SiT Netzwerk: Als Technikerin zum Traumjob mit Stern

Das SiT Netzwerk hat bei Daimler nichts mit dem englischen Wort für „sitzen“ zu tun. Die drei Buchstaben stehen für „Students in Technology“. Genauer gesagt: angehende IngenieurINNEN. Dennoch sind Frauen in der Forschung und Entwicklung eher selten. Ich bin eine davon – SiT hat mich dabei unterstützt.

Die Begeisterung für das Produkt Mercedes habe ich quasi in die Wiege gelegt bekommen. Schon bei Kindergeburtstagen waren Geländefahrten im G-Modell für mich und auch die meisten meiner Freundinnen das Größte! G-Klassen, Unimogs, sowie der MB-Trac sind einzigartige Fahrzeugkonzepte, die es so bei keinem anderen Autobauer gibt oder gab.

Doch auch die Pkw glänzen mit Komfort, Sicherheit und zeitlosem Design, was die Fahrzeuge auch noch heute zu tollen Begleitern im Alltag macht. Daher war der Drang groß, in einer Firma zu arbeiten, welche bei all seinen Produkten an die Grenzen des technisch und auch optisch Machbaren geht – natürlich mit Blick auf die Großserie. Mit anderen Worten: eine Firma wie Daimler. Hier möchte ich von meinem Weg „beim Stern“ erzählen – und welche Rolle SiT dabei gespielt hat.

Spritztour auf der Einfahrbahn in Sindelfingen

Vom Design zur Technik

Nach dem Abitur war mir ja bereits klar, etwas mit Autos – am liebsten beim Daimler – machen zu wollen. Was mir noch nicht klar war: Design oder Technik? Meine erste größere Station bei Daimler war schließlich der Bau 80 im Mercedes Technology Center in Sindelfingen, sprich das Herz des Design-Bereichs. Die Zeit im Design war unglaublich spannend und auch wenn ich diesen Weg letzten Endes nicht eingeschlagen habe, bereue ich dieses halbe Jahr nicht.

Mein erster Kontakt zu SiT und zum Powertrain

Auf das SiT-Netzwerk  bin ich erst einige Jahre später gestoßen, als ich gerade im nächsten großen Entscheidungspunkt meiner Studienlaufbahn angekommen war. Ich bekam von einer frischgebackenen Teamleiterin im Getriebebereich die Möglichkeit, als mehr oder weniger fachfremde „Blechbiegerin“ – mein Studienschwerpunkt im Bachelor war Leichtbau – als Werkstudentin anzufangen. Konkret ging es um die Softwareentwicklung für die 9-Gang-Automatikgetriebe. Hieraus ergab sich die von mir schon länger ersehnte Arbeit am Fahrzeug, sprich die direkte Produktnähe.

Just zwei Tage nach diesem tollen Angebot, war es auch jene Teamleiterin, welche bei meinem ersten SiT-Event im Jahr 2014 eine anspornende Ansprache hielt. Dabei konnte sie uns vor allem interessante Einblicke in den Umgang mit den meist männlichen Kollegen geben. Wie sie anfängliche Mauern einriss und Skepsis bei älteren Kollegen abbaute und sich am Ende im alteingesessenen Powertrain-Team ihren Rang erkämpfte, war sehr interessant für uns!

Mein Weg mit SiT

Daraufhin war das SiT Netzwerk eigentlich immer an meiner Seite, seien es die beteiligten Kollegen aus dem HR-Bereich oder die anderen Netzwerkerinnen. Meist ging es bei den Mittagstischen mit den anderen SiT‘lerinnen um den Austausch über die Tätigkeiten im Bereich des Gegenübers. Man erfuhr so teilweise von Bereichen, die einen vielleicht doch noch etwas mehr ansprachen als es der eigene es tat.

