Für brandverletzte Kinder: Der längste Marsch unseres Lebens

In wenigen Tagen zählt es: Gemeinsam mit zwei sportbegeisterten Freunden gehe ich beim ersten deutschen 100-Kilometer-Spendenmarsch an den Start – eine Aktion der Feuerwehr zugunsten brandverletzter Kinder. Seit Monaten bereiten wir uns vor. Die Herausforderung: Wir laufen in voller Brandschutzbekleidung und mit Atemschutzgerät.

Es war Ende Dezember. Ich saß – ausgerechnet – in der Hauptversammlung der Feuerwehr, als mein Freund Michael mir einen Screenshot schickte. Kommentar: „Komm Markus, da machen wir mit!“

Auf meinem Display las ich die Ausschreibung zu einem 100-Kilometer-Spendenmarsch der Feuerwehr in Waltershausen, Thüringen, am 31. März 2018. Mit dem Marsch sollten Spenden für den Verein „Paulinchen e.V.“ gesammelt werden, der die Therapie brandverletzter Kinder unterstützt.

Erst bei genauerem Hinsehen erkannte ich: Die Teilnehmer sollten nicht nur 100 Kilometer in 24 Stunden laufen – sondern das Ganze auch noch in voller Schutzausrüstung. Sprich in Feuerwehreinsatzjacke, Einsatzhose, Helm und mit Atemschutzgerät. Alles für einen guten Zweck. Eine super Sache! Ich sagte sofort zu.

Der guten Sache wegen

Feuerwehrfrauen und -männer sind komische Menschen. Opfern ihre Freizeit. Bilden sich ständig weiter. Sind 24 Stunden, 365 Tage die Woche auf Stand-by. Alles, um im Notfall ihr Leben in die Waagschale zu werfen und anderen zu helfen. Genau deshalb wollen auch wir dieses Projekt durchziehen: Um denen zu helfen, die Hilfe brauchen.

Wer wir sind? Mit dabei ist natürlich Michael Rentschler, der mich auf die Aktion aufmerksam gemacht hat. Er ist Berufsfeuerwehrmann aus Baden-Baden.

Und ich, ein Rohbauplaner bei Daimler, der seine Freizeit mit Sport, Feuerwehr und Familie komplett ausgefüllt hat (die Reihenfolge lasse ich an dieser Stelle offen). Gemeinsam überlegten wir, wer noch verrückt genug wäre, dieses Wagnis mit uns zu bestreiten.

Trio Infernale

Schnell kamen wir auf Jochen Kirn. Er arbeitet ebenfalls bei Daimler. Zu Jochen gibt es vor allem zwei Dinge zu sagen: Er macht genauso viel Sport wie wir, und er ist neben der Feuerwehr für jeden Spaß zu haben. Als er von unserem Vorhaben hörte, war er sofort dabei. Nun war es perfekt: das Trio Infernale. Die Vorbereitung konnte beginnen.

Dabei half uns, dass wir alle ein ähnliches Verständnis von Fitness haben: Unser Ziel ist eine „gesteigerte Arbeitskapazität über eine ausgedehnte Zeit in verschiedensten Bereichen“, um es ganz formell auszudrücken.

Was das heißt? Ganz einfach: Das Leben ist nicht vorhersehbar. Daher muss realistische, echte Fitness breit und nicht spezialisiert sein. Das betrifft sowohl die Dauer als auch die Art und Weise der Leistung.

Crossfit: Der beste Sport, den es gibt

Wir drei sind immer sportlich gewesen. Früher stand das reine Laufen im Vordergrund. Von der 10-Kilometer-Strecke über den Marathon bis zum Hindernislauf haben wir alles durch.

2014 fingen wir dann mit Crossfit an. Das ist Fitnesstraining und zugleich ein Wettkampfsport, der Gewichtheben, Sprinten, Eigengewichtsübungen sowie Turnen miteinander verbindet. Crossfit definiert Fitness als höhere Leistungsfähigkeit in allen Bereichen.

Das trainieren wir drei- bis viermal pro Woche. Für uns ist Crossfit eindeutig der beste Sport, den es gibt. Zur Vorbereitung auf den 100-Kilometer-Marsch mussten wir unser Trainingsprogramm allerdings etwas anpassen.

Von nun an stand auch Wandern auf unserem Plan. Zwei- bis dreimal die Woche legen wir seither unterschiedliche Distanzen in unterschiedlichem Tempo zurück.

Tag und Nacht im Training

Wer 24 Stunden auf den Beinen sein will, muss sich auch auf ungewohnte Weise vorbereiten: Wir wandern daher mal bei Tag, mal bei Nacht. So üben wir unsere Leistung auch dann noch abzurufen, wenn wir eigentlich müde sind.

Ebenso häufig wie die Trainingszeit ändern wir unser Outfit. An manchen Tagen sind wir in normaler Wanderkleidung unterwegs. An anderen wandern wir in voller Montur, wie wir sie auch am Aktionstag tragen werden. Viel Zeit bleibt nicht mehr bis zum Startschuss. Wir versuchen uns bis zur letzten Woche – der Wettkampfwoche – optimal vorzubereiten.

Spenden willkommen!

Zur dieser Vorbereitung gehört noch eine weitere wichtige Aufgabe: Das Sammeln von Spenden für den Verein „Paulinchen“. Denn die Unterstützung kranker Kinder ist ja der Kern der Aktion! Neben örtlichen Firmen haben bereits viele Privatleute die Initiative unterstützt – worüber wir uns sehr freuen.

Noch großartiger wäre es natürlich, wenn sich auch möglichst viele Daimler-Kollegen beteiligen. Jetzt läuft der Countdown: Drückt uns die Daumen für den 31. März und spendet!


Spendenkonto:

Paulinchen e.V.

Bank für Sozialwirtschaft AG
IBAN: DE54 2512 0510 0008 4794 00
BIC: BFSWDE33HAN

Verwendungszweck: 100km-Marsch


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Markus Götz betreut die Qualitätsplanung im Karosserierohbau bei der S-Klasse in Sindelfingen. Seine knappe Freizeit teilt er am liebsten zwischen Familie, Feuerwehr und Sport auf. Den Blog-Beitrag hat er zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Jochen Kirn und Michael Rentschler geschrieben. Jochen Kirn arbeitet als Datacenter Architekt bei Daimler in Möhringen. Michael Rentschler arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Baden-Baden. Er engagiert sich in seiner Freizeit in der Freiwilligen Feuerwehr in der Ausbildung, schraubt an seinem Mercedes und hält sich mit Sport fit.

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