Der Stern als Star: Film-Dreh im größten Lkw-Werk der Welt

Bis zu 470 Lastwagen alle 24 Stunden! Was für uns im weltgrößten LKW-Montagewerk in Wörth am Rhein Alltag ist, grenzt eigentlich an Hochleistungssport – und ist ganz schön außergewöhnlich. Das ist uns mal wieder bewusst geworden, als uns die Anfrage der Produktionsfirma Mentor Media erreicht hat.

Für die Reihe „XXL-Reportage“ beim Fernsehsender „Welt“ (ehemals N24) wollte die Firma die Produktion eines Lastkraftwagens drehen. Titel „Lastwagen im Minutentakt – das größte LKW-Werk der Welt“.

Hauptdarsteller: Unser Actros

Eigentlich sind wir sehr zurückhaltend, was Dreharbeiten im Produktionsumfeld betrifft. Es gibt unzählige Sicherheitsvorgaben zu berücksichtigen und unser Produktionsablauf darf keinesfalls beeinträchtigt werden. Nein sagen konnten wir trotzdem nicht – schon aufgrund der Leidenschaft des Geschäftsführers von Mentor Media für die Marke mit dem Stern. Zusätzlich noch die Tatsache, dass wir den Film fünf Jahre lang immer wieder auf dem TV-Sender Welt bestaunen dürfen. Abgesehen davon finden wir natürlich auch: Zu zeigen, wie ein Actros entsteht, ist äußerst spannend!

Ich selbst war zu dem Zeitpunkt der Anfrage noch relativ frisch in meiner neuen Aufgabe als Koordinator von Events im Team Backoffice & Kommunikation und sollte die Drehtage organisieren. Und eines kann ich vorweg sagen: So was erlebt man nicht alle Tage.

Denn der Aufwand, der hinter einer solchen Filmproduktion steckt, ist nicht wirklich offensichtlich. Weder Länge noch Art des Beitrages geben Aufschluss darüber, wie viel Arbeit nötig ist, um einen 49-minütigen Film entstehen zu lassen. Maßgeblich war daher eine detaillierte Planung, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Für die Umsetzung des Drehs standen uns in Wörth zunächst „nur“ zwei Drehtage zur Verfügung.

Bereits im Vorfeld habe ich mich deshalb intensiv mit meinen Kollegen aus den relevanten Bereichen ausgetauscht. Und das sind wirklich viele: Vom Rohbau über Lackierung, den Fahrerhausinnenausbau und die Aufbaubänder bis hin zur Logistik!

Klappe die Erste: Überblick

Den Auftakt haben jedoch unsere Kolleginnen und Kollegen im Mercedes-Benz Werk Mannheim gemacht. Hier hat die Produktionsfirma mit ihren Kameras Montage, Prüfstände und Lackierung in der Motorenproduktion eingefangen. Die Motoren aus Mannheim werden nach ihrer Fertigstellung zu uns nach Wörth geliefert, damit wir sie in unseren Lkw verbauen können.

Um ein für alle notwendiges Verständnis bezüglich des Produktionsablaufes zu bekommen, haben wir gemeinsam mit Regisseur und den beiden Kameramännern gleich am ersten Drehtag in Wörth eine Produktionsbegehung gemacht. Und die ist an unserem Standort umfangreich! Allein unser Montageband ist einen Kilometer lang, so dass viele Kollegen und Kolleginnen ihren Weg von einem Termin zum anderen mit dem Fahrrad zurücklegen.

Das Werksgelände umfasst insgesamt sogar knapp 2,9 Quadratkilometer – oder umgerechnet 400 Fußballfelder. Kein Wunder, denn hier am Standort sind über 10.300 Menschen beschäftigt, die dafür sorgen, dass jeden Tag bis zu 470 Lkw unser Werk verlassen. Und dabei muss berücksichtigt werden, dass es über eine Millionen Möglichkeiten gibt, unsere Lkw zu konfigurieren – kaum ein Lkw gleicht dem anderen.

Wir produzieren hier im Werk als Kompetenzzentrum für Mercedes-Benz Lkw im weltweiten Produktionsverbund Antos, Arocs, Atego – und seit bereits mehr als 20 Jahren den weltweit erfolgreichsten Schwer-Lkw Actros. Letzterer spielt in der Welt-Reportage auch die Hauptrolle. Aber auch die Mercedes-Benz Special Trucks Econic, Unimog und Zetros werden hier in Wörth gebaut.

