Von Elchen und Zebras: Mit der A-Klasse durch den Schnee

Während sich das Jahr dem Ende neigt und die meisten Menschen in dieser Zeit über Weihnachtsmärkte schlendern, Plätzchen backen und auf den ersten Schnee warten, haben meine Kollegen und ich Schnee soweit das Auge reicht. Wir verbringen mehrere Wochen der Vorweihnachtszeit in Nordschweden, circa eine Stunde südlich des Polarkreises.

Im Video zu sehen sind Interviews und Action für die A-Klasse.

Außergewöhnliche Tierwelt in Schweden

Schweden bietet nicht nur Schnee, Kälte und unberührte Natur – nein auch einige Tiere.

Wenn es viel schneit, bewegen sich auch Rentiere und Elche gerne auf den freigeräumten Straßen. Dass wir diesen Tieren in Schweden begegnen ist also durchaus normal, trotzdem jagt es uns jedes Mal wieder einen gehörigen Schreck ein. Vor allem Elche sind von Nahem betrachtet viel größer als man vermutet!

Und da im Norden Skandinaviens die besten Bedingungen herrschen, um Fahrzeuge in arktischem Gebiet auf Herz und Nieren zu prüfen, findet man hier auch einige Prototypen. Da das „Zebra“ (der Name kommt von der schwarz-weißen Abklebe-Folie) allerdings ein recht scheuer Zeitgenosse ist, verbringt es die meiste Zeit auf einem abgesperrten Prüfgelände. Dort ist es vor den Blicken und vor allem auch den Kameras neugieriger Zeitgenossen geschützt…

Hier ein Schnappschuss von Rentieren

Job – erster Kunde

Wenn mich jemand fragt, was genau ist dein Job, ist meine Antwort: „Ich spiele erster Kunde. Ich setze mich in ein Auto und frage mich, ob ich mich hier wohlfühle, ob das Auto Spaß macht. Und ob es Dinge gibt, die mich stören würden, wenn es mein Auto wäre.“

Das wichtigste Kriterium bei unserer Arbeit im Gesamtfahrzeugversuch ist somit das subjektive Empfinden, Herz und Leidenschaft. Auch wenn wir natürlich manche Probleme mit Messwerten analysieren und vergleichen, bleibt doch immer der finale Gedanke: Gefällt mir das so?

Und ja, manchmal stört mich etwas ganz anderes als meine Kollegen. Aber das ist auch gut so. Schließlich ist am Ende ja auch jeder Kunde, der unsere A-Klasse kaufen wird, anders und hat andere Vorlieben.

Die Autos sind Tag und Nacht der Kälte ausgesetzt

Unser Erprobungsalltag beginnt morgens um 7:30 auf dem Prüfgelände. Unsere Autos sind dagegen Tag und Nacht im Einsatz. Wir haben Kollegen dabei, die einen Teil der Fahrzeuge nachts bewegen und uns morgens von den Problemen der Nacht berichten. Diese versuchen wir dann tagsüber im Detail zu analysieren und falls möglich zu optimieren. Wenn wir auf einen Fehler bei unseren Tests stoßen, der relevant ist, gehen die Infos direkt zu den verantwortlichen Kollegen aus der Entwicklung. Diese initiieren dann die notwendigen Änderungen an den Bauteilen.

Bodycheck – tut das weh?

Nach der Frühbesprechung mit den Nachtfahrern geht es dann hinaus zu unseren Autos, die die Nacht in der Kältekammer bei Temperaturen zwischen -20 und -30 Grad verbracht haben. Hier machen wir zunächst einen sogenannten „Bodycheck“. Und nein, bei uns bereitet ein Bodycheck keine Schmerzen.

Wir überprüfen dabei, ob alle mechanischen Funktionen reibungslos klappen. Das heißt, wir schließen das Auto auf, bewegen alle Türen und Klappen und testen auch alle sonstigen beweglichen Teile im Exterieur und Interieur. Also zum Beispiel Sitze, Schiebedach, Luftdüsen,….

Aufheizen für Prototypen und Menschen

Nach diesem Check wird ein Kaltstart durchgeführt – das Starten des Motors aus durchgekühltem Zustand. Dabei schauen die Kollegen auf das Startverhalten des Motors, dessen Akustik, aber auch das Verhalten beim Losfahren und wie im Anschluss das Aufheizverhalten ist.

