DigitalLife@Daimler: Taktgeber des Wandels

Ihr liebt neue Technologien? Wir auch! Bei aller Begeisterung war uns aber früh klar: Jede Veränderung braucht vor allem Menschen, die sie tragen und vorantreiben. Deshalb haben wir die Initiative DigitalLife@Daimler gestartet. Seit 2011 laufen alle Fäden rund um die digitale Transformation hier zusammen. Unser Ziel: Neue Themen für alle erlebbar zu machen – und den Konzern damit insgesamt zu stärken.

Kapuzenpullis im Strategiebereich der Daimler AG? Ah, mal wieder jemand von einem Start-up zu Gast… Solche Aussagen haben wir öfter gehört, als wir vor sieben Jahren DigitalLife@Daimler starteten: Als kleine interne Initiative, die sämtliche Aktivitäten des Konzerns zu digitalen Themen bündeln sollte.

Mit einem Start-up hat unser Team tatsächlich mehr gemeinsam als nur eine Vorliebe für gewisse Outfits. Auch wir wollen die Chancen der digitalen Transformation bestmöglich nutzen. Allerdings nicht aus der Garage heraus, sondern für unseren großen, traditionsreichen Konzern. Dafür brauchen wir außer guten Ideen auch neue Formen der Zusammenarbeit.

Dr. Dieter Zetsche auf dem DigitalLife Day 2016 der Daimler AG.

Dass wir uns mittlerweile in vielen Bereichen bei Daimler duzen und Jeans tragen ist wahrscheinlich eines der sichtbarsten Zeichen für die Veränderungen, die aktuell bei uns im Konzern stattfinden. Wichtiger ist aber, WAS wir machen und WIE wir es machen.

Unsere „Mission“ kurz zusammengefasst: DigitalLife bringt Ideen und Menschen zusammen, macht Innovationen sichtbar und treibt ihre Umsetzung voran. Und das international, interdisziplinär und jenseits aller „Linien“ (Großkonzernsprache für Organisations-Strukturen). Dafür haben wir uns nach Hashtags in vier Teams organisiert.

Die Strategen: #transform

Wir gestalten die Strategie und die Ausrichtung bei Daimler zu Digitalen Themen. Das heißt, dass wir nicht nur bei aktuellen Trends und wenn’s mal passt ein paar Synergien bündeln, sondern dass wir die Digitalisierung permanent und grundsätzlich vorantreiben.

Ein zentrales Stichwort ist dabei die Transparenz: Was passiert im Konzern rund um das Thema Digitalisierung? An welchen Tools arbeiten die Stuttgarter Pkw-Experten gerade, welche Innovationen hat der Truck-Bereich in der Pipeline?

#transform

Das Strategieteam #transform sorgt dafür, dass einer vom anderen lernt. Praktisch heißt das: Alle sechs Wochen treffen sich Vertreter aller Divisionen und bringen sich gegenseitig auf den neuesten Stand. Synergien lassen sich so früh entdecken.

Das Team von #transform ist im strategischen Zentrum des Konzerns angesiedelt und versteht sich als Takt- und Impulsgeber. Dafür müssen wir natürlich die digitale Welt „da draußen“ kontinuierlich nach relevanten Trendthemen scannen. Ob Blockchains, Drohnen oder Artificial Intelligence (AI): Hierzu laufen gerade mehrere Pilotprojekte.

Warum steuern wir diese Themen? Weil sie für viele Unternehmensbereiche interessant und wichtig sind. Die Umsetzung läuft dann immer gemeinsam mit den Divisionen und anderen Partnern.

Die Ideenschmiede: #ideate

Nicht jeder kann Code schreiben. Aber jeder kann eine Idee haben, die Daimler weiterbringt. Diesen Fundus an Kreativität im Konzern zu erschließen, ist das Ziel von #ideate.

Eines der ersten Formate von DigitalLife waren so genannte Open Spaces. Einer dieser Open Spaces kann man sogar als „Kick-Off-Veranstaltung“ zu DigitalLife bei Daimler bezeichnen. Die Initiative ist zwar nicht dort direkt entstanden, aber hier haben wir gemeinsam die Themen dafür definiert. Ganz wichtig war für uns schon damals, dass wir von Anfang an die Mitarbeiter beteiligen.

Das Konzept: Losgelöst von Agenda, Struktur oder Hierarchien nimmt sich eine Gruppe von Mitarbeitern einen Tag Zeit für ein Fokusthema. Die besten zehn Ideen, die dabei entstehen, stellen wir auf der „DigitalLife Crowd Ideation Platform“ ein – wenn das von den Ideengebern gewünscht ist. Hier zeigt sich die ganze Power eines großen Konzerns: Rund 100.000 User, darunter viele HR-Experten ebenso wie IT-Profis, evaluieren, kommentieren und bringen eigene Vorschläge ein.

#ideate

Erste Ergebnisse dieses Prozesses sind Tools wie die „pactris“-App. Die hilft Kunden, schon im Geschäft das Verladen der Pakete im Auto clever zu planen. Seit der Präsentation auf der IFA 2016 wurde die App kontinuierlich weiterentwickelt. Und genau darum geht es uns bei Ideation: Die Ideen unserer Mitarbeiter werden nicht nur entwickelt und gehört, sondern mit unserer Unterstützung auch konsequent umgesetzt. Für diese Prozesse haben wir den Award für das beste Inno-Hub Deutschlands erhalten.

Mindestens genauso wichtig wie Ideen der Mitarbeiter sind die Impulse von außen. Das Team von #ideate organisiert daher unter anderem die globale Hackathon-Reihe „DigitalLife Campus“. In den vergangenen zwei Jahren haben wir auf drei Kontinenten zehn solcher 24-Stunden-Events auf die Beine gestellt. Mehr als 500 Studenten waren dabei. Sie haben erlebt, dass aus Daimler längst ein „Digital Leader“ geworden ist. Und für uns als Konzern genauso wichtig: Bei den Hacks haben wir viele zukünftige Mitarbeiter kennen gelernt und danach eingestellt, Ideen weiter getrieben und unsere Attraktivität als Arbeitgeber deutlich gesteigert.

Die Netzwerker: #collaborate

Ein Unternehmen mit 289.000 Mitarbeitern ist immer auch ein „soziales Netzwerk“: Kommunikation und Zusammenarbeit mit Hilfe digitaler Möglichkeiten konzernweit zu stärken, ist die Hauptaufgabe des Teams #collaborate.

Zum einen investieren wir in Technologie, entwickeln ein Social Intranet gemeinsam mit unseren Kollegen der Unternehmenskommunikation und IT und führen es weltweit ein. Hier legen wir den Fokus auf den effektiven Umgang mit der Plattform, beraten Fachbereiche und bilden unternehmensweit Multiplikatoren und Community Manager aus. Denn „Wandel“ lässt sich nicht befehlen. Wir wollen Menschen befähigen neue Wege zu gehen und besser zu arbeiten.

#collaborate

Zum anderen investieren wir in Mindset und Vernetzungskompetenz, ganz unabhängig von Tools. Working Out Loud (WOL) verbreiten wir bei Daimler bereits seit über zwei Jahren und unterstützen Mitarbeiter im zielgerichteten Netzwerkaufbau. In einem WOL-Circle treffen sich (oft virtuell) bis zu fünf Experten um über zwölf Wochen an einem jeweils individuell selbstgewählten Ziel strukturiert zu arbeiten. Arbeit sichtbar machen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen in neuer Dimension – dafür gab’s sogar schon den HR Excellence Award.

Die Brückenbauer: #change

All die skizzierten Neuerungen verändern die Art, wie wir zusammenarbeiten: unsere Unternehmenskultur. Besonders wichtig ist daher, alle Mitarbeiter auf dem Weg der digitalen Transformation mitzunehmen.

Dafür geht das Team von #change in die Werke, veranstaltet Workshops, hält Vorträge. Es gibt sogar einen umgebauten „DigitalLife Bus“ – randvoll mit digitalen Gadgets. Bei „Fail’n’Learn-Nights“ berichten Manager von Projekten, die einmal nicht so gut gelaufen sind – und was sie daraus gelernt haben. So stärken wir – ganz undigital – auch die Fehlerkultur.

#change

Das wichtigste interne Event aber ist der DigitalLife Day. Hier gibt es neben Bühnen mit Speakern und Talks auch Marktstände, die Innovationen bei Daimler präsentieren – etwa das „digitale Schweißen“ aus dem Werk Bremen. Bei Ideen Pitches dürfen zehn Teams ihre Projekte vor dem Topmanagement präsentieren. Das Format ist so erfolgreich, dass wir im Mai 2018 erstmals auch in Indien einen DigitalLife Day veranstaltet haben. 4.000 Mitarbeiter, fast 80 Prozent des Werkes, waren dabei.

Wir bei DigitalLife verstehen uns auch als Pioniere, wenn es darum geht, neue internationale Tech-Events und Plattformen auszuprobieren. So sind wir schon seit fünf Jahren beim Mobile World Congress in Barcelona vertreten. Und 2018 auch erstmals beim Tech Open Air in Berlin.

DigitalLife: Mensch im Mittelpunkt

Was wir gelernt haben in den vergangenen Jahren? Vor allem, dass Digitalisierung so viele Facetten hat, dass wir sie nur gemeinsam klug nutzen können. Unser DigitalLife-Team spiegelt diese Vielfalt der Aufgaben: Hier arbeiten BWLer aus Stuttgart ebenso wie eine Marketing-Expertin aus China, eine Politikwissenschaftlerin aus Japan oder IT- und Entwicklungsprofis aus Indien.

Künftig wollen wir unsere Themen noch stärker in die Divisionen tragen – und noch internationaler werden. Der DigitalLife Day in Indien im Mai war erst der Anfang.

Der Mensch bleibt bei all dem im Mittelpunkt unserer Initiative. Deshalb haben wir sie ja auch nicht DigitalFuture oder DigitalTransformation genannt. Sondern DigitalLife.


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Markus Hägele ist Head of DigitalLife@Daimler. Sein Ziel ist es, die Digitalisierung bei Daimler mit dem DigitalLife Team und seinen Partnern in alle Bereiche des Unternehmens zu tragen. Für ihn geht es bei der Digitalisierung um den Menschen und nicht nur um die Technologie selbst.

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