Daimler & BMW: Neue Kooperation, alter Wettbewerb

Heute hat die Daimler AG bekanntgegeben, dass sie beabsichtigt, in ein gemeinsames Joint-Venture mit der BMW Group einzutreten. Dieses verfolgt das Ziel, Kunden in Zukunft Mobilitätsdienstleistungen aus einer Hand anzubieten. Das Joint-Venture macht Daimler und BMW gleichzeitig zu Erzrivalen und Kooperationspartnern. Hier einige Hintergründe für diesen Schritt.

Wir bei Daimler sind unseren Wettbewerbern schon immer mit Respekt begegnet. Beifall klatschen wir aber nur in Ausnahmefällen. 2016 war so eine Ausnahme – denn da hat einer unserer stärksten Rivalen runden Geburtstag gefeiert: BMW wurde 100. Da unser Unternehmen mehr als 130 Jahre alt ist, haben wir damals diese Anzeige geschaltet: „Danke für 100 Jahre Wettbewerb. Die 30 Jahre zuvor waren doch ein bisschen öde.“

Rivalität motiviert uns

Die Geburtstagsgrüße sind gut angekommen – sogar in München. Für uns war diese Anzeige aber weit mehr als ein Marketing-Gag: Der harte Wettbewerb an der Spitze der deutschen Autoindustrie ist auch ein wesentlicher Grund für ihren Erfolg. Das gilt besonders für BMW und Mercedes – denn wir haben uns in den letzten 102 Jahren sicher nichts geschenkt!

Und das ist auch völlig richtig so. Wahrscheinlich ist das so ein Pepsi-gegen-Coke, Beatles-gegen-Stones oder Batman-gegen-Superman-Phänomen.

Worum es mir bei der Rivalität unserer Unternehmen vor allem geht: Sie motiviert uns, immer noch ein bisschen besser zu werden. Wieder und wieder. Das können Generationen von Mitarbeitern auf beiden Seiten bestätigen.

Mobilitätsdienstleistungen auf der nächsten Stufe

Auch aus diesem Grund sind sich die Führungsteams bei BMW und Daimler in einem Punkt völlig einig: Wir bleiben Wettbewerber. Gleichwohl haben wir uns jetzt noch auf etwas anderes geeinigt: Es ist an der Zeit, Mobilitätsdienstleistungen auf die nächste Stufe zu heben. Und das wollen wir gemeinsam tun.

Bei Daimler haben wir den Übergang vom Fahrzeughersteller zum Mobilitätsdienstleister vor fast einem Jahrzehnt angestoßen. Heute nutzen fast 20 Millionen Kunden unsere Mobilitätsdienstleistungen in mehr als 100 Städten weltweit. Die Dienste reichen vom flexiblen Car-Sharing mit car2go bis zur Taxibestellung über mytaxi. Und mit unserer moovel-App verkauft der Erfinder des Automobils auch Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr. Unterm Strich ist Daimler heute einer der führenden Mobilitätsdienstleister in Europa.

Das ist großartig. Aber es ist erst der Anfang.

Bei Daimler und BMW sind wir der Ansicht, dass es an der Zeit ist, unseren Kunden ein wirklich umfassendes Mobilitätsangebot zu machen – und zwar ohne noch mehr Apps, noch mehr Passwörter und noch mehr Log-Ins. Wir glauben an variable und nahtlose Lösungen, die alles, was mit Mobilität zu tun hat, zusammenbringen: von Car-Sharing und Ride-Hailing bis zum Parken und dem Laden von elektrischen Fahrzeugen. Und auch den Weg in Richtung zukünftiger Möglichkeiten wollen wir ebnen – etwa an der Schnittstelle von Car-Sharing und autonomem Fahren.

Viele dieser Pläne erfordern nicht nur eine neue Sicht auf unser eigenes Geschäft, sondern auch neue Partnerschaften mit anderen. Über das alte „Freund oder Feind?“-Schema hinaus sehen wir auch die Möglichkeit, gleichzeitig Partner und Rivalen zu sein. Deshalb bündeln wir unsere Kräfte mit einem vielleicht unerwarteten aber eben auch höchst kompetenten Partner.

Die Partnerschaft bedeutet konkret:

  • Gemeinsames Car-Sharing mit car2go und DriveNow: Unsere Kunden werden Zugriff auf insgesamt 20.000 Fahrzeuge in 31 Ballungsräumen rund um den Globus bekommen.
  • Gemeinsame Mobilität je nach Bedarf: ReachNow und moovel als Mobilitätsplattformen werden Kunden Zugang zu unterschiedlichen Verkehrsträgern bieten.
  • Gemeinsame Fahrservice-Leistungen: mytaxi, Chauffeur Privé, Clevertaxi und Taxibeat werden zusammen den größten Taxiservice der Welt schaffen und so helfen, den individuellen Verkehr in den Städten zu reduzieren.
  • Komfortable Parkmöglichkeiten: Parkmobile und ParkNow werden die Kunden bei der Parkplatzsuche unterstützen und ticket- und bargeldlose Bezahlung anbieten.
  • Kundenfreundliche Ladelösungen für Elektrofahrzeuge: ChargeNow und Digital Charging Solutions werden zusammen ein attraktives Netz von mehr als 143.000 öffentlich zugänglichen Stromanschlüssen zur Verfügung stellen.

Alles in allem unterstreicht dieses Joint-Venture also unser klares Ziel, Mobilität dynamisch weiterzuentwickeln und unser heutiges Serviceangebot im besten Sinne unserer Kunden auf neue, spannende Bereiche auszuweiten. Anders ausgedrückt: Die nächsten 30 Jahre werden alles andere als öde.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
4.9 / 5 (420 Bewertungen)
Bitte warten...

Tags: , , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Dieter Zetsche ist Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

Lesen Sie mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Martin Stypa: Hallo Rolf, hallo Martin (Kämmerling), erst einmal besonders Euch und...

  2. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Uwe Helmut Schaal: Da werden Erinnerungen wach: 1971 mit zwei 200er von Sindelfingen...

  3. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Ferdi Lorenz: Ein schönes, sehr dankbares und robustes Fahrzeug. Habe vor vielen Jahren ein...

  4. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    CMzB (Blog-Team): Hallo @Speck, da hat sich wohl ein technischer Fehler bei...

  5. Kult-Auto /8: Zurück zur Wiege

    Richard Beckmann: Moin Rolf, super Bericht und klasse Bilder. Da werden Erinnerungen wach....