mytaxi: Mit dem Taxi vom Start-up in den Daimler-Konzern

2009 habe ich das Start-up mytaxi gegründet – eine App, die Fahrgast und Fahrer verbindet. Heute gehört mytaxi zu Daimler Mobility Services. Wie es dazu kam und was sich mit der Übernahme für das Unternehmen geändert hat, möchte ich hier berichten.

„Hallo, Taxi!“ Einmal winken, und schon hält ein Wagen. Was im Film meist problemlos funktioniert, ist in Wirklichkeit gar nicht so einfach. Zumindest, wenn man sich nicht gerade in einer amerikanischen Großstadt befindet. Das mussten mein Cousin Sven Külper und ich feststellen, als wir im Sommer 2008 vergeblich versuchten, nachts in München ein Taxi zu ergattern.

Da kam uns die Idee für mytaxi: Eine App, mit der sich Taxifahrer und Kunde mittels der GPS-Funktion von Smartphones punktgenau orten können. So kann der Fahrer auf einer virtuellen Karte sehen, wo der nächste Kunde wartet und umgekehrt sieht der Kunde, wo das nächste Taxi fährt. Damit können beide Parteien einfach und direkt zusammenfinden.

Gesagt, getan! Wir stürzten uns direkt in das Projekt. Zuerst musste ein Businessplan her. Wir haben den Markt analysiert, mit Taxifahrern gesprochen und Workshops veranstaltet. Sven und ich ergänzten uns optimal: Ich war fit im Programmieren, Sven wiederum brachte die Marketing-Erfahrung mit.

Der Exit

Wir hatten das nötige Quäntchen Glück und einige große Investoren haben das Potential unserer Geschäftsidee schnell erkannt. Im Jahr 2012 hat sich auch Daimler Mobility Services an mytaxi beteiligt und damit den Grundstein für die daraus folgende Zusammenarbeit gelegt. Jetzt lag die Herausforderung darin, Angebot und Nachfrage für unseren Service aufzubauen und gleichzeitig sicherzustellen, dass genügend freie Taxis verfügbar sind.

Als 2014 das Kaufangebot von Daimler Mobility Services kam, haben wir uns gut überlegt, ob wir diesen Schritt wirklich gehen wollen. Doch um unserer Vision, Europas größte und beste Taxi-App zu werden, einen Schritt näher zu kommen, brauchten wir einen starken Partner an unserer Seite. Der Deal mit Daimler Mobility Services war besiegelt.

Start-up-Spirit im Traditionskonzern

Oft werde ich gefragt, ob mytaxi seit der Übernahme durch Daimler Mobility Services zum Konzern geworden ist. Dann behaupte ich schmunzelnd, dass es eher andersrum ist! Die Arbeitsweise von Daimler Mobility Services ist gar nicht so weit weg von der eines Start-ups. Viele Elemente unserer Firmenkultur, unsere Werte aus den Anfängen als Start-up, finden sich auch bei Daimler Mobility Services wieder.

Zum Beispiel das Vertrauen in die Mitarbeiter, für mich das wichtigste Kriterium guter Führung. Ein Team muss autark und eigenverantwortlich arbeiten und selbst entscheiden können, wann es Zeit ist, den Chef ins Boot zu holen. Um die besten Management-Entscheidungen zu treffen, ist es aber auch wichtig, nahbar zu bleiben. Mikromanagement, also eine übertriebene Detailorientierung der Führungsebene, sollte man hingegen vermeiden, weil es die Mitarbeiter demotiviert. Auch wenn manchmal Fehler passieren.

Apropos: Fehler machen und daraus lernen ist essentiell für den Erfolg eines Unternehmens – egal ob Start-up oder Großkonzern. Denn nur wenn Mitarbeiter sich trauen, ihre Ideen einzubringen und neue Wege zu gehen, kann Fortschritt erzielt werden. So war das auch bei mytaxi. Wir haben viel rumprobiert. Und viele Fehler gemacht. Unzählige Ideen haben wir wieder verworfen, andere bilden heute die Grundlage für mytaxis Kerngeschäft.

In mytaxi steckt immer noch ganz viel Start-up, auch wenn es jetzt Teil eines Großkonzerns ist. Daimler lässt mytaxi viel Gestaltungsfreiraum und wichtige Entscheidungen werden immer gemeinsam getroffen. Ich bin froh, dass die Start-up-mäßigen Arbeits- und Führungsmodelle, nach denen wir bei mytaxi arbeiten, auch mehr und mehr in der Daimler-Welt gelebt werden.

Das gemeinsame Know-how macht uns erfolgreich: mytaxi ist in über 70 Städten in 13 Ländern weltweit verfügbar und Europas führende e-hailing App. Durch die Organisation der Mobilität mittels App, kann jeder individuell profitieren.


Dieser Beitrag ist bereits auf dem Mercedes-Benz Bank Blog erschienen.


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Jan-Niclaus Mewes, ehemaliger Gründer und CEO von mytaxi, ist heute in der Geschäftsführung von Daimler Mobility Services. Dort ist er für die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens zuständig und vertritt die Interessen von mytaxi im Daimler Aufsichtsrat.

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