Held(en) gefunden! #saveLarissa und die Folgen

Viele von euch erinnern sich vielleicht an meinen ersten Blog-Beitrag vom 28. Februar. Damals habe ich nach einem Stammzellenspender für meine Tochter Larissa (8) gesucht , nachdem sie seit Jahresbeginn schwer an einer Knochenmarkerkrankung leidet.

Nach vielen anstrengenden und schwierigen Wochen habe ich nun heute endlich eine sehr gute Nachricht für Euch: Wir haben den gesuchten Helden für Larissa gefunden! Sie ist zurzeit im Krankenhaus und hat nach einigen Tagen Chemotherapie mittlerweile die Knochenmarkspende erhalten. Es wird aber noch einige Wochen dauern, bis sie wieder nach Hause darf.

Gruppenbild der Helfer

Wir haben aber nicht nur einen Helden gefunden, sondern gleich mehrere. Und genau über die vielen Helden, viele aus der Daimler Welt, möchte ich Euch heute berichten. Für mich und meine gesamte Familie war es atemberaubend zu sehen, was aus meinem ersten Blogbeitrag entstanden ist.

Erfolgreiche Typisierungsaktion – 2.522 mögliche neue Helden

Am 4. März 2018 hat unsere große #saveLarissa Typisierungsaktion im VIP-Raum des GAZi-Stadion’s auf der Waldau stattgefunden. An diesem Tag hat einfach alles gepasst: sehr schönes, sonniges Wetter, über 100 Helfer und 2.522 Menschen, die sich typisieren ließen.

Die Hilfsbereitschaft der Daimler Kollegen war riesig. Schon unter den Helfern waren rund 20 Daimler-Mitarbeiter dabei und noch etliche Kollegen mehr sind zum Typisieren gekommen. Die Mitarbeiter waren dabei bunt gemischt, bekannte und unbekannte Gesichter, vom Produktionsmitarbeiter über den Sachbearbeiter bis hin zu unseren Führungskräften.

Unterstützt wurden wir bei der Typisierungsaktion auch von einigen Prominenten: Miss Germany Anahita Rehbein, Teile der Football Mannschaft der Stuttgart Scorpions und die Stuttgarter Band Schmutzki waren vor Ort und leisteten ihren Beitrag.

Foto: Markus Schwarz

Einen sehr großen Anteil hatten aber auch die Stuttgarter Kickers, bei denen ich seit mehreren Jahren ehrenamtlich tätig bin. Die Kickers haben mit dem GAZi-Stadion nicht nur einen Ort zur Verfügung gestellt, an dem wir die Typisierungsaktion durchführen konnten.

Sie haben durch ihre Kontakte auch die Unterstützung weiterer Prominenter gewinnen können, wie z.B. die unseres Ex-Bundestrainers Jürgen Klinsmann. Wie wichtig so ein starkes soziales Netz – sei es in der Familie, im Verein oder am Arbeitsplatz – gerade auch in Krisen-Situationen sein kann, darauf ist nach #saveLarissa sogar der Klinsmann-Berater Roland Eitel in einer Rede eingegangen:

Überwältigende Unterstützung

Generell war das Feedback auf meinen Blog-Beitrag überwältigend. 135 Kommentare, einer davon vom Daimler Personalvorstand Wilfried Porth. Der Link zum Blog wurde von Dr. Zetsche auf LinkedIn gepostet. Ich habe etliche ermutigende Emails bekommen, unter anderem von Kollegen aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, aus der Türkei und aus Mexiko.

Screenshot aus LinkedIn

Auch in den Betriebsversammlungen wurde die Typisierungsaktion angesprochen. In Untertürkheim persönlich durch zwei Freundinnen unserer Familie und in Sindelfingen durch den Betriebsrat selbst.

Insgesamt kamen dabei von Euch einige Anregungen zusammen, an denen ich teilweise schon dran war. Ich möchte Euch nun mitteilen, was daraus geworden ist:

Eigene Typisierungsaktion bei Daimler

Die DKMS führt bei Unternehmen nur Typisierungsaktionen durch, wenn das Unternehmen die Kosten von 35 € pro Person übernimmt. Daimler spendet bereits jährlich einen größeren Betrag an die DKMS.

Übertragung von Überstunden

Mehrere Kollegen kamen nach dem Blog-Beitrag auf mich zu, um mir ihre Überstunden zu spenden, damit ich mehr Zeit mit der Familie verbringen kann. Diese Anregung habe ich gerne aufgenommen und mir auch Gedanken dazu gemacht. Ich habe einen „Überstundenpool für soziale Zwecke“ angeregt. Hintergrund ist, dass Mitarbeiter, die ihre Angehörigen pflegen, notfalls die Wochenarbeitszeit reduzieren müssen und so langfristig auch finanzielle Einbußen zu verkraften haben. Diese Problematik kommt zur familiären Situation hinzu, der Mitarbeiter hat somit mehrere „Baustellen“.

