Der treue Kunde: 50 Jahre Mercedes-Benz

Meine Beziehung zu Mercedes-Benz hält länger als so manche Ehe. In diesem Jahr sind es 50 Jahre. Doch anders als in einer festen Beziehung habe ich meine Partner ab und an gewechselt – und so habe ich es auf bis zu 20 Autos geschafft. Und wer weiß, ob meine Leidenschaft zu Mercedes-Benz mich nicht noch zu weiteren Modellen führt.

Mein Weg als treuer Kunde begann im Jahre 1968, als sie mich als technischer Beamter zum Deutschen DDG-Verbindungsstab USA versetzt haben. In Stuttgart bestellte ich meinen ersten Mercedes, den ich im Hafen von Boston abgeholt habe. Ein Mercedes /8 Modell, dessen Frontscheibe und Scheinwerfer ich anschließend, kurz vor meiner Rückkehr nach Deutschland, auf US-Standards umgerüstet und verkauft habe.

Im August 1970 kam ich zurück nach Kiel und habe mir nur zwei Tage nach meiner Ankunft in Deutschland den zweiten Mercedes /8 in Stuttgart im Werk geholt. Aufgrund meiner häufigen Umzüge sind die meisten Unterlagen meiner Autokäufe bei Mercedes verloren gegangen. Ich schätze die Anzahl dennoch auf bis zu 20 Fahrzeuge.

Markentreue

Ich bin zwar der Marke treu geblieben, jedoch nicht den Standorten, an denen ich bestellt und gekauft habe: Wilhelmshaven, Emden, Hamburg, bei Gruma in Oschatz sowie bei der Firma Lüske in Cloppenburg – dort lasse ich übrigens noch heute den Service machen.

Mein erstes T-Modell legte ich mir 1978 in Wilhelmshaven zu. Gefolgt von mehreren 123- und 124-Modellen sowie der E-Klasse als T-Modell. Dann erschien der GLK. Davon habe ich gleich zwei Modelle gefahren.

Pensionierung mit dem Wohnmobil

Neben meinen Pkw habe ich mir einen HYMER S 665 mit 5-Zylinder-Motor mit 88 PS zugelegt. Damit feierte ich meine Pensionierung unter der Golden Gate Bridge in San Francisco und erreichte anschließend Alaska. Aber damit nicht genug.

Nach der Jahrtausendwende folgte ein HYMER S 700 auf Sprinter-Fahrwerk, der mich quer durch Europa führte.

Höhepunkt mit Panne

2012 neigte sich meine Wohnmobilleidenschaft dem Ende. Stattdessen habe ich den Höhepunkt meiner Pkw-Beschaffung erreicht: an einem Tag zwei neue Benz. Eine A-Klasse 160 CDI für meine Frau und ein R 300 CDI für mich.

Mit dem Fahrzeug hatte ich in meiner 50-jährigen Laufbahn bei Mercedes-Benz die einzige Panne: Auf der Fahrt von Osttirol über die Alpen hat die Alarmanlage meines Autos sich von selbst aktiviert und für eine nervenaufreibende Fahrt gesorgt. So nervenaufreibend, dass meine Frau im Takt der Sirene zur Entspannung zu singen begann. In Holzkirchen fiel bei Schneeregen dann auch noch der Scheibenwischer aus.

Ein sehr kompetenter Mercedes-Mitarbeiter hat anschließend einen Schalter in der Verankerung der Motorhaube als das Übel identifiziert. Da er keinen passenden Schalter vor Ort hatte, half er mir mit dem Schalter seiner eigenen C-Klasse aus, der mich gerade mal elf Euro gekostet hat.

Treue zahlt sich aus

Dass man als Kunde bei Mercedes-Benz kostengünstiger als bei anderen Autoherstellern wegkommt, konnte ich einem Kollegen dank meiner Buchführung nachweisen. Er ist Volvo-Fahrer und antwortete daraufhin:

Herr Ahrens, Sie haben ja den Stern schon auf den Pupillen!

Womit er wahrscheinlich nicht ganz falsch liegt.

Für meine Fahrten über Weihnachten von der Ost- und Nordsee Richtung Osttirol zum Skilaufen habe ich allein über 100.000 Kilometer zurückgelegt. Und das mit meinen vier Töchtern und meiner Frau an Bord. Mit Schneeketten, aber ohne Beulen oder Unfälle. Heute genieße ich den Komfort einer R-Klasse 300 CDI Bj.2012 mit Luftfederung. Und meine jahrelange Treue wird auch in Zukunft nicht verloren gehen.


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Wolfgang Ahrens war bis zu seiner Pensionierung als Diplom-Ingenieur für Schiffbau für die Marine an den Standorten Washington D.C., Bath, Maine , USA, in Bonn und Hamburg sowie wiederholt in Wilhelmshaven und Kiel tätig. In den letzten Dienstjahren war er Leiter des Marinearsenals an der Kieler Förde. Als Vater von vier Töchtern hat er immer Wert auf zuverlässige und praktische Autos gelegt. Deshalb hat er 25 Jahre verschiedene T-Modelle gefahren.

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