Island-Roadtrip mit der A-Klasse: Bis ans Ende der Welt

Am 02.02. feiert die neue A-Klasse in Amsterdam Weltpremiere. Ich bin gespannt, wie Daimler die Maßstäbe in der Kompaktklasse nochmal neu definieren wird. Mein Herz hängt allerdings an einem der Vorgängermodelle – schließlich sind wir gemeinsam bis ans Ende der Welt gefahren. Unsere Geschichte dazu gibt es hier auf dem Daimler-Blog.

Vulkane, Trolle, Elfen und die unendliche Natur – im Frühjahr 2012 traf ich die Entscheidung: Auf mit der A-Klasse nach Island! Raus aus dem Alltag, rein in die Natur. Als begeisterter Fotograf wollte ich natürlich auch tolle Aufnahmen einfangen. Schließlich bietet Island eine grandiose Natur mit lohnenswerten Motiven.

Damit ich mich beim fotografischen Equipment durch eine Flugreise nicht einschränken muss, habe ich einen Roadtrip vom 07. bis 26. Juli 2012 mit dem Auto geplant – genauer gesagt mit der A-Klasse. Die hatte ich 2007 aus erster Hand mit 77.000 Kilometer gekauft. Zum Start des Trips war sie dann 12 Jahre alt mit rund 200.000 Kilometern auf dem Tacho – den Trip traute ich dem verlässlichen Auto absolut zu.

Allgemeine Infos zum damaligen Island: Landfläche: 100.250 Quadratkilometer, zweitgrößter Inselstaat Europas, 320.000 Bewohner in 2012, somit liegt die Bevölkerungsdichte bei 3,1 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises.

Die Rundtour auf Island ging ganze zwei Wochen über die gut befestigte Ringstraße, Route 1, die die Insel umrundet. Vorab, auf der Anreise, war ich drei Tage auf den Faroer Inseln. Der Film „How to drive in Iceland“ hat mich auf die Gepflogenheiten und Verhältnisse im Norden optimal vorbereitet.

Der Film erklärt, was Blindhaeds sind: Kuppen, hinter denen man entgegenkommende Autos kaum rechtzeitig erkennen kann. Er informiert über die Gefahr von Schafen, die plötzlich die Straße überqueren und spontan auftauchenden Elfen. Womit der Fahrer ebenso rechnen muss, ist sich plötzlich ändernder Fahrbahnbelag der Straße – um nicht im Graben zu landen:

Das Equipment ist bei so einer Reise durchaus umfangreich: Stative, Nodalpunktadapter für Panoramen, Kameras, Objektive und Zubehör. Für das alles gab es Platz in meiner grünen Mercedes A-Klasse W168. Das Raumkonzept in dem Auto ist sehr praktisch – bei umgeklappter und flacher Rückbank hatte ich ausreichend Stauraum für größere Cases und Stative. Ein kurzer vorbereitender Besuch in der Werkstatt  zum Check, dann Tausch der Stoßdämpfer, neue Bremsen rein und weitere Kleinteile erneuern und …

Los ging’s!

Die Reise startete in Karlsruhe – nach tausend Kilometern  war die erste Etappe geschafft. Auf dem Verladeplatz der Fähre von Smyril Line in Hirtshals, Dänemark, reihte sich der kleine Mercedes zwischen zahlreichen „offroadfähigen“ Autos ein. Im Gegensatz zu mir wollten deren Fahrer das Landesinnere der Insel befahren, das einem Auto noch mehr Geländegängigkeit abverlangt. Dies war die Annahme.

Den planmäßigen Zwischenstopp auf den Faroer Inseln nutzte ich, um von Bord zu gehen und mich auf den Norden einzuschwören. Düstere, einspurige Tunnel, jenseits gewohnter deutscher Standards, lauerten hinter engen Kurven. Und stets bestand die Gefahr, ein Schaf oder sogar eine komplette Herde hinter einer Bergkuppe, gemütlich auf der Straße stehend, vorzufinden. Zum Glück hatte ich die Stoßdämpfer und Bremsen vor der Reise erneuert – einige Schafsleben wurden dadurch sicherlich gerettet.

Steinabbrüche und die raue See

Auf Island, in Seydisfjördur, angekommen ging es gleich nach Verlassen der Fähre zum Tanken – sicher ist sicher. Die Kosten für Diesel lagen damals auf ähnlichem Niveau wie in Deutschland. Die Tankstellendichte hält sich auf der Insel in Grenzen, deshalb musste ich den nächsten Stopp immer im Voraus planen. In Island ohne Sprit liegen zu bleiben – eine Vorstellung, die man lieber verdrängt. Meine Route ging gegen den Uhrzeiger auf der Route 1 entlang und führte direkt in den Norden: Kühle Temperaturen, Nieselregen, Wetterumschwünge.