Obwohl wir alle wie unsere Autos dabei dick eingepackt sind, freut man sich im Anschluss immer sehr auf einen warmen Kaffee oder Kakao, um alle Glieder wieder aufzutauen.

Auch bei uns ist die richtige Ausrüstung gefragt!

Danach geht es für mich und meine Kollegen an die spezifischen Tests an den Prototypen. So hat jeder seine speziellen Themen, die er abprüft und bei denen er zuständig ist, mit den verantwortlichen Kollegen aus den Fachbereichen (den Entwicklern der einzelnen Teile des Autos) die Probleme zu lösen und abzustellen.

Ich bin diejenige, die versuchen muss herauszufinden, woran es liegt, wenn ein Teil an der Türe nicht sauber funktioniert, oder wenn der Wind an irgendeiner Stelle während des Fahrens unangenehme Geräusche in das Auto bringt.

Jeden Nachmittag, bevor der Arbeitstag zu Ende geht, treffen wir uns, um festzulegen, welche Autos in der Nacht bewegt werden, und welche in die Klimakammer kommen. Auch organisatorische Themen werden hier geklärt, sodass zum Beispiel jeder weiß, mit welchen Kollegen und in welchem Auto er oder sie zum Hotel und am nächsten Morgen auch wieder zum Prüfgelände kommt.

Spaß und Sicherheit unter winterlichen Bedingungen

Doch bevor die Erprobung in Schweden losgeht, findet der erste Teil der Erprobung auf öffentlichen Straßen statt. Wir fahren in vier Tagen über ca. 2500 km von Süddeutschland mit unseren Prototypen nach Nordschweden. Nach dem ersten Tag auf deutschen Autobahnen wird es immer winterlicher und die Fahrzeuge werden die ersten Male auf Probe gestellt.

Doch auf vereisten und verschneiten Straßen schlägt sich unsere A-Klasse wunderbar. Wir versuchen nicht nur die Hauptstraßen zu wählen, sondern bewusst unsere Fahrzeuge auch über kleine, kurvige und verschneite Wege zu lenken. Und dabei merkt man direkt, wie viel Spaß die A-Klasse bereitet.

Sie liegt gut in den Kurven, schlägt sich tapfer durch den Schnee und bereitet mit jedem Kilometer mehr Fahrspaß. Und auch wenn es mal rutschig wird: Die Assistenzsysteme funktionieren und unterstützen dort, wo es nötig ist.

Um also die Frage zu beantworten „Wie schlägt sich die A-Klasse im Winter?“ kann ich nur sagen: Ich steige jedes Mal wieder mit einem breiten Grinsen nach einer Schneefahrt aus.

Einmal rund um die Welt

Im Verlauf einer Autoentwicklung testen wir nicht nur in Schweden. Ich bin in den letzten Monaten mit meinen Kollegen und der A-Klasse (je nach Thema und Jahreszeit) in Sindelfingen und Umgebung, Norddeutschland, USA, Spanien und eben auch Schweden gewesen. Wobei für mich persönlich Schweden mein liebster Erprobungsort ist.

Auch wenn die Tage kurz sind (im Dezember haben wir dort nur circa 3-4 Stunden Licht) sind die Farben in diesen Stunden wunderbar und die Landschaft und Ruhe dort sind einfach unbeschreiblich schön. Auch die Sonntage sind immer etwas ganz besonderes. Hier arbeiten wir nicht und können die Tage alleine oder mit Kollegen bei tollen Aktivitäten verbringen. Über Schlittenhundefahrten, Weihnachtsmarktbesuchen, Skifahren oder auch einfach nur schönen Schneespaziergängen ist alles möglich

Mein persönliches Highlight: Diesen Winter hatte ich Glück und konnte sogar die Nordlichter sehen, bewundern und fotografieren. Dafür opfert man doch gerne ein paar Stunden Schlaf.


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Bettina Eichel arbeitet im Gesamtfahrzeugversuch und prüft unsere neuesten Modelle auf Herz und Nieren unter schwierigsten Bedingungen. Trotz der Kälte ist Schweden ihr persönlicher Lieblingstestort, vor allem wegen der Landschaft.

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