smart lab statt Start-Up: Wie Daimler die jungen Wilden holt

Daimler – das ist längst nicht mehr nur Autos entwickeln und bauen. Das ganze Unternehmen ist im Umbruch und wird mehr und mehr zum Mobilitäts-Dienstleister. Das macht Daimler mittlerweile auch für Arbeitnehmer attraktiv, die nicht aus dem klassischen Automobil-Bereich kommen. Ich bin einer davon!

Seit März 2017 arbeite ich im smart lab – einer agilen Entwicklungsplattform für Connected Car Services. Im Klartext: Wir entwickeln Dienste rund um das Auto, die das Leben in der Stadt vereinfachen. Dafür habe ich mein 1-Mann-Start-Up an den Nagel gehängt. Warum? Das erkläre ich euch hier.

Von 2012 bis 2017  habe ich an der Hochschule Aalen Technische Redaktion studiert. Ein Studiengang, der vielseitiger kaum sein könnte: Vom Mechatronik-Ingenieur über Programmiersprachen wie JavaScript bis hin zur 3D-Animation. Einmal querbeet durch eine Palette von allerhand Nützlichem. Crossover-Denken eben, wie es heute von fast allen Studien-Absolventen erwartet wird.

Mitte 2016 absolvierte ich meine letzte Prüfung, bis zur Bachelorarbeit zog es sich allerdings noch ein bisschen hin. Ich habe mich bewusst gegen die Eile meiner Kommilitonen entschieden und musste den Abschluss nicht auf Knopfdruck haben. Ich wollte die richtigen Dinge auf meinem Weg mitnehmen.

Also nahm ich mein Wissen aus dem Studium, packte noch die ein oder andere autodidaktische Lerneinheit dazu und entschied mich, es bis zur Findung des richtigen Bachelorarbeit-Themas als Kleinunternehmer zu versuchen. Meine Geschäftsidee war so simpel wie naheliegend. Warum das gewonnene Talent als Tellerwäscher oder Tankstellenwart vergeuden, wenn man das Zeug zum kreativen Schaffen in den Händen hält? Und so wurde ich eine Art Mediengestalter und Berater. Und nicht nur das, gleichzeitig wurde ich zur Unternehmensberatung, zum Kameramann, zum Cutter, E-Tutorial-Experten und 3D-Designer. Meine Gegenüber: Meist Geschäftsleute, die mehr Erfahrung hatten, als ich wahrscheinlich in den nächsten 20 Jahren zusammenbekommen werde. Doch die Devise war klar, nichts ist unmöglich, man muss nur einmal anfangen.

Der Stoß in die richtige Richtung

Ich hatte mich gerade als StartUp-Unternehmer so richtig etabliert und gefunden, als auf einmal der Name Daimler in meinem Dunstkreis auftauchte. Und wie das mit den schönen Dingen meistens so ist, treffen sie einen unerwartet bei einem Gläschen Rotwein auf der Terrasse eines Freundes. Der meinte zu mir, ich würde super in ein Team passen, das er noch aus einem seiner vorangegangenen Projekte kenne.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt eine ganze Menge um die Ohren und alles andere im Kopf, als ein Praktikum zu starten. Schließlich konnte ich inzwischen von meinem 1-Mann-Start-Up ganz gut leben und die Leute, mit denen ich zusammenarbeitete, schätzten meine Meinung. Jetzt wieder von Null anfangen? Sich wieder beweisen müssen? Den anderen zeigen, dass man nicht der Praktikant ist, der unwissend von der Hochschule zum ersten Mal ins „Löwengehege“ geschmissen wird? Unbequem.

Aber dazulernen gehört für mich zu meinen absoluten Prioritäten, auch unter schwierigen Umständen. Und an Daimler als Arbeitgeber dachte ich nicht erst, seit das Ende meines Studiums immer näher rückte – also los!

Zeig, dass du Lust darauf hast

So wie Mario Götze schon als kleiner Stöpsel in FC-Bayern-Bettwäsche schlief, war es mein Kindheitstraum, irgendwann im Epizentrum des Autobauers Daimler zu arbeiten. Ich wollte Teil eines Unternehmens sein, das taktgebend für seine Branche ist. Und da mein Mini-Start-Up mittlerweile locker Arbeit für fünf Leute Arbeit abwarf, war für mich von Anfang an klar: Falls es der Daimler nicht sein sollte, kann ich ja jederzeit zurück.

