Auf Nummer sicher: Mit den Security Officern in Dubai 

Unser Abenteuer beginnt im März 2017, als die Konzernsicherheit ihre neue Struktur einnimmt. Im Rahmen dessen erhält die Region Middle East Africa (MEA) einen eigenen Regional Security Officer (RSO), der sich länderübergreifend um alle Sicherheitsthemen in seiner Region kümmert und die Belange der Security Officer (SO) koordiniert.

Für diesen neu geschaffenen Posten wurde ein Assistent gesucht, der in der Anfangszeit unterstützt. Ich bekam den Job und durfte von September bis Dezember in Dubai arbeiten. Darüber hinaus vertrat ich den Leiter des Lagezentrums für einen Monat aus der Ferne. Diese Erfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen.

Zentrale MB Cars Middle East und Daimler Commercial Vehicles MENA in Dubai, VAE.

In Dubai treffen 35 Nationen aufeinander. Und das hat mich schon sehr beeindruckt. Zu meinen Aufgaben gehörte die Unterstützung beim Aufbau des regionalen Sicherheitsnetzwerks, der Ausarbeitung von Krisenmanagementplänen, der Formulierung von Risikoeinschätzungen für verschiedene Standorte und die Beratung von Reisenden und Expats in Länder mit besonderem Sicherheitsrisiko – wie zum Beispiel Pakistan.

Andere Länder, andere Regeln

Sehr geholfen hat mir dabei der Kontakt zu erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, die schon seit langem in der Region tätig sind, aber auch zu externen Sicherheitsmanagern wie dem RSO von Siemens oder Analysten unserer Security Dienstleister vor Ort.

Bevor ich richtig ans Arbeiten kam, musste ich mich jedoch erst einmal orientieren. Denn obwohl ich Dubai zuvor privat bereist hatte, ist dort zu Leben etwas völlig anderes. Nach längerem Flug mit Zwischenstopp in Istanbul, Abholung meines Mietwagens und Ankunft im Apartmenthotel ging es gleich am nächsten Morgen in die sogennante Jebel Ali Free Zone, wo sich unser Büro etwa 40 Kilometer südlich Downtowns in Richtung Abu Dhabi befindet.

Gleich am ersten Tag haben mich meine Kollegen vom lokalen Training Center, bei denen ich meinen Arbeitsplatz gefunden hatte, in den wichtigen Dingen des Lebens in Dubai beraten. Wussten Sie etwa, dass die Blitzer, die alle 500 Meter auf dem Highway aufgestellt sind, erst ab 21 Kilometer pro Stunde über dem Tempolimit auslösen und Sie daher von fast allen anderen Verkehrsteilnehmern überholt werden, wenn Sie sich an die Verkehrsregeln halten?

Andere Länder – andere Arbeitszeiten. Mein Büro morgens um 08:00 Uhr in Dubai, VAE.

Unsere Dienstreisen in der Region

Ich blieb während meiner drei Monate nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mein Job führte mich auch zu Mercedes-Benz Egypt. Dort haben wir in Kairo den neuen Security Officer eingearbeitet. Zudem nahmen wir eine Risikoeinschätzung des Standortes vor. Und wir passten die Maßnahmen, die zur Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unserer Geschäftsprozesse implementiert sind, mit der Hilfe eines lokalen Sicherheitsdienstleisters an.

Besuch des Tahrir-Platzes, Ort massiver Proteste und Symbol der Revolution in 2011, im Rahmen des Risk Assessments für MB Egypt in Kairo, Ägypten.

Bei unserer Reise ins Schwesterkönigreich von Saudi-Arabien, Bahrain, nahmen wir an einer regionalen Sicherheitskonferenz teil. Die Konferenz war nicht nur eine perfekte Gelegenheit zum Netzwerken. Sie bot auch spannende Vorträge zum Beispiel zu Reisesicherheit und Krisenmanagement und eine Messe, die Abwehr gegen Drohnen und (mit Sprengstoff beladene) Fahrzeuge zum Schwerpunkt hatte.

Teilnahme an der ASIS Sicherheitskonferenz in Manama, Bahrain.

Unsere Reise nach Nairobi war für mich das Highlight. Ich war von der Freundlichkeit der Kenianer begeistert. Und besonders beeindruckend fand ich die Natur, die ich bereits direkt nach der Landung in einem Nationalpark am Rande des Jomo Kenyatta Flughafens beobachten konnte.

Austausch mit lokalen Mitarbeitern ist vor allem in fremden Kulturen wie in Kenia essentiell, um sich ein umfassendes Lagebild zu verschaffen

Dabei stand unser Trip unter keinem guten Vorzeichen: Die Wahlen, die erst im Sommer stattfanden und dann im Oktober wiederholt werden mussten, brachten zahlreiche gewalttätige Demonstrationen mit sich. Der RSO und ich waren damit beschäftigt, die neu zu beziehenden Büros zu beurteilen. Oder wir mussten für die „Driving Policy“, eine Regelung, die es Expats aufgrund der (Verkehrs-) Sicherheitslage vorgibt, einen lokalen Fahrer zu haben, eine Empfehlung aussprechen.

Aber vor allem schätzten wir die aktuellen politischen Risiken ein und entwickelten passende Maßnahmen. Dies gelang uns mit Hilfe von lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der deutschen und japanischen Botschaft, Sicherheitsdienstleistern und mit unserer eigenen Fachexpertise.

Politische Ausschreitungen gerade in den ärmlichen Gegenden können schnell eskalieren. Hier Ort eines Brandanschlags auf ein Fahrzeug in Nairobi, Kenia.

Meine Zeit als Stellvertreter aus der Ferne

Wie bereits erwähnt, übernahm ich von Dubai aus für vier Wochen die fachliche Leitung des Lagezentrums der Konzernsicherheit in Stuttgart. Das war für mich neu und bedeutete auch ein Pilotprojekt in der gesamten Abteilung. Schließlich ist die Führung remote mit ganz einigen Herausforderungen verbunden.

Die zwei- beziehungsweise dreistündige Zeitverschiebung ist dabei nur eine. Der Mix aus allerhand Kommunikationsmitteln wie Skype, Telefon, Threema, Mails, Videokonferenzen und so weiter erlaubt jedoch eine sehr gute Kooperation auf allen Ebenen.

Als entscheidend stellte sich neben klarer Kommunikation die eindeutige Priorisierung von Aufträgen heraus. Bei deren Umsetzung, sollte jeder Mitarbeiter, ganz im Sinne von Empowerment, ein Höchstmaß an Freiheiten haben. Wichtig war dabei auch, die verschiedenen Stärken und unterschiedlichen Charaktere im Team und die Arbeitsabläufe genau zu kennen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Fazit

Zusammenfassend bleibt zu sagen: Die dreimonatige Unterstützung wurde zum Erfolg. Ich konnte viel über das Geschäft und die Verhältnisse in der Region lernen und den RSO nach Kräften unterstützen. So konnte ich letztendlich über viele Kilometer und unterschiedlichste Kulturen hinweg mithelfen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort so gut wie möglich zu schützen.


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