Mein Job-Interview mit Dieter Zetsche: Hier fragt der Chef noch selbst!

Ein Vorstellungs-Gespräch bei Daimler ist schon aufregend genug. Wenn der Vorstandschef dann aber auch noch persönlich dein Job-Interview führt, ist das definitiv ein Erlebnis!

Beim Bewerber-Tag in Stuttgart bin ich überhaupt erst durch die Karrieremesse „Women in Technology“ in München gelandet. Dem Personaler dort habe ich erzählt, dass mich als angehende Elektro-Ingenieurin vor allem das Autonome Fahren interessiert. „Dann musst du unbedingt zu unserem Bewerber-Tag kommen, für dieses Thema sucht Daimler genau Leute wie dich!“, meinte er. Also habe ich mich beworben – und wurde eingeladen. Hätte ich da mal gewusst, wer mich ganz autonom durch mein Job-Interview fahren wird …

Erster Programmpunkt: Start the engine!

8:20 Uhr, Böblingen

Getroffen haben wir uns in einem Hotel, in dem alle Teilnehmer herzlich empfangen wurden. Anschließend hatten wir Gelegenheit, uns gegenseitig kennenzulernen. Die Stimmung unter uns Bewerbern war energiegeladen, jeder war super motiviert und gespannt auf das bevorstehende Programm.

Warm-up-Welcome im Windkanal

9:00 Uhr, Sindelfingen

Nächste Station: Windkanal Sindelfingen. In einem spannenden Vortrag hat uns der Leiter des Bereichs Autonomes Fahren über die neuesten Entwicklungen informiert. Daimler ist Pionier auf diesem Feld. Auf allen fünf Kontinente sind Daimler-Forschungsfahrzeuge autonom auf Teststrecken unterwegs. Die Erkenntnisse daraus fließen dann in die Entwicklung der Systeme mit ein, die auch für Szenarien mit hohem Verkehrsaufkommen passend sind.

Bis Anfang 2020 will Daimler Fahrzeuge für vollautomatisiertes (SAE-Level 4) und fahrerloses (SAE-Level 5) Fahren auf die Straße bringen. Möglich ist das durch die schon sehr fortgeschrittenen und leistungsfähigen Assistenzsysteme. Absolute Priorität bei der Entwicklung ist natürlich immer die Sicherheit.

Michael Hafner, Leiter für Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit

Während der Kaffeepause hatte ich die Gelegenheit, mich mit dem Bereichsleiter zu unterhalten. Mein erster Gedanke war: „Oje, der Bereichsleiter! Ich muss einen guten Eindruck hinterlassen.” Das Gespräch war aber sehr entspannt. Ich war wirklich positiv überrascht, wie nahbar auch die hohen Führungskräfte bei Daimler sind.

Simulate driving experience

9:45 Uhr, Sindelfingen

Nächster Halt: Fahrsimulator Sindelfingen. Wir durften uns einen der weltgrößten Fahrsimulatoren für autonomes Fahren ansehen und sogar selbst „fahren“. In dem Simulator sitzt man in einer S-Klasse und kann so die Aktiven Sicherheitssysteme testen, die schon heute in den Daimler-Serienfahrzeugen sind.

In der virtuellen Probefahrt in 3D konnten wir in unterschiedlichen Szenarien die aktuellen Assistenzsysteme interaktiv erleben. Faszinierend, wie weit die technischen Möglichkeiten heute schon sind! Meinen Wunsch, in Zukunft selbst an dieser Technik zu tüfteln, haben diese Erfahrungen noch verstärkt.

Start-up oder tatsächlich Daimler? Die Inno-Werkstatt

Schon folgte für mich das nächste Highlight : Der Besuch in der Inno-Werkstatt in Böblingen. Dort werden in einer großen Halle jeden Tag Hunderte verrückter Ideen entwickelt. In kleinen Teams hatten wir die Chance, uns mit einer Fragestellung zum Thema Autonomes Fahren zu beschäftigen und in einem 2-minütigen Pitch unsere Ideen vorzustellen.

Die Frage lautete: „Wie könnte man V2X- Kommunikation nutzen, um selbstfahrende Autos zu verbessern?“ Bei der V2X-Kommunkation (Vehicle-to-everything) wird das Auto durch andere Fahrzeuge, Intelligent Roadside Stations (IRS) oder Funkbaken über den Straßenzustand, Staus, Unfälle, Gefahren und mögliche andere Beeinträchtigungen informiert. Jedes Team hat sich mit einem anderen Szenario auseinandergesetzt: Stadt oder Land und Weg zur Arbeit oder zu einer Freizeitaktivität. Unser Team hat Ideen für den Fall „Autofahrt von einem Geschäftsmann in der Stadt“ präsentiert.

Danach haben wir live erlebt, wie präzise und sicher das autonome Parken mithilfe eines Handys ist. Der Fahrer, der in der Nähe des Autos steht, identifiziert sich über sein Smartphone, verbindet sich mit dem Auto und startet den Parkvorgang. Im Parkplatz sind Scanner installiert, die den Fahrkorridor und dessen Umfeld überwachen und Steuersignale ans Fahrzeug senden. Die Sensoren erkennen wiederum, wo das Auto steht und wo sein zugewiesener Parkplatz ist und schicken die Park-Anweisung an das Fahrzeug.

Neben der Technik hat mich vor allem das Arbeitsklima in der Inno-Werkstatt begeistert. Es war dynamisch und kreativ, eher wie bei einem Start-up als bei einem Großkonzern. Auch das Duzen war selbstverständlich. Darüber habe ich mich anfangs noch gewundert, aber sofort sehr wohlgefühlt.