Kurz vor meinen Start im smart lab bat ich meinen guten Freund trotzdem um einen Ratschlag bezüglich der Arbeit in so einem großen Unternehmen. Seine Antwort halte ich mir bis heute als eine Art Mantra vor:

 Wenn du Bock auf Projekte hast, musst du fordern, frag nach so viel es geht und mach! Zeig, dass du Lust darauf hast.

Letzten Endes kein Problem für das Team, in dem ich heute gelandet bin, Projekte und Themen die man aufgreifen kann gibt es genug. Bestehend aus jungen Wilden – nicht zwingend in Bezug auf das Alter, sondern auf die Einstellung, arbeitet dort ein ganzer Haufen Leute voller Leidenschaft und Lust, etwas zu bewegen. Wenn man dabei an die sogenannte „Work-Life-Balance“ denkt, mache ich mir bei keinem von uns Sorgen. Wir lieben was wir tun und so geht das Ganze Hand in Hand und braucht keine klassische Trennung.

Nach den Erfahrungen als Selbstständiger hätte ich mir die darauf folgende Zeit in einem Großkonzern niemals so spannend vorstellen können. Aber schon in meinen ersten zehn Monate jagte im smart lab eine spektakuläre Woche die nächste und wenn ich meinen Kommilitonen und Freunden heute erzähle, was wir alles machen und was ich schon erlebt habe, glaube ich es selbst kaum.

Wie ich vom User Interface Design, also der Gestaltung der Anwenderoberfläche unserer ready to-App, zum festen Bestandteil des labs wurde war rückblickend ein wilder Ritt, den ich mit keiner Sekunde, keinen Höhen und Tiefen, missen möchte. Und so war es wahrscheinlich eine Mischung aus Fügung und harter Arbeit, dass dieser Ritt für mich in einer Festanstellung endete. Ein Begriff, der sich heutzutage vielleicht nicht allzu sexy anhört. Aber was gibt es denn Besseres, als mit klasse Leuten an der Zukunft zu arbeiten?

Gerade erst startete mein Jahr mit einem internationalen Auftakt unseres smart labs auf der CES in Las Vegas. Das smart lab USA, China and Germany vereint am großen smart Stand, Seite an Seite mit den Kollegen von Mercedes Benz. Mit dem Ziel „make life easier in the City.“ Die ideale Gelegenheit, um unsere ready to-Services einem Experten-Puplikum über den gesamten CES-Zeitraum zu präsentieren.

Meinen Rückweg von der CES konnte ich nutzen, um euch einen Einblick meines Weges ins smart lab zu geben – und um zu zeigen, wie attraktiv Daimler als Arbeitgeber auch für junge Wilde ist.

Ihr findet das smart lab interessant und wollt noch mehr darüber erfahren? Kein Problem, wir werden euch in den nächsten Monaten hier auf dem Daimler Blog mehr über unsere Projekte verraten!

Bis dahin, vielen Dank für das Lesen meiner kleinen Geschichte.

Tom


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Dieser Text wurde von Tom Jetter geschrieben. Er ist ein selbsternannter Forscher und Abenteurer, der auf dem Gebiet der Zukunftstechnologien arbeitet. Er ist seit März 2017 bei Daimler im Bereich Portfolio- und Produktstrategie smart tätig. Aus dem Studium der Ingenieurwissenschaften kommend, ist Ästhetik der rote Faden, der sich durch sein Leben zieht. Als Jungspund ist sein primäres Ziel, Grenzen kreativ zu überschreiten. Nachdem er sich auf die Produktion von digitalen Medien konzentriert hat, konzentriert er sich nun auf Connected Car Services und Neurowissenschaften. Eine spannende Mischung aus seiner Arbeit an der Universität Aalen, wo er an Brain-Computer-Interfaces für Komapatienten arbeitet und Vorlesungen zur Mensch-Maschine-Interaktion hält, und seiner Arbeit für das smart lab bei der Daimler AG.

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