Park-Liefer-Service: Mehr Quality Time mit CHARK.me

Man liest gelegentlich, dass Erfinder zu Ihren zündenden Ideen wie die Jungfrau zum Kinde kommen – oder eben systematisch danach suchen. Manchmal sogar soll es zu jenen ‘Einfällen des Lebens’ Samstag früh morgens im Bett kommen. Aber dazu später mehr.

Ich befinde mich im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums. Auf einem sogenannten „TecDay“. Innovative Lösungen für das Parken werden präsentiert: wie war Parken gestern, wie stellen wir heute das Auto ab und parken wir morgen überhaupt noch selbst? Es werden digitale Ideen rund um das parkende Auto vorgestellt, die das Leben des zeitgemäßen homo sapiens erleichtern sollen.

Die Neugierde steigt. Mein Arbeitgeber hat zwar in den vergangenen 132 Jahren über 110.000 Patente angemeldet, der Drang zum Erfinden scheint jedoch vor allem auch Dank den digitalen Möglichkeiten ungebrochen zu sein.
Zahlen schwirren umher. Viele Zahlen.

Für die Services benötigt man ein Mercedes-Benz Fahrzeug, das Mercedes me connect fähig ist.

Statistiken werden häufig vom jeweiligen Betrachter recht kreativ interpretiert. Doch lässt sich an der Tatsache, dass ein Auto durchschnittlich 95% der Zeit rumsteht nur um sich dann anschließend in den proppevollen Morgen- oder Feierabendverkehr zu stürzen, relativ wenig herumdiskutieren.

Frei verfügbare Zeit als wahrer Luxus

Ich fühle mich angesprochen. Als gefühlter Mittzwanziger von 36 Jahren, der im urbanen Raum lebt und inzwischen eine gewisse Flexibilität seines Arbeitgebers gewohnt ist, frage ich mich schon seit einigen Jahren: Warum gibt es diese Flexibilität nicht auch in der knapp bemessenen Freizeit?

Besorgungsfahrten für Alltägliches inklusive der Parkplatzsuche sind ein notwendiges Übel. So sehr ich den inspirierenden Smalltalk in der Reinigung auch schätze und mir gerne in der Schlange des Supermarktes tiefgehende Gedanken über meinen nächsten Friseurtermin mache: Der wahre Luxus der Gegenwart ist Zeit. Ich will „Quality Time“. Vor allem nach dem Feierabend.

Ich will den Abend nicht damit verbringen, 08/15 Erledigungen zu machen. Klar, Supermärkte liefern die Einkäufe inzwischen nach Hause und Logistikdienstleister fahren meine Pakete auch abends aus, aber dafür muss ich ja trotzdem zuhause sein und warten. Könnte nicht mein bisher viel zu viel einfach rumstehendes Fahrzeug Teil der Lösung sein? Wieso steht nicht einfach alles, was ich brauche schon in meinem Auto, wenn ich in den wohlverdienten Feierabend schlender? Ob Lebensmittel, Wasserkisten oder Pakete?

Daimler hat eigens einen Inkubator für Mitarbeiter-Ideen

Doch mit einem solchen Gedanken alleine kommt man nicht weit. Mit vielen anderen innovationshungrigen Kollegen haben wir über Monate ein Konzept für Services rund um das parkende Fahrzeug ausgearbeitet. Und anschließend mit den Experten des Innovationsbereichs Lab1886 weiterentwickelt. Drei Schritte vor, zwei zurück. Solange bis aus der leuchtenden Idee ein belastbares Geschäftsmodell entstand.

Das Projekt ist als Alphatest mit Mitarbeitern der Daimler AG gestartet, die Ausweitung auf externe Kunden geplant im kommenden Jahr.

Eben jenes Modell hatte kaum das Licht der Welt erblickt, da wurde es schon ins Haifischbecken geworfen: Der Daimler-Inkubator (Brutkasten) hat einen eigens etablierten Auswahlprozess, bei dem Ideen präsentiert und bei positiver Rückmeldung finanziert werden. Herzstück dieses Prozesses ist ein sogenannter „Shark-Tank“, ein Gremium bestehend aus Mitgliedern des Vorstands, Arbeitgeber-Vertretern, externen Experten aus der Startup-Szene sowie weiteren Führungskräften.

Das Beste aus beiden Welten

Es ist wie so oft im Berufsleben: wenn man die richtigen Fürsprecher und Entscheider für sich gewinnt, versacken Innovationen nicht in der Hierarchie. Und unser Konzept überzeugte:

Zwölf Monate später haben wir dank der Kooperation mit den Experten aus dem Lab und externen Partnern ein fertiges Produkt. Wir sind seitdem –  bei voller Bezahlung und Rückkehrgarantie – komplett freigestellt von unserem regulären Job, haben unser eigenes Budget aber auch die volle Verantwortung: Quasi alle unternehmerische Freiheiten mit Sicherheitsnetz. Das Beste aus beiden Welten. Intrapreneurship ist kein Zuckerschlecken – aber was will man mehr?

CHARK.me ist als offene Plattform angelegt. Es können in kürzester Zeit weitere Dienstleistungen integriert werden.

So stehen wir nun schließlich mit unserer Innovation hier im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums und dürfen sie in Kürze den Medienkollegen präsentieren. Ich muss an die Worte unseres Chefs Dieter Zetsche denken und sinniere:

Es geht gar nicht darum, jedes Mal die ganze Branche zu verändern. Manchmal sind es kleine, originelle Ideen.

Zu welchen Anteilen unsere Innovation nun das Produkt eines systematischen Innovationsprozesses oder eines schicksalhaften, plötzlichen Einfalls (wie die Jungfrau zum Kinde) ist?

Es ist wahrscheinlich eine Kombination von beidem. Das Entscheidende jedoch ist: Wir können das Leben Einzelner ein ganzes Stück angenehmer gestalten.

Apropos: ich bin ja von Sternzeichen tatsächlich Jungfrau und glaube deshalb nicht an Vorherbestimmung oder Sterndeutung…


CHange the way you paRK: Wie funktioniert CHARK.me?

Wer über die CHARK.me User App einen Service bei einem Anbieter bucht, erhält von diesem eine Zugriffsanfrage für den bei der Buchung angegebenen Leistungszeitraum. Wird diese bestätigt, kann der Dienstleister in diesem Zeitraum an einem festgelegten Standort einmalig das Fahrzeug öffnen und schließen. Dazu nutzt der Lieferant, der den Service durchführt, ebenfalls die CHARK.me Operator App.

Angebotene Services derzeit: Lieferung von Lebensmitteln und Paketen in den Kofferraum, Abholung von Wäsche und das Bringen der gereinigten Kleidung sowie eine Autowäsche direkt am Parkplatz.

Der Kunde gibt in der App den ungefähren Standort seines geparkten Fahrzeugs an. Erreicht der Dienstleister dieses in einem Umkreis von 500 Metern, wird ihm anhand der dann vom Fahrzeug gesendeten GPS-Daten die genaue Position übermittelt.

Dann gibt der Mitarbeiter die letzten drei Ziffern des Kfz-Kennzeichens in die App ein und verifiziert so, dass er vor dem Fahrzeug steht. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal ist ein virtueller Zaun (geo fence), den die Kunden um ihr Fahrzeug ziehen können.


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Für das Projekt CHARK.me ist Ralf Wegener im April 2017 in das Lab1886 gewechselt. Als Co-Founder leitet er das Projekt gemeinsam mit Gesine Sahlfeld und ist schwerpunktmässig für den Tech Part verantwortlich. Ralf Wegener ist seit 2008 als passionierter Innovator im Daimler Konzern unterwegs, schwerpunktmäßig in internationalen Hybrid und EV Projekten. Vor seinem Lab1886 Wechsel hat er den Gesamtfahrzeugversuch des Mercedes Elektrofahrzeugs EQC koordiniert. Seine most favourite CHARK.me Services: Lieferungen von Amazon Paketen ins Fahrzeug (akute Suchtgefahr), sowie Hemdenreinigung.

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