Mobile World Congress 2018: Am Puls der Zeit

Da ist es also endlich passiert und ich habe aufgerundet: Zweistellig, wenn auch im untersten Bereich. Der diesjährige Mobile World Congress (MWC) macht meine zehnte Ausgabe der wichtigsten Branchenmesse der mobilen Technologien voll.

Trotzdem ist es erst meine zweite mit dem Daimler, wobei das Lampenfieber der 2018er Version nicht mehr ganz so groß war. Im letzten Februar habe ich die Future Talks moderiert und muss zugeben: Ich war zum ersten Mal ein wenig aufgeregt in meiner neuen Rolle als Daimler-Mitarbeiter. Auch in diesem Jahr ist das nicht zur Routine geworden (was ich für fatal halte, denn dann wird man auch schnell mal nachlässig), aber alles ist irgendwie vertrauter. Die Kolleginnen und Kollegen, der Stand, die Produkte, ja die ganze Atmosphäre. Zuhause halt. Das trifft es wohl am besten.

Wer unseren Stand in der Halle 6 der Fira Barcelona sieht, weiß direkt, dass sich in den letzten 12 Monaten nicht nur Einiges getan hat, nein, wir haben hier durchaus die ein oder andere kleine Revolution für uns als Automobilhersteller aufgefahren. Auch, wenn ich ein Freund der Devise „Ladies first“ bin, so möge mir die gute Sarah doch bitte verzeihen, dass ich zuerst auf MBUX zu sprechen komme.

Mercedes-Benz User Experience als neuer Benchmark

Freude. Pure Freude. Besser kann ich meinen emotionalen Wasserstand während der MBUX-Präsentation in Las Vegas nicht beschreiben. Endlich wird die Frequenz meines Geek-Herzens mit einem Interface erhöht, welches ich mir genauso gewünscht habe.

Klare und selbsterklärende Icons, eine Menüstruktur, die intuitiv innerhalb von 60 Sekunden ins Blut übergeht. Dazu diese Performance, die auch für aktuelle 3D-Spiele einer mobilen Konsole ausreichen würde. Was unser Entwickler-Team da auf die Beine gestellt hat, das ist zurzeit nicht nur führend innerhalb der gesamten Branche, es setzt einen Benchmark.

Und an dieser Stelle bitte ich um Nachsicht, wenn ich sage, dass dies auch verdammt nötig war. Nein, der Vorgänger und ich, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Plattformen unterhalb des MBUX-Standards sind so gar nichts mehr für mich. Und ich finde, das bestätigen auch die Besucher am Stand. Sie umlagerten sowohl die neue A-Klasse (natürlich mit MBUX), wie auch die beiden Demo-Einheiten. Immer, ohne Pause. Und genau daran erkennt man auch, wie stark das Interesse und die Begeisterung sind.

Ich glaube, es gibt fast keinen schöneren Moment, als Entwickler und Manager von Mitbewerbern in den „Demo-Pods“ zu sehen. Wie sie angestrengt versuchen ihre Emotionen zurückzuhalten und sich dann doch beeindruckt zeigen.

Keine Angst, ich gehe nicht so weit und lege Michael Holms „Tränen lügen nicht“ auf, aber es wurde ordentlich Anerkennung gezollt, was mich vor allem für das Entwickler-Team freut.

Sarah weiß, was du willst. Fast!

Juti, MBUX haben wir ja nicht nur einmal hier auf dem Blog und unserer daimler.com-Seite thematisiert. Was (oder soll ich besser sagen wer?) aber ganz neu für uns ist, das ist Sarah!

Sarah, das ist vor allen Dingen erstmal ein digitaler Avatar und kann in Zukunft u.a. Support-Aufgaben an der Schnittstelle zum Kunden übernehmen. Wie das aussehen kann?

Frage in die Runde: Wer hing schon einmal für eine halbe Stunde in einer Warteschleife? Dort begrüßen uns so kreative Interaktionen wie: „Wenn Sie ihre Kundennummer nicht kennen, drücken sie bitte die 2. Mit der 0 kommen sie zurück ins Hauptmenü“. Es kann so unglaublich frustrierend sein, wenn man in derartigen „Konversationen“ steckt. Noch viel mehr, wenn dann das gewünschte Ergebnis einfach nicht den Erwartungen des Kunden entspricht.

Und genau hier setzt Sarah an.

Daimler Financial Services setzt auf emotionale Intelligenz mit Avatar Sarah

Udo Neumann, Chief Information Officer (CIO) von Daimler Financial Services sagt hierzu:

Ein selbstständig lernender und emotional intelligenter, digitaler Avatar wird einen Paradigmenwechsel in unserem Service bewirken.

Und weiter: „Digitale Avatare werden in der Lage sein, zu lernen, unser Umfeld zu verstehen und eine emotionale Verbindung zu uns aufzubauen, indem sie uns in verschiedenen Bereichen des Lebens unterstützen.“

Ich konnte Sarah ausprobieren und ja, auch wenn sie hier und da ein wenig „spooky“ wirkt (für die Freunde der Google-Suche empfehle ich den Begriff „uncanny valley“). Die Direktheit der Interaktion hat mich begeistert, aber am meisten beeindruckt hat mich die grafische Darstellung. Wir arbeiten hier mit dem Neuseeländischen Startup Soul Machines zusammen, welches seit 2016 die BabyX-Technologie von Dr. Mark Sagar vertreibt. Dieser hat für seine Arbeit bereits zwei Oscars einheimsen können. Keine Überraschung, bei der Qualität der grafischen Darstellung.

Sarah beeindruckt aber nicht nur in der Demo, sondern mich persönlich inspiriert diese Technologie ungemein. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, und wenn dieser Avatar bereits jetzt so gut funktioniert, wie mag das erst in fünf Jahren aussehen?

MWC und Daimler, das passt!

Insgesamt vier Tage läuft der Mobile World Congress in Barcelona und auch, wenn ich diese Zeilen nun erst am 2. Tag in meinen Laptop hämmere, so kann ich doch schon ein positives Zwischenfazit ziehen: Et lüppt, oder um es auf Hochdeutsch zu sagen: läuft bei uns! Daimler, Mercedes-Benz, unsere Services wie Fleetboard (die eine tolle AR-Demo zeigten). Das ist für unsere Besucher inzwischen so selbstverständlich, wie der Launch des neuesten Smartphones oder Tablets.

Das Auto der Zukunft ist das performanteste „Mobile Device“. Ja, das mag sich für viele noch ungewohnt anhören und nein, das bedeutet für mich keinen Widerspruch zur Freude am Fahren. Aber darüber hinaus entstehen tolle neue Ökosysteme und Services.

Branchenübergreifend. Hier kommt der Google mit dem Daimler oder der Daimler mit Amazon zusammen.

Das inspiriert nicht nur, es zeigt vor allen Dingen wie wichtig es ist, sich zu öffnen!


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Dieser Artikel wurde von Sascha Pallenberg geschrieben. Er hat zum 01.02.2017 die neu geschaffene Funktion „Leiter Digital Content“ innerhalb des Kommunikationsbereichs übernommen und bereitet als erfahrener Online-Redakteur insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf.

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