Mein Alltag: (Fast) allein unter Männern

Aber auch Zwischenmenschliches, wie der Umgang mit den Kollegen blieb hier nicht auf der Strecke und man fand stets Leidensgenossinnen in den langen Prüfungsphasen an der Uni. Nicht nur beim Daimler haben technisch orientierte Studentinnen Seltenheitswert. Zu Beginn meines Fahrzeugtechnik-Studiums waren wir an die 180 Männer und lediglich fünf Frauen.

Ein Höhepunkt ist und bleibt das Bewerbertraining im unternehmenseigenen Bildungszentrum „Lämmerbuckel“ 2015. Hier konnten die Mädels und ich tolle Tipps für unsere Bewerbungsphasen und den darauffolgenden Berufsweg sammeln und nicht zuletzt bis heute anhaltende Freundschaften schließen! Auch wenn nicht alle der SiT‘lerinnen am Ende beim Daimler gelandet sind, so haben doch alle ihren Weg gemacht. Sei es bei kleineren Unternehmen oder sogar mit dem eigenen Start-up.

Mein Einstieg: Daimler Women Days

Im letzten Abschnitt meines Studiums war ich im Bereich der Fahrerassistenzsysteme/ automatisiertes Parken tätig, da sich hier ein tolles Thema für meine Masterarbeit ergab. In jenem Zeitraum wurden auch die Daimler Women Days ausgeschrieben, für die ich mich bewarb. Durch die verschiedenen Bausteine des SiT-Netzwerks fühlte ich für das Karriere-Event gut vorbereitet.

Vor Ort durften wir zunächst einen tollen Tag rund um den Erfinder des Automobils erleben und am zweiten Tag wurde dann „Tacheles“ über konkrete Stellen geredet. Hier ergaben sich in meinem Fall Gespräche mit Führungskräften aus dem Bereich der Fahrerassistenzsysteme, aber auch aus meiner Lieblingsstation, dem Powertrain! Mit ein paar der Mädels, die ich bei den Women Days kennengelernt habe, stehe ich noch heute in Form von Mittagsstammtischen in Kontakt.

Mein Traumjob: Powertrain

Heute arbeite ich im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim in der Funktionsentwicklung und Applikation der Modellpflege des aktuellen 9-Gang Heckautomatikgetriebes. Hier bin zuständig für das hydraulische Sicherheitskonzept. Dieses hat den Zweck, Fehlfunktionen  im Getriebe zu erkennen und entsprechend auf diese zu reagieren. Konkret ist meine Aufgabe die bestehende Überwachungssoftware weiterzuentwickeln und zu testen, sowie neue Überwachungsfunktionen zu implementieren und bis zur Serienreife zu begleiten.

Somit ist vom Brainstorming, über das Programmieren und Testen mit Soft- und Hardware in the Loop, Prüfstand und letztlich dem Fahrzeug, alles dabei. Heutzutage ist dies ja eine Rarität in der Fahrzeugentwicklung, in welcher normalerweise auch viel Know-how und Entwicklungsarbeit beim Zulieferer liegt.

Positive Überraschung & Danke SiT!

Mein Berufsalltag im Powertrain hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht: Zum einen hatte ich mir nicht ein derart großes Maß an Verantwortung und Komplexität gleich zu Beginn des Berufseinstiegs erhofft. Zum anderen habe ich viel Glück mit den Kollegen, welche stets sehr hilfsbereit sind, mich freundlich aufgenommen haben und meine Begeisterung für das Automobil teilen. Und nicht zuletzt sind es die Produktnähe und die Arbeit in einem erfahrenem Team, welche für die nötige Motivation im Alltag sorgen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das SiT Netzwerk nicht nur tolle neue Freundinnen und Weggefährtinnen beschert hat, sondern auch zu meinem Traumjob führte! Der Kontakt lässt sich per Mail an sit@daimler.com ganz einfach herstellen.


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Sie hat an der Universität Stuttgart Fahrzeug- und Motorentechnik studiert, stieß 2014 zum SiT Netzwerk und ist seit 2017 in der Funktionsentwicklung der Modellpflege des aktuellen 9-Gang Heckautomatikgetriebes tätig.

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