Taipeh, Vegas, MBUX – Ein normaler Januar beim Daimler

Einen ganzen Monat habe ich nun gewartet mit meinem ersten Artikel für 2018 und mich immer wieder gefragt, ob ich euch hier mit einem weiteren CES oder NAIAS-Artikel beglücken sollte. Also genau die Inhalte, die ihr ja eigentlich hundertfach auf allen möglichen Kanälen um die Ohren gehauen bekommt.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich habe vor Ort wirklich eine ganze Menge einsaugen können und werde in den folgenden Zeilen auch mehr oder weniger ausführlich darauf eingehen, der Grund für diesen Artikel ist aber eigentlich ein anderer. Mal davon abgesehen, dass ich am 1. Februar endlich mein „Einjähriges“ beim Erfinder des Automobils feiere, ist es mir ein ganz persönliches Anliegen ein wenig breiter zu denken und letztendlich auch zu bloggen.

Täglich bekommt ihr über die Daimler-Kanäle und unsere diversen Marken Presseinformationen zu neuen Produkten, Initiativen, Investments und Strategien geliefert. Die schiere Masse an Inhalten reichen dazu aus, um locker ein wöchentliches Magazin zu befüllen. Wenn wir dann noch all die Videos aneinanderhängen, die weltweit innerhalb des Konzerns produziert werden, dann könnten wir wohl nahezu rund um die Uhr live via YouTube streamen.

Aber all dies muss irgendwann auch mal sortiert, aufbereitet, eingeordnet und kommentiert werden und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir für einen Moment mal drüber nachdenken, wie vielseitig dieses Unternehmen eigentlich ist.

Genau deshalb nehme ich euch mit auf eine kleine Reise in die Vergangenheit. Nicht weit, aber immerhin. Denn auch gut 4 Wochen im Januar zeigen, was wir da für eine Aufgabe vor uns haben und warum diese so wahnsinnig spannend ist.

Taipei International Auto Show

Los geht es mit meiner Hausmesse. Seit nunmehr 9 Jahren lebe ich in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans und genau aus diesem Grund war es überhaupt keine Frage für mich, dass ich einen verkürzten Jahresurlaub am 2. Januar beenden werde. Mercedes-Benz ist die Premiummarke Nummer 1 in Taiwan und entsprechend stellte sich auch der Auftritt auf der Auto Show dar.

Nahezu das komplette Portfolio wurde in der Nangang-Halle im Osten der Stadt präsentiert und es ist den Kolleginnen und Kollegen sogar dabei gelungen, unser Concept EQ nach Taiwan geschickt zu bekommen. Für mich das Highlight, aber ich denke mit meiner Liebeserklärung an diesen Wagen habe ich dies für alle Zeiten klargemacht.

Meinen ganz persönlichen Moment hatte ich dann auch noch, denn an drei Tagen lud Mercedes-Benz Taiwan zu den Future Talks ein, einem Format, welches wir in der Vergangenheit bereits auf der CES und IAA erfolgreich präsentiert hatten. In kurzfristigen Talks stellen hier verschiedenste Experten die aktuellen technologischen, aber auch gesellschaftlichen Entwicklungen vor. Auf der Taipeh Auto Show haben wir dies noch mit einem täglichen Panel garniert, an dem ich auch jeweils teilnehmen durfte.

CES 2018 in Las Vegas

Heimspiel Nummer zwei fand dann in der Wüste Nevadas statt und nein, ich werde nicht müde zu erklären, dass ich ja schon viel länger auf der Consumer Electronics Shows rumturne. Aber wen interessiert schon das Geschwätz und die vermeintlichen Leistungen von Gestern? „Zukunft wird aus Mut“ gemacht heißt es ja in dem Nena-Klassiker „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ und diesen Mut hat Mercedes bewiesen.

Mal davon abgesehen, dass wir auch auf der CES wieder Future Talks durchführten und der Stand durchgehend aus allen Nähten platzte (und damit den enormen Zuschauerzuspruch der Taipeh Auto Show bestätigte), haben mich unsere Designer und Entwickler mehr als glücklich gemacht. MBUX lautet das Zauberwort und beschreibt unser neues Infotainment-System, welches bereits in der neuen Mercedes-Benz A-Klasse verbaut sein wird.

Halt, Infotainment-System ist maßlos untertrieben, denn wir haben da eine Plattform vorgestellt, die einen neuen Benchmark im Bereich der Fahrer<>Fahrzeug-Interaktion darstellt. Ein aufgeräumtes und wunderbar anpassbares Interface, welches Dank der Performance der verbauten NVIDIA-SoCs butterweich via Touch-Input bedient werden kann (mehr Denglisch ging aber nun auch wirklich nicht, oder?).

Um es mal ein wenig in den passenden Kontext zu packen: die verbauten Chips stellen in etwa die Leistung einer Nintendo Switch Konsole dar und würden theoretisch auch Zelda und Mario Kart mit 60 fps auf dem Dashboard ermöglichen. Ich bin im Geek-Paradies angekommen und lege noch ein OTA oben drauf. Ja, die sogenannten „over the air“-Updates haben wir auch noch im Programm und sorgen für stetige Aktualisierungen und Verbesserungen.