Klappe die Zweite: Action in Mannheim und Wörth

Nach der Produktionsbegehung konnten wir einen genauen Ablauf hinsichtlich der Drehorte und dem Zeitbedarf für die einzelnen Szenen in unseren Drehplan übernehmen. So war sichergestellt, dass Location, Requisiten und meine Kolleginnen und Kollegen aus der Produktion, die in den Szenen natürlich im Mittelpunkt stehen, im richtigen Moment perfekt zusammenarbeiten.

Bei den Dreharbeiten waren die O-Töne, also die Aussagen direkt in die laufende Kamera, der jeweiligen Mitarbeiter aus den einzelnen Fertigungsabschnitten von entscheidender Bedeutung Dies unterstreicht die Authentizität bei einem Film über den Produktionsablauf. Recht spontan durfte ich dabei auch einspringen: Quasi als „roter Faden“ habe ich die Rolle des Erklärers an einigen Produktionsstationen übernommen. Mein anfänglich nervöser Beginn war dem Respekt vor der ungewöhnlichen Materie, der neuen Aufgabe, geschuldet. Man steht ja nicht alle Tage vor der Kamera!

Innerhalb kurzer Zeit gewöhnte ich mich jedoch an die neue Situation und meine Worte wurden klarer, die Darstellung lockerer. Erheblich dazu beigetragen hat die Erfahrung und Unterstützung des Regisseurs. Seine Tipps und Tricks aus der „Filmbranche“ haben mir als Interviewpartner entscheidend dabei geholfen, vor der Kamera souveräner zu agieren. Natürlich hoffe ich, dass auch meine Kolleginnen und Kollegen meine Beschreibung des Produktionsprozesseses in Rohbau, Lackierung, Innenausbau und Aufbau sachlich korrekt und abwechslungsreich empfinden.

Klappe die Dritte: Noch ist nicht Schluss

Die Kollegen von Mentor Media haben jedenfalls so viel Gefallen an unserem Standort gefunden, dass wir spontan sogar noch einen zusätzlichen Drehtag auf die Beine gestellt haben. Und das war auch gut so: So blieb genug Zeit, die spannende Welt des CKD-Centers und des KundenCenters abzudrehen.

Während unsere Kunden im KundenCenter freudestrahlend ihren Lkw abholen können, werden im CKD-Center (CKD steht für Completely Knocked Down, also vollständig zerlegt) seit über 50 Jahren Fahrzeug-Bausätze in zahlreiche Übersee-Märkte zur Endmontage vor Ort verpackt und verschickt. Mit freundlicher Unterstützung der Fa. Contargo, die den in der Nähe gelegenen Hafen in Wörth am Rhein betreibt, konnten wir sogar dort drehen und zeigen, wie die riesigen Container aufs Schiff verladen werden.

Abgedreht!

Verständlich, dass wir nun alle mit Hochspannung auf den Ausstrahlungstermin warten! Die Erstausstrahlung erfolgt am Samstag, 24.02.2018, um 20:05 Uhr auf dem TV-Sender „Welt“ (ehemals N24), und wird danach dort regelmäßig zu sehen sein. Zusätzlich dazu kann sie am selben Tag um 21.05 Uhr auf Welt Doku angeschaut werden. Und schon allein die Tatsache, dass dann aus den Mercedes-Benz Werken Mannheim und Wörth wohl einige Kolleginnen und Kollegen vor dem Fernseher sitzen werden, dürfte dem Sender eine nochmals steigende Zuschauerquote bescheren.

Mein persönliches Fazit: Für mich war es ein spektakuläres Erlebnis! Ich bin überzeugt davon, dass sich die intensive Vorbereitung gelohnt hat. Die Vorfreude auf ein weiteres Filmevent ist bei mir jedenfalls geweckt.


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Unser Autor Frederik Neises ist und bleibt mit Leidenschaft Koordinator von Events im Team Backoffice & Kommunikation im Mercedes-Benz Werk in Wörth am Rhein – auch wenn er die vorübergehende Hollywood-Luft wirklich gern geschnuppert hat.

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