FEMTEC Innovationswerkstatt: Gelebte Digitalisierung

Virtuell durch die Produktionshallen von Daimler reisen. Bisher noch eine Wunschvorstellung. Aber nicht mehr lang: Welche neuen Technologieentwicklungen innerhalb von einem halben Jahr entstehen können, zeigt die FEMTEC Innovationswerkstatt.

Die FEMTEC fördert Studentinnen, speziell aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), im Rahmen eines zweijährigen Careerbuilding-Programms und bringt sie mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Durch die Kooperation zwischen FEMTEC und der Daimler AG haben die Teilnehmerinnen im Modul „Innovationswerkstatt“ die Möglichkeit, neue Ideen für Daimler zu entwickeln.

Soweit so gut: Als langjähriges Partnerunternehmen erklärten wir uns natürlich sofort bereit, eine Innovationswerkstatt in unserem Hause durchzuführen. Meine Kollegen und ich kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen bei Daimler und unterstützen als Projektbetreuer: Oli und Philip aus der Montageplanung, Vesna aus der HR, Tom aus der TecFabrik und ich, Inessa, aus der Fabrikplanung.

Als Schwerpunkt wählten wir die Produktionsplanung der Zukunft und die Innovationsentwicklung auf Basis von Daimler Plant View – eine Art Street View für Innenbereiche. Diese Technologie ermöglicht es uns jetzt schon, virtuell durch unsere weltweiten Produktionshallen oder Büros zu reisen.

Doch damit nicht genug, denn das Potenzial, das sich hinter Daimler Plant View verbirgt, ist enorm. Das war uns von Anfang an klar! Wir waren uns sicher, dass wir in vielen Bereichen einen großen Mehrwert durch Indoor-Hallenscans schaffen können, die noch über die aktuelle Anwendung hinausgehen. Unsere Erwartungen an das Projekt waren groß, denn wir wollten neue, frische und kreative Ideen. Diesen Anspruch nahmen die 30 Teilnehmerinnen mit in die Innovationswerkstatt.

Der große Tag

Nach sechs arbeitsintensiven Monaten war der langersehnte Tag gekommen: die Abschlusspräsentation der Innovationswerkstatt. Nach einer spannenden Key Note von Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands von Mercedes-Benz Cars, verantwortlich für Produktion und Supply Chain, der den Anwesenden einen Einblick in Innovation und Herausforderungen der Mercedes-Benz Cars Produktion gab, starteten die Studentinnen mit den Pitches: Jede Gruppe stellte ihre Idee beziehungsweise ihren Prototypen vor. Geladen waren Top Management und zahlreich Gästen im Mercedes-Benz Kundencenter.

Markus Schäfer, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars Produktion und Supply Chain

Die Ergebnisse und entwickelten Ideen waren beeindruckend: Besonders die Vielfalt und Kreativität der einzelnen Gruppen war Klasse, denn neben neuen Ansätzen für Montage- und Fabrikplanung sind auch Prototypen mit Schwerpunkt HR vorgestellt worden.

Doch bevor ihr weiterlest, schaut euch doch am besten das energiegeladene Video zur Veranstaltung an:

„Benz-o-Mat“

Eines der HR-Themen hieß „Benz-o-Mat“ und kam von der Gruppe „Femtastic Five“.  Daimler Plant View wird genutzt, um Auszubildenden ihren zukünftigen Arbeitsplatz auf der Daimler Karriereseite vorzustellen. Zusätzlich kann man durch gezielte Fragen eine Empfehlung erhalten, welcher Ausbildungsplatz zu einem passt.

Interessiert sich ein potenzieller Bewerber für eine konkrete Ausbildung, so kann er eine virtuelle Begehung zu den verschiedenen Stationen machen, die ihn während der Ausbildung erwarten. Diese Stationen können durch Fotos und Videos ergänzt werden, sodass auch persönliche Erfahrungen von aktuellen Auszubildenden mit eingebracht werden.

„PlanConnect“

Eine weitere Idee, die in der Innovationswerkstatt entstanden ist: Ein innovativerer und verbesserter Auftrags-Vergabeprozess zwischen Daimler und Lieferanten. Die fünf Studentinnen von „Stern 4.0“ überzeugten das Publikum mit „PlanConnect“. „PlanConnect“ unterstützt den Ausschreibungsprozess durch die Verknüpfung von Lastenheft und dem „digitalen Hallenzwilling“.

Die Vorteile von „PlanConnect“ sprechen für sich: der Lieferant erhält eine eindeutige und detaillierte Planungsgrundlage und wiederholte Vorort-Besichtigungen entfallen. Realisiert wird das durch eingeschränkte Zugriffsrechte, sodass der Lieferant nur den für ihn relevanten Teil der Halle sehen kann. Dadurch ist er in der Lage, den betroffenen Abschnitt zu vermessen und auf hinterlegte Points of Interest, wie zum Beispiel Nachrichten, Fotos, Videos, zuzugreifen.

Von links: Sandra, Viola, Paula, Aoufa und Solveigh von „Sterne 4.0“ sind mit „PlanConnect“ die glücklichen Gewinner in der Kategorie „Beste Idee“.

Da die Idee zeitnah und ohne großen Aufwand implementierbar ist, wurde sie in der Kategorie „Beste Idee“ ausgezeichnet.

Wie der Zufall es manchmal so will, trafen Aoufa und Paula am Tage ihres Rückflugs Konzernchef Dieter Zetsche am Flughafen Stuttgart. Stolz präsentierten sie ihm ihren Preis und berichteten ihm auch von dem erfolgreichen Projekt.

Zeitnahe Umsetzung

Wir freuen uns, dass das Feedback der Gäste am Tage der Abschlusspräsentation durchweg positiv ausgefallen ist und das Interesse der Fachbereiche sehr hoch war. Natürlich verfolgen wir die Ideen in den kooperierenden Fachbereichen weiter und werden je nach Aufwand und Nutzen diese auch zeitnah zur Umsetzung bringen. Auch mit den Studentinnen bleiben wir weiterhin in Kontakt und hoffen, dass wir die ein oder andere zukünftig als Kollegin bei uns begrüßen dürfen!

Alles in Allem: Es war eine tolle Zeit! Ich habe auch außerhalb meines Tagesgeschäftes viele neue Einblicke gewinnen können und mein Projektteam ist mir wirklich ans Herz gewachsen. An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei Vesna, Philip und Oli bedanken und natürlich würden wir auch ein zweites Mal „Ja!“ zu einer Innovationswerkstatt sagen.


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Inessa Agapova ist seit April 2016 bei der Daimler AG in Sindelfingen im Bereich Fabrikplanung tätig, wo sie die Standortentwicklung für den Produktionsstandort in Peking, China betreut. Da sie selber Absolventin des Femtec Careerbuilding Programmes ist, versteht sie nicht nur die Begeisterung der Stipendiatinnen, die hinter dem sogenannten „Femtec-Spirit“ steht, sondern glaubt auch an das vielseitige Potenzial und die hohe Kompetenz der weiblichen Nachwuchstalente.

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