„ready to“-Services – Paketstation im smart, Parkplatzfinder und mehr

Autos, die Pakete annehmen oder sich selbst einen Parkplatz suchen: Nur verrückte Ideen? Nein, mit den „ready to“- Services ist das für viele smart Fahrer schon gelebter Alltag.

Die bunt zusammengesetzte Entwickler-Truppe des smart lab hat schon eine ganze Reihe praktischer Services rund um das vernetzte Fahrzeug in Serie gebracht. Mit Daniel Deparis, dem Leiter des smart lab, haben wir über die aktuellen Highlights der „ready to“-Services bei smart gesprochen.

Daniel, welchen „ready to“-Service nutzt Du im Moment am liebsten?

Daniel: Ein aktuelles Beispiel: Ich bin heute Abend zu einer Party eingeladen und habe für den Gastgeber einen speziellen Lautsprecher bestellt. Normalerweise müsste ich den ganzen Tag zittern, ob auch jemand zu Hause ist, wenn das Paket kommt. Mit „ready to drop“ habe ich dieses Problem nicht: Damit werden die Pakete in den Kofferraum meines smart geliefert. Mit einer App und einer TAN kann der DHL-Bote einmalig das Auto öffnen und das Paket wird direkt in meinen Kofferraum zugestellt.

Das heißt: Nie mehr zur Post am Samstag, um verpasste Lieferungen abzuholen?

Ganz genau. Uns geht es darum, den Menschen wirklich Zeit zu sparen. Das ist für mich die Essenz. Mehr Zeit haben für das Wesentliche – für Familie, Freunde, aber auch für sich selbst.

Wir wollen unseren Kunden Dienste anbieten, die ihnen mehr „unstrukturierte Zeit“ geben – also Zeit, über die sie frei verfügen können. Das ist aus unserer Sicht das größte Geschenk, das wir ihnen machen können.

Mit Paketzustellung in den Kofferraum sparen Kunden wertvolle Zeit

Kannst Du Dich noch an die ersten Ansätze erinnern?

Eines Tages kam eine Kollegin mit ein paar Notizen zu mir ins Büro und machte mich auf das Thema Online-Shopping aufmerksam …

… und das Problem der Pakete?

Ganz genau. Die Leute bestellten immer mehr, bekamen aber die Pakete nicht, weil sie nicht zu Hause waren. So hat es angefangen.

Auch andere haben schon über dieses Problem nachgedacht. Wie habt Ihr es geschafft, Eure Lösung in Serie zu bringen?

Wir haben früh den Trend erkannt, den Partner DHL akquiriert, sehr schnell erste Tests gemacht. Ich weiß noch, wie wir uns hier in Böblingen mal hinter einem Busch versteckt und beobachtet haben, wie der DHL-Bote zu einem smart ging. Er hat ihn mit dem Telefon geöffnet und gerufen: „Hurra!“ Sowas vergisst man nicht.

Der Service „ready to drop“ machte den Anfang. Seitdem sind viele praktische Services dazugekommen.

Die Umsetzung ging erstaunlich schnell.

Das ist auch extrem wichtig: Dass es schnell geht. Nach dem Motto „Start before you’re ready“ haben wir den Mut, etwas zu starten und zu probieren. Umgekehrt sagen wir aber auch Nein, wenn etwas keine Perspektive hat.

Ein Erfolgsrezept für den gesamten Konzern?

Ganz sicher. Die Zeiten sind vorbei, in denen man in Silos denkt und arbeitet. Dank unserer zunehmend flexiblen Aufstellung können wir sehr schnell loslegen und produzieren, nicht nur Prototypen, sondern auch in Serie.

Wie helft Ihr dem Kunden noch, mehr „unstrukturierte Zeit“, wie Du es nennst, zu gewinnen?

Zum Beispiel bei der Parkplatzsuche. Wenn man irgendwann mehr Zeit braucht, um einen Parkplatz zu finden als für die gesamte Fahrt, dann läuft etwas schief in den Städten. Auch mir geht das jede Woche so, wenn ich meine Töchter zum Sport bringe.

Habt Ihr eine Lösung?

Ja, einer unserer neuesten Service ist „ready to park“. Hier zeigt mir mein Smartphone mit einem Blick, wo in meiner Nähe oder an meinem Zielort freie Parkplätze sind. Einige kann man sogar reservieren. Das heißt, der Parkplatz wartet auf mich – null Minuten Suche.