Auf Island erlebt man, dass die Natur sich schnell wieder das zurückholt, was der Mensch ihr versucht hat zu nehmen. Steinabbrüche an Klippen oder die raue See – und schweres Arbeitsgerät, um neue Straßen zu bauen oder wiederherzustellen. Blumen wachsen zwischen Ascheflächen, die vorher ein Vulkan in tosendem Ausbruch ausgespuckt hatte. Die Einwohner erzählen sich sagenumwobene Geschichten von Elfen und Trollen, durch die sich die Naturphänomene zum Teil erklären lassen. Aber auch nur zum Teil…

Bei meinen Vorbereitungen bin ich davon ausgegangen, dass die Ringstraße, auf der ich unterwegs sein würde, gut befahrbar ist – doch sie hatte auch ihre Tücken: Reparaturarbeiten, quergefräste Rillen, die einen dazu zwangen Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Alternativ kann man diese Rillen auch mit sehr hoher Geschwindigkeit nehmen – nur sollte dann kein spontan auftauchender Felsbrocken auf der Straße liegen.

Beheizte Bürgersteige

Ich war im Juli auf Island, selbst da bewegt sich der Temperaturanzeiger des Thermometers nur zwischen 8 bis 13 Grad – ein Fleece und warme Kleidung sind daher ein Muss. Dafür trifft man dort zum Beispiel auf Gysire, heiße Quellen, die ihr Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne ausstoßen. An diese Quellen kann man dicht heranfahren, sie sind nur durch ein Schild „gesichert“.

Die Erdwärme wird zum Heizen verwendet, ob für die zahlreichen Hot Pots – whirpoolähnliche Becken, öffentliche Bäder oder den in Reykjavik im Winter beheizten Bürgersteigen. Große Aluminiumfabriken beherbergt Island auch, durch die man Energie günstig gewinnt. Ab und an sieht man Gewächshäuser, in denen selbst Tomaten wachsen.

Kulinarisch ist Island breit aufgestellt, die meisten Lebensmittel werden importiert – das hat seinen Preis. Speisen wie Pferdsteak oder Minkwalfleisch kommen aus der Region – ob man das isst, muss jeder selbst entscheiden.

Die Umlenkrolle streikt

Ab dem letzten Viertel der Strecke ist aufgrund einer festgefahrenen Umlenkrolle des Keilriemensystems der Wagen liegen geblieben. Steinige Straßen mit Staub – die Ursache? Dank der Unterstützung des ADAC und dortigem Partner konnte die A-Klasse nach zwei Tagen und einer Anfahrt der Teile mittels Taxi aus Reykjavik wieder gerichtet werden.

Meine Weiterfahrt war für einige hundert Kilometer möglich, dann, am Fuße des Gletschers Skaftafellsjökull, brach die Riemenscheibe am Motor. Hier war wohl seit dem ersten Schaden der Wurm drin. Jetzt konnte ich wirklich nur noch schauen, dass ich den Wagen auf die schon bezahlte Fähre brachte, um ihn wieder mit in die Heimat zu nehmen. Zurück ging’s dann mit der Bahn – erst Bummelzug, dann flotter ICE, Kopenhagen-Hamburg-Karlsruhe. Der Wagen wurde zwei Wochen später mit dem Sammeltransport wieder in die Heimat gebracht.

2000 Kilometer und eine Fotoserie mit Ausstellung

Über 2000 Kilometer kamen in den zwei Wochen auf der Ringstraße und den jeweiligen Highlights fernab dieser Straße zusammen. Meist war die Strecke asphaltiert, aber auch Schotterpisten forderten das Material meiner A-Klasse heraus. Zurück in der Heimat wurde der Schaden an der Keilriemenscheibe gerichtet, mein Auto von Staub befreit, der sich, teils sehr fein, in jede Ritze gesetzt hatte. Danach war die A-Klasse wieder zuverlässig wie eh und je.

Ein 21 Kilogramm schwerer Granitstein, im Kofferraum transportiert, liegt seitdem als Blickfang an diese außergewöhnliche Reise auf meinem Schreibtisch. Die Bilddaten wurden gesichtet, bearbeitet und als Fotoserie mit Ausstellung gestaltet.

Meine treue A-Klasse habe ich zwei Jahre später im November 2014 nach 270.000km gefahrenen Kilometern abgegeben. Ich bin mir sicher, sie tut auch heute im Ausland noch gute Dienste. Einen Roadtrip nach Island kann ich jedenfalls jedem nur empfehlen – ob mit der A-Klasse oder doch mit der geländegängigeren G-Klasse muss jeder selbst entscheiden :-)


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Dieser Text wurde von Björn Pados geschrieben. Er arbeitet mit beruflichem Schwerpunkt im Marketing. Seine Standorte befinden sich in Baden-Württemberg - bei Karlsruhe und Aalen. Die Fotografie ist durch freie Projekte und Ausstellungen ein kreativer Ausgleich: pados.de

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