Meine Idee ist der Aufbau eines Überstundenpools für soziale Zwecke. In diesen Pool können Kollegen dann ihre Überstunden für soziale Zwecke spenden. Mitarbeiter die z.B. neben ihrem Hauptjob auch ihre Angehörigen pflegen müssen, können die gespendeten Überstunden dann für sich beantragen. Daraus folgt, dass sich Kollegen gegenseitig mit dem Wertvollsten unterstützen können, was wir haben: Zeit. Dadurch steigt die Flexibilität, der Stress wird reduziert und die Gesundheit des Mitarbeiters geschont.

Steffen Müller – Foto: Alessa Becker

Die Übertragung von Überstunden und auch meine Idee wurden geprüft. Aus sozialversicherungsrechtlichen Gründen ist die Umsetzung leider nicht möglich. Wie oben geschrieben geht es mir dabei aber nicht um mich, sondern um die gute Idee an sich. Wenn ihr also noch Anregungen habt, wie wir das Thema Überstunden-Spende mit dem Sozialversicherungsrecht vereinbaren können, meldet euch bei mir.

Spendenbox

Die Kollegen aus der Logistik in Hedelfingen haben meinen Blog-Beitrag über Larissa in ihren Teamrunden besprochen. Dadurch sind einige von ihnen zur Typisierungsaktion gekommen. Der Meister Arkin Dogan hat beim Vorarbeiter außerdem eine Spendenbox aufgestellt. Darin wurden von den operativen Mitarbeitern, den Meistern und den Teamleitern Spenden in Höhe von 808,29 € gesammelt. So können wir 23 weitere Typisierungen für Larissa finanzieren. Das Geld hat mir unser Kollege Arkin Dogan letzte Woche bei einem Besuch in Hedelfingen persönlich übergeben. Ich habe mich so sehr über diese Aktion der mir bis dahin unbekannten Kollegen gefreut, dass ich den Betrag auf 1.000 € aufgerundet habe.

Fit für den guten Zweck

Auch über Daimler hinaus hat meine Familien in den vergangenen Wochen viel Unterstützung erfahren. Der Fitness- und Wellnesclub GYM 24 hat mir einen Gutschein für eine Premium All-in Jahresmitgliedschaft im Wert von 850 € zur Verfügung gestellt. Diesen Gutschein versteigere ich zugunsten der DKMS über Ebay. Derjenige, der den Gutschein ersteigert kann die Auktionssumme direkt an die DKMS spenden und so zur Finanzierung von #saveLarissa beitragen. Dafür bekommt er selbstverständlich auch eine Spendenbescheinigung. Bietet bitte fleißig mit für diesen guten Zweck. GYM 24 hat Standorte in Böblingen, Böblingen-Hulb, Calw, Herrenberg und Wildberg-Schönbronn.

Finanzielle Spenden

Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, helfen darüber hinaus auch weitere finanzielle Spenden. Bei jeder Typisierung entstehen bei der DKMS Kosten in Höhe von 35 €. Durch die 2.522 Typisierungen sind Kosten in Höhe von 88.270 € entstanden. Bisher konnten wir bereits knapp 70.000 € an Spenden für die DKMS generieren. Somit sind noch rund 18.000 € offen, um das große Ziel zu erreichen, die Aktion #saveLarissa komplett für die DKMS zu finanzieren. Ende April bekommen zumindest wir bei Daimler die wohlverdiente Ergebnisbeteiligung. Ich freue mich sehr, wenn einige von Euch noch ein paar Euro an die DKMS spenden werden. Jeder Euro zählt!

DKMS-Spendenkonto
IBAN: DE88 6415 0020 0002 3337 37
Stichwort: Larissa

1.000 Dank

Letztendlich haben so viele von euch uns schon jetzt auf unterschiedliche Art und Weise geholfen. Sei es durch eine Typisierung, durch eine Spende oder durch aufmunternde Worte. Deshalb seid ihr für mich und meine Familie auch alle Helden. Für diese ganze Unterstützung kann ich nur nochmal sagen:

VIELEN DANK an Euch alle!!!


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Steffen Müller arbeitet als Einkäufer im Bereich Glas, Wischersysteme und Aluzierrat, so ist er für die Verglasung S-Klasse, Electric Vehicle Architecture 2 Europa und AMG zuständig. Parallel ist er bei Leadership 2020 im Bereich Digital Transformation aktiv.

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