger sich die neuesten globalen Entwicklungen anzuschauen. Und davon gibt es nun einmal so unfassbar viele auf dem asiatischen Kontinent.

Shenzhen: Nabel für Innovationen

Kleine Geschichte aus dem Nähkästchen für Auswanderer mit einem Herz für Geeks: Ist Shenzhen eigentlich ein Begriff? Das ehemalige Fischerdorf hatte im Jahr 1979 gerade einmal 150. 000 Einwohner. Inzwischen liegt man wohl bei über 12 Millionen und für den Großraum bei um die 23 Millionen. So ganz genau weiß das niemand. Shenzhen, was gerade einmal 15 Kilometer Luftlinie von Hong Kong entfernt liegt, wächst. Rasant!

Wer heute neue Gadgets entwickeln, bauen und global vertreiben will, der geht weder ins Silicon Valley, noch nach Seoul oder Tokio. Shenzhen ist der Nabel für elektronische Helferlein und Innovationen. Ein neues Smartphone kann man dort innerhalb von einem Monat zusammen mit einem Auftragsfertiger entwickeln lassen. Am 31. des Monats machen sich dann die Container mit den individuellen Handsets auf den Weg in den Heimathafen des Auftraggebers. Alles entwickelt sich irgendwie noch eine Ecke schneller. Ein El Dorado für Nerds, aber vor allen Dingen auch Investoren.

Mit dem großen Einfallstor Hong Kong im Süden.

Habe ich eigentlich schon gesagt, dass da die RISE stattfinden wird?

Was ist die RISE?

Die RISE, die vom 9. bis 12. Juli 2018 in Hongkong stattfindet, ist die wichtigste und größte Konferenz der Tech-Community in Asien und bietet insgesamt elf Foren zu Themen wie Automotive, Design, Marketing, Robotik und Big Data. Zur RISE treffen sich in Hongkong führende Vertreter aus Großunternehmen und Start-ups, um gegenseitig Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Dazu gehören unter anderem Microsoft, Amazon, Lufthansa, DIDI, HBSC, Hanson Robotics und Tinder. Auch Influencer und Medien aus aller Welt sowie bedeutende Investoren gehören zu den Teilnehmern dieses dreitägigen Networking-Events.

Wer nimmt an der RISE teil?

In diesem Jahr haben sich mehr 350 Redner angemeldet; über 700 Medienvertreter werden von der Konferenz berichten. RISE wird von denselben Organisatoren veranstaltet, die auch für den Web Summit, Europas größte IT- und Tech-Konferenz, verantwortlich sind. 2017 besuchten mehr als 14.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern die Konferenz im Hongkong Convention Center, auf der sich 300 Redner, 400 Investoren und mehr als 600 Start-ups präsentierten.

RISE-Livestream: Am 10. Juli wird die Session mit Dieter Zetsche um 14:30 Uhr live übertragen:


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