Riechen – Fühlen – Tasten: Social Day in der Nikolauspflege

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn es jetzt im Winter so richtig nass und windig ist, denke ich immer gern an den Sommer zurück. Frühstücken in der Sonne, Tage im Freibad, Grill-Abende mit Freunden. Jeder hat da ja so seine persönlichen Sommer-Highlights. Und bei uns war eines davon definitiv der Social Day unseres Bereiches IT/G. Dieser fand in der Nikolauspflege in Stuttgart statt.

Dieser Tag begann für uns anders als sonst. Statt Laptop und Notizbuch packten wir Arbeitshandschuhe, Schutzbrillen und, an diesem besonders heißen Tag, den richtigen  Sonnenschutz ein.

Die Nikolauspflege ist eine Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen. Sie fördert deren schulische und berufliche Bildung. Außerdem die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe. Unser Team von über 50 Führungskräften und Mitarbeitern ist an diesem Tag in zwei Gruppen an zwei Standorten der Nikolauspflege aufgeteilt.

Begrüßung & Einweisung durch die Mitarbeiter der Nikolauspflege

Herzensangelegenheit

Eine der Gruppen, die meine Kollegin Irma begleitete, engagiert sich am Kräherwald. Die andere Gruppe, die von mir begleitet wurde, hat sich im Albstadtweg in Vaihingen eingebracht. Bei der Hitze sind die körperlichen Arbeiten natürlich doppelt anstrengend.

Für unser Team war das aber kein Problem! Wir waren mit ganzem Herzen dabei und wollten auf diese Art einen kleinen Beitrag für diese besondere Einrichtung und diese tollen Menschen leisten.

Direkt nach der Begrüßung und Einweisung hieß es „anpacken!“ Hand in Hand mit den Auszubildenden der Nikolauspflege haben wir Bänke und Sitzgruppen für den Kindergarten aufgebaut. Dazu noch einen Zaun im Garten aus Pfählen und frisch geflochtenen Ästen aufgerichtet.

Die Helfer mit grünem Daumen waren für die Bepflanzung der Hecken verantwortlich, die anderen für das Errichten einer Hangabsicherung. Safety first!  Außerdem wurde der Sand in den Sandkästen ausgehoben und mit neuem Sand befüllt. Darüber hinaus wurden Hütten aufgebaut.

Die besondere Motivation und das große Engagement der Azubis der Nikolauspflege haben uns schwer imponiert. Ihre Handicaps gleichen sie durch andere Talente auf beeindruckende Art und Weise aus: Eine Sehschwäche wird zum Beispiel durch ein ausgezeichnetes Tastvermögen abgefangen.

Es ist toll, dass diese jungen Menschen auf ihrem Weg zu einem Ausbildungsabschluss und in eine qualifizierte Beschäftigung begleitet und unterstützt werden.

Von tristem Parkplatz zu schönem Schulhof

Mit der richtigen Arbeitsausrüstung bewaffnet hat sich währenddessen die zweite Gruppe am Albstadtweg eingefunden. Dort, wo vorher ein trister Parkplatz war, sollte ein schöner Schulhof für die Kinder entstehen. Einige Helfer, unter anderem ein Architekt sowie eine Landschaftsgärtnerin waren ebenfalls vor Ort.

Nach einer herzlichen Begrüßung seitens der stellvertretenden Schulleitung Frau Ulrike Steffen , ging es direkt an die Arbeit. Pakete mit Holz auspacken, Pflanzen sortieren und Erde in Kübel leeren, hämmern, sägen, bohren  –  wie auf einer Großbaustelle.

Neben dem Bau einer Blockhütte sollte auch der karge Zaun des Parkplatzes in eine Pflanzen-Wand umgestaltet werden. Diese dient nicht nur dazu, den Schulhof zu verschönern, sondern wird auch zu Lernzwecken genutzt.

Hierzu wurde ein großartiges Konzept seitens der Landschaftsgärtnerin ausgearbeitet: Unzählige Pflanzen wie Minze, Thymian, Melisse und viele weitere wurden in kleine Töpfe gepflanzt und in das dafür vorgesehene Gitter eingehängt. Ab jetzt können die Kräuter aus dem eigenen Garten gepflückt und zum Kochen verwendet werden.

Pflanzenkunde anhand von Tasten

Nach und nach sind Schüler der Nikolauspflege zu uns gestoßen, denn der Lärm hat das Interesse und den Wunsch geweckt, mit anzupacken. Eine der Schülerinnen wollte spüren, wie sich die Pflanzen anfühlen. Wir haben ihr erklärt, welche Farbe diese Pflanze hat und wie wir sie an der Wand anordnen.

Es war ein unbeschreibliches Gefühl zu sehen, welchen Zweck diese Wand erfüllt. Die Schüler lernen, indem sie die Pflanzen ertasten und riechen, um welche Pflanzenart es sich handelt.

Der Tag verging wie im Flug. Noch am Nachmittag fand die Übergabe der fertigen Hütte und der bepflanzten Wand statt. Es war schön zu sehen, wie sich sowohl die Schüler, als auch die Lehrer und Betreuer darüber gefreut haben.

Überraschend – herausfordernd und bereichernd

Jonas Miller: „Das Besondere am IT/G Social Day war für mich zum einen die Begeisterung und das daraus resultierende Ergebnis, das wir als Team für die Nikolauspflege erreicht haben. Noch mehr bleibt mir die Zusammenarbeit mit einem blinden Schüler in Erinnerung. Mit diesem habe ich einen Großteil des Tages beim Einsetzen der Pflanzen für die Pflanzwand verbracht.

Der Austausch und das gemeinsame Arbeiten mit jemandem, der komplett auf andere Sinne angewiesen ist, waren dabei überraschend, herausfordernd und bereichernd zugleich. Vielen Dank an Euch als Organisationsteam für diese tolle Erfahrung und einen Tag der wunderschön war, aber auch zum Nachdenken angeregt hat“

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Beteiligten für das Engagement und die tatkräftige Unterstützung. Ganz besonderer Dank gilt Fr. Schaffrath (Ehrenamt und Öffentlichkeitsarbeit – Nikolauspflege) und Fr. Ulrike Löttker (Corporate Volunteering – Daimler AG), denn ohne sie hätten wir unseren Social Day nicht umsetzen können.

Am Ende des Tages waren wir uns alle einig: Das war einer unserer besten und erfolgreichsten Tage in 2017! Wir haben gemeinsam für einen guten Zweck unsere Kräfte vereint und etwas Sinnvolles sowie Nachhaltiges an beiden Standorten für die Schüler und Azubis geschaffen.

Davon konnten sich einige der Kollegen im Oktober, am Tag der offenen Tür in der Nikolauspflege überzeugen. Die Pflanzenwand, sowie auch die Hütten werden auch drei Monate nach unserem Social Day sehr gut von den Schülern angenommen und im Alltag integriert.

Wir freuen uns schon jetzt auf unseren nächsten Social Day in 2018!


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Dieser Artikel wurde von Aruna Wellmer geschrieben. Sie arbeitet in der IT in Möhringen und veranstaltete gemeinsam mit Ihrer Kollegin bereits zum 2. Mal einen Social Day, an dem die gesamte Führungsmannschaft des Bereiches mitwirkte.

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