An diesem Punkt wurde mir immer klarer, wie gerne ich Teil dieses Unternehmens sein möchte. Dann wurde ich gefragt, ob ich den Vorsitzenden von Daimler kennen würde. Lachend habe ich geantwortet: „Nicht persönlich. Aber es wäre mir eine Ehre.“ Tatsächlich dachte ich mir aber, dass wohl nicht einmal langjährige Mitarbeiter direkten Kontakt mit ihm haben…

Job-Interview mit Dieter Zetsche

Statt Jahren sollte es in meinem Fall aber nur noch ein paar Stunden dauern, bis ich Dieter Zetsche kennenlernen durfte. Als es zum Job-Interview in einer autonom fahrenden S-Klasse ging, hatte ich absolut keine Ahnung, WER dieses Gespräch führen würde. Ich fand es zwar merkwürdig, dass im Auto vor uns zwei Fotografen saßen, war aber mit dem Kopf schon völlig beim Bewerbungsgespräch…

Ich also: Beifahrertür auf, im Hinsetzen noch den Kopf gedreht um den Fahrer und Interviewer höflich zu begrüßen und dann – huch! Statt einem unbekannten Interviewer sitzt Dr. Dieter Zetsche persönlich am Steuer. Ich traute meinen Augen kaum, habe ihn aber (Gott sei Dank!) sofort an seinem weißen Schnurrbart erkannt.

Mit meinem besten Pokerface habe ich versucht, die Fassung zu wahren, gab ihm die Hand und stellte mich vor. Unsere Unterhaltung lief dann ungefähr so:

Dr. Z: Hallo, Grüß Gott.

Ich (noch leicht geschockt): Guten Tag… Mein Name ist Molka Elleuch.

Dr. Z: Dieter Zetsche

Ich: Freut mich.

Dr. Z (grinsend): Darf ich Sie mit Vornamen ansprechen?

Ich: Ja natürlich.

Dr. Z.: Wunderbar, ich bin Dieter, Sie sind Molka.

Wunderbar?! Tausend Fragen schossen mir in diesem Moment durch den Kopf! Bin ich bei der versteckten Kamera? Macht Daimler einen Scherz mit mir? Was macht Dieter Zetsche hier? Warum bin ich hier ich hier? Und um was für eine Stelle wird es wohl gehen, wenn der CEO schon höchstpersönlich zum Vorstellungsgespräch kommt? Wie unser Gespräch tatsächlich lief, seht ihr hier:

Was wir im Video leider nicht sehen: Dieter Zetsche hat mir auch erlaubt, persönliche Fragen zu stellen, was ich mich in dieser Situation aber nicht richtig getraut habe. Heute bereue ich das, da mir viele Fragen eingefallen wären: Was will er in seiner Position noch erreichen? Was hat ihn 40 Jahre lang an Daimler gebunden? Wo sieht er Daimler in fünf Jahren?

Mein erster Eindruck von ihm hat sich im Laufe des Gesprächs bestätigt. Ich habe ihn als sehr sympathisch, aufgeschlossen und humorvoll erlebt. Ein großes Vorbild! Vor allem sein letzter Satz ist mir im Kopf geblieben. Ich hatte ihm gesagt, dass ich eines Tages einen autonom fahrenden Mercedes besitzen möchte. Darauf Dr. Zetsche: „Oder Du könntest ihn mitentwickeln.“ Ich: „Das wäre natürlich noch spannender!“ Diese 30-minütige Fahrt mit ihm werde ich nie vergessen. Es war großartig!

München, ein paar Tage später

Natürlich habe ich meiner Familie, meinen Freunden und Mitbewohnern von meinem Abenteuer erzählt. Keiner hat mir am Anfang geglaubt. Aber dieser Blogbeitrag sollte jetzt Beweis genug sein. Ich bin gespannt, wie eine Zusammenarbeit mit Daimler in der Zukunft aussehen wird – und ob ich nochmal Gelegenheit bekomme, meine offenen Fragen an Dieter Zetsche zu stellen.


Wir suchen ständig Menschen, die viel können, viel leisten – und viel erwarten: Jobs bei Daimler


Wie bewerten Sie diesen Artikel?
4.6 / 5 (181 Bewertungen)
Bitte warten...

Tags: , , ,

drucken

Wollen Sie wirklich das Internet ausdrucken?

Sparen Sie Papier und schonen Sie die Umwelt! Nutzen Sie die Funktionen zum Bookmarking oder zur E-Mail-Weiterleitung.

Ihre Daimler AG

Erst wenn Sie klicken, wird die Schaltfläche aktiv und stellt eine direkte Verbindung mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk her. Hierdurch werden Daten an das jeweilige soziale Netzwerk übertragen. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzhinweise.

Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist angehende Elektro-Ingenieurin und schreibt gerade ihre Masterarbeit. Ihr Interessengebiet gilt dem Autonomen Fahren.

Lernen Sie weitere Autoren kennen oder lesen hier mehr über das Blog.

Letzte Kommentare

  1. Ohne Reisekosten und Urlaubstag –Die erste virtuelle Daimler-Job-Messe

    Jochen Reinhardt: Glückwunsch Tina, Dir und dem ganzen Team. Super, was ihr in der kurzen Zeit...

  2. Daimler Türk-Treff feiert 25-jähriges!

    Gülgün Ersoy: Hallo