Freunde, ihr merkt schon, dass mein Techblogger-Herz bei solchen Themen hoch auf 200 BPM schaltet. Verzeiht mir den Nerd-Sprech. Das meine ich wirklich so. Ich möchte niemanden mit meinen Ausführungen ausschließen, sondern euch alle einladen zu erleben, was da auf uns zurollt. Sollte irgendeine Vokabel, Bezeichnung, Redewendung nicht klar sein, meldet euch in den Kommentaren. Dafür bin ich da!

NAIAS 2018 in Detroit

Next stop: Detroit City. Ganz ehrlich? Mit Vegas könnt ihr mich jagen. Ich kann diesem Disneyland für Erwachsene so gar nichts abgewinnen. Im Gegenteil: die Lichter, das Bimmeln der Automaten… nach 3 Tagen bin ich wirklich sowas von durch mit dieser Stadt und freue mich immer darauf sozusagen zurück zu den Wurzeln zu kehren. Detroit ist neben Pittsburgh für mich so ein bisschen US-Ruhrpott und fühlt sich ein wenig wie Heimat an. Sicherlich auch, weil ich vor mehr als 10 Jahren mal südlich der ehemaligen Millionenmetropole gewohnt habe. Ab auf die Interstate 75 Richtung Ohio und dann geht es direkt nach Toledo. Das prägt irgendwie und somit freue ich mich um so mehr, in diese so gebeutelte Stadt in Michigan zurückzukehren.

G 500 (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,7–11,1 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 276–263 g/km*)

Das Michigan Theater bot dann auch die perfekte Kulisse für einen ganz besonderen Launch. Die neue G-Klasse wurde vorgestellt. Eine Ikone auf vier Rädern! Ihr könnt mir hier wirklich vertrauen, wenn ich versichere, dass ich mit derartigen Titeln sehr sparsam umgehe. Für mich kommen da ansonsten noch ein 66er Mustang, der Jaguar E-Type und ein Porsche 964 in Frage. Also wenn es darum geht automobile Träume der Mitbewerbe zu nennen. Innerhalb der „Sternfahrzeuge“ bin ich ja ein Liebhaber der Pagode.

Aber zurück zum Thema, denn die G-Klasse wurde nicht nur von unserem Vorstandschef vorgestellt, er holte sich auch noch Verstärkung aus Kalifornien. „Governator“ Arnold Schwarzenegger, selbst seit mehr als zwei Jahrzehnten begeisterter Anhänger des „G-Wagons“, ließ es sich nicht nehmen nach Michigan zu kommen. Wahnsinn! Sorry, aber ich weiß einfach nicht wie ich besser meine Gefühle für diesen Moment unterbringen sollte. Da wird eines der bekanntesten Fahrzeuge überhaupt vorgestellt und der Held meiner Kindheit outet sich als absoluter Fan dieser Plattform.

G 500 (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,7–11,1 l/100 km; CO₂-Emissionen kombiniert: 276–263 g/km*)

Das Grinsen konnte mir auch noch am nächsten Tag niemand aus meinem Gesicht meißeln, wobei dies durchaus auch an den Eindrücken liegen konnte, die ich von der NAIAS-Messe mitnahm. Wenn du zum ersten mal in einem Pickup sitzt, dessen Ladefläche rein quadtratmetertechnisch in Stuttgart Mietpreise von 1000 Euro kalt bedeuten würden, dann weißt du einfach woher dieser „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“-Titel kommt.

Back to the Future!

Verdammt, Sunnyvale hätte ich eigentlich noch für euch auf dem Angebot, denn dies war meine letzte Etappe auf meiner Tour über die Kontinente. Unser dort ansässiges Forschungs- und Entwicklungszentrum hat nicht nur einen neuen CEO bekommen, MBUX und die aktuellen Entwicklungen bei den autonomen Fahrzeugen standen dort für mich im Fokus. Eine Woche lang tägliche Meetings mit den Kolleginnen und Kollegen. Viel Input, viele Ideen und richtig viel Inspiration.

Um aufzuzeigen, wie global unser Konzern ist… wie wir weltweit in einer Tour zeigen, wie wir uns die Zukunft der Mobilität vorstellen, dazu braucht es auch neue Ideen und Formate.

Und genau das wollen wir 2018 angehen. Die Grundlagen sind geschaffen und unser Team kann es kaum erwarten diese umzusetzen.

Gestern ist Vergangenheit, gleich schon Zukunft. Genau diese gestalten wir jetzt und das mit fast 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in fast 200 Ländern.

Es macht Spaß davon ein Teil zu sein!


* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO₂-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO₂-Emissionen und den Stromverbrauch“ neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.


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Dieser Artikel wurde von Sascha Pallenberg geschrieben. Er hat zum 01.02.2017 die neu geschaffene Funktion „Leiter Digital Content“ innerhalb des Kommunikationsbereichs übernommen und bereitet als erfahrener Online-Redakteur insbesondere Inhalte an der Schnittstelle zwischen Auto- und IT-Industrie für Daimler Online-Medien auf.

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