Über den Dienst „ready to park“ können freie Parkplätze einfach online gesucht und reserviert werden

Das klingt super. Schon etwas länger gibt es auch „ready to share“. Erklär mal kurz, wie das funktioniert.

ready to share” ist ein so genanntes „Peer-to-Peer“-Carsharing, also von Privatperson zu Privatperson. Der Kunde kann sein Auto mit von ihm ausgewählten Personen teilen, auch „Closed Community“ (dt. geschlossene Gemeinschaft) genannt. Das Ganze funktioniert bequem über die App, ohne lästige Schlüsselübergabe und der Kunde ist durch eine zusätzliche, für ihn kostenlose Versicherung abgesichert. Aktuell bieten wir „ready to share“ in drei Ländern an, in Deutschland, Frankreich und Italien.

Mit “ready to share” können Kunden ihr Auto per App mit Freunden und Familie teilen.

Warum eine closed community?

Wir tauschen uns regelmäßig mit unseren Kunden aus und lassen uns Feedback geben. Dabei haben wir gelernt: Die Menschen wollen ihr Auto nicht mit jedem teilen. Sie unterscheiden in enger Freundeskreis oder Familie und in entfernter Kreis, Bekannte oder Fremde. Das haben wir bei „ready to share“ berücksichtigt. Aktuell haben die Kunden erstmal mehr Vertrauen in den engen (Freundes-)Kreis und sind hier auch bereit zu teilen. Aus unserer Sicht wird sich das mit jeder gesammelten, positiven Erfahrung allerdings weiterentwickeln und ausweiten.

Ist das App basierte Verleihen eines Fahrzeugs auch sicher?

Wir haben wirklich höchste Ansprüche, was die Sicherheit angeht. Unser Vorteil ist, dass wir auf der car2go-Technologie aufbauen können, die schon millionenfach erprobt ist.

Seit kurzem sind auch „theft recovery“ und „ready to spot“ erhältlich.

Ja, das ist seit Anfang Juni ganz neu! „theft recovery“ ist ein digitaler Assistent, der mich unterstützt, wenn mein Fahrzeug gestohlen wurde. Den Prozess haben wir gemeinsam mit den Behörden entwickelt. Nach einem Diebstahl können unsere Kunden damit die Echtzeitposition innerhalb von Minuten an die Polizei weiterleiten. Die Behörden können so sehr viel schneller aktiv werden, was natürlich die Chancen erhöht, dass mein Auto wieder gefunden wird. Bisher dauert dieser Prozess Tage, wenn nicht gar Wochen.

Im Fall eines Diebstahls erhält der Kunde eine Frühwarnung und wird dabei unterstützt, die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten

Und was verbirgt sich hinter „ready to spot“?

ready to spot“ ist ein so genannter „bring me back to my car“-Service: Wer beispielsweise Park & Ride Parkplätze nutzt, oder einkaufen geht und später mit Taschen beladen ist, kann sich mit „ready to spot“ einfach wieder zurück zu seinem Auto bringen lassen. Die integrierte moovel Navigation zeigt mir die unterschiedlichen Möglichkeiten und Transportmittel, inklusive der damit verbundenen Kosten. Außerdem hat der Dienst einige kleine Helfer, wie einen Parkticket Reminder oder die Möglichkeit, mein Auto mit dem Smartphone blinken zu lassen. Auf sehr großen Parkplätzen eine tolle Sache – so versuchen wir auch hier, unseren Kunden den Stress in dieser Situation nehmen.

Parkposition speichern und den bequemsten Weg zurück finden – mit „ready to spot“

Wer denkt sich solche Services aus?

Das Team hat sehr viel Freiheit, Verantwortung für Themen zu übernehmen. Ich kümmere mich als Leiter um die Ressourcen, Kapazitäten und so weiter. Die Teammitglieder sind verantwortlich, gemeinsam mit dem Kunden innovative und komfortable Services zu entwickeln und weiterzutreiben. Von Powerpoint zur Wirklichkeit in „Co-Kreationen“ mit dem Kunden. „theft recovery“ und „ready to spot“ sind Dienste, die wir nach dem entsprechenden Kundenfeedback entwickelt und zusammen mit echten Nutzern von der Idee bis zum heutigen Service ausgestaltet haben.

Wie bringt Ihr die Ideen dann auf die Straße?

Wir vertrauen jedes Thema einer Person an, die wir Service Owner nennen. Sie läuft von der ersten Präsentation bis zum Markt mit dem Service mit. Ich glaube, das ist der Schlüssel: eine „End-to-end“-Verantwortung – und eine agile Organisationsform. Wir haben keinen Übergang, an dem ein Kollege den Stab an den nächsten übergibt. Ein Service Owner ist auf allen Ebenen unterwegs: Er spricht mit Händlern, stimmt sich mit IT-Kollegen ab, präsentiert im Vorstand.

