Gießer als Beruf, Zeichner aus Leidenschaft

Ob in der Mittagspause, im Zug, draußen in der Natur oder zuhause auf dem Sofa. Wann immer ich dazu komme, nehme ich einen Stift in die Hand und fange an zu zeichnen. Jeder meiner Striche sitzt und jede Schattierung ist überlegt. Autos und Zeichnungen haben für mich eines gemeinsam: Sie lösen Leidenschaft in mir aus.

Denn Mercedes-Benz ist mein Kindheitstraum. Und meinen Kindheitstraum habe ich immer mit eigenen Zeichnungen festgehalten – der W123 von meinem Vater war als Sechsjähriger mein Lieblingsmodell.

Das Zeichnen in die Wiege gelegt

Professionelle Unterstützung beim Zeichnen bekam ich von meiner Tante. Sie ist Modedesignerin und während sie ihre neue Kollektion skizzierte, durfte ich ihr über die Schulter gucken. Sie hatte einen eigenen Standpunkt und sah sich selbst als Kunde.

Durch ihre Mode-Skizzen fing ich ebenfalls mit dem Zeichen an – statt Kleidung eben mit Autos. Ich weiß noch genau, wie sie sagte, dass ich meine 3D-Vorstellungen gedanklich auf das Papier kopieren soll. Viele meiner Zeichnungen habe ich dann anschließend als 3D-Modelle mit Lego-Bausteinen zu transformer-ähnlichen Modellen nachgebaut.

Von der Mode zu Mercedes

Meine Tante holte ihre Inspirationen von der Modewelt – und ich versuchte es mit Motorsport-Zeitschriften. Die dort abgebildeten Autos habe ich als Zeichenvorlage genommen und mit Stiften, die speziell für Architekten und Zeichner sind, habe ich mich an das Zeichnen mit Farbe getraut.

Um meinem Kindheitstraum näher zu kommen, fing ich im Alter von 18 Jahren bei Daimler an zu arbeiten. Leider nicht als Automobildesigner, sondern in der Gießerei. Zu diesem Zeitpunkt stand ich vor der Entscheidung: Teures Studium oder finanzielle Unterstützung für meine Familie. Ich entschied mich, mehr oder weniger freiwillig, gegen das Zeichnen als Beruf. Es ist und bleibt aber immer noch meine große Leidenschaft:

Die Ideen entstehen in meinem Kopf und werden von mir auf dem Papier oder iPad verwirklicht. Das Zeichnen auf dem iPad habe ich vor zwei Jahren begonnen. Das Gefühl ist genau dasselbe wie auf dem Papier. Wie auch meine Tante, sehe ich jede Linie aus den Augen eines Kunden. Von einer ersten Idee bis hin zu einer detailreichen Zeichnung vergehen drei bis vier Stunden. In den jeweils drei bis vier Stunden haben sich bereits über 100 Zeichnungen angesammelt.

Kindheitstraum

Besonders die Zeichnungen bei Mercedes-Benz von Chef-Designer Gorden Wagener, wie das S-Klasse- oder AMG GT Modell, faszinieren mich und ich versuche, sie weiterzuentwickeln. Mein Traum wäre es, einen Tag lang mit seinem Team Skizzen zu zeichnen und neue Designs zu entwickeln. Ich weiß, dass dieser Traum schwer zu verwirklichen ist – aber sag niemals nie.


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Fatih Sahin arbeitet als stellvertretender Systemführer in der Aluminium-Giesserei in Mettingen. In seiner Freizeit zeichnet er, am liebsten Mercedes-Modelle. Das Zeichen-Talent hat er vermutlich von seiner Tante, die als Mode-Designerin gearbeitet hat. Sein größter Traum wäre es, einen Tag lang mit dem Design-Team bei Mercedes zu arbeiten.

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