Eine große Verantwortung.

Ja. Daher ist eine gute Zusammenarbeit im Team und darüber hinaus sehr wichtig. Meist haben wir ein starkes Trio aus Service Owner, Softwareentwickler und dem Kollegen, der für die Umsetzung im Markt zuständig ist.

Brauchen die Mitglieder des smart lab ein bestimmtes Profil?

Wir haben im Team eine hohe Diversity. Die Kollegen bringen unterschiedlichste Erfahrungen mit, aus allen möglichen Bereichen. Einer kommt aus dem Gaming, ein anderer ist nebenher Dozent an der Uni. Einige sitzen in Böblingen oder Leinfelden, andere bei der IT in China oder in Rom. Als Kollege freue ich mich natürlich, wenn sich ein Chinese mit einem US-Amerikaner über UX-Themen unterhält – auf einem Niveau, bei dem ich mich anstrengen muss, um alles zu verstehen. Alle haben starke Fähigkeiten, aber auch eine starke Einstellung. Uns verbindet der Wille zu lernen und neue Ideen auszuprobieren und weiterzuentwickeln.

Ein starkes Team, das mit Begeisterung neue Ideen ausprobiert und weiterentwickelt

Und Ihr arbeitet agil.

Ja, wir haben klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten, bei denen beispielsweise eine Kollegin oder Kollege sich um einen spezifischen Service kümmert. Bei der Entwicklung der Dienste setzen wir auf iteratives Vorgehen, also auf fortlaufende Wiederholung. Von Prototyp zu Prototyp nähern wir uns dem marktreifen Produkt. Das Ganze immer in Interaktion mit dem Kunden. Als flexible Schwarm-Organisation mit Kollegen von smart, car2go, und der Daimler Mobility Services haben wir ein Modell für uns definiert, indem wir auf Befähigung und Eigenverantwortung setzen. Es gibt wenig Hierarchien – wer Lust auf Umsetzung von Ideen hat, erhält auch die Chance dazu ein Thema zu übernehmen.

Wann ging es eigentlich los mit dem smart lab?

Gestartet sind wir vor zweieinhalb Jahren. Am Anfang waren wir ein kleines Labor, mittlerweile haben wir uns zu einer richtigen „Factory“ entwickelt, die Ideen vom Prototyp bis zur Serie vorantreibt.

Mit welchem Ziel?

Wir haben uns gesagt: Eigentlich haben wir mit dem smart schon das perfekte Auto für die Stadt. Mit car2go und moovel gibt es großartige Mobility Services. Aber es fehlte noch ein dritter Aspekt: Services rund ums Fahrzeug, die das Leben entspannter machen. Nach der Vision von smart:

Make life easier in the city.

Jetzt das Wichtigste: Wie kommen die Kunden an die „ready to“-Services?

Über die Händler – dort kann man das „ready to“-Paket zum neuen smart dazukaufen. Für Daimler Kollegen ist das Paket auch übers Firmenangehörigengeschäft verfügbar. Unser Frontend ist die „ready to“-App. Dort kann sich jeder die passenden Angebote auswählen und seine eigene Servicewelt zusammenstellen. Generell versuchen wir, so nah wie möglich am Kunden zu sein.

In welche smart Modelle lässt sich das „ready to“-Paket integrieren?

In viele smart Modelle, auch in den smart EQ fortwo und forfour. Das Produkt ist ein echtes Upgrade für die Telematik – und eröffnet dem Kunden eine neue Welt.

Dein persönlicher Ausblick: Wie geht es weiter mit dem smart lab und den „ready to“-Services?

Mein Ziel ist eine Organisation, die Produkte für smart und andere Marken entwickelt – und den Kunden damit im Schnitt zwei Stunden pro Woche spart. Wir haben unseren Job dann gemacht, wenn ein Kunde sagt: Ihr habt mein Leben verbessert. Bald wird das Auto nicht mehr nur ein Gefährt sein, sondern ein urbaner Assistent, beispielsweise indem er meine Pakete annimmt.


Mehr Informationen zu den „ready to“-Services: http://www.smart.com/readyto

Mehr Inforamtionen zu smart: https://www.daimler.com/produkte/pkw/smart/smart-uebersicht.html

 


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Daniel Deparis ist Leiter des smart lab. Die flexible Schwarm-Organisation mit Kollegen von smart, car2go, und der Daimler Mobility Services entwickelt Services rund um das Fahrzeug, die das Leben in der Stadt einfacher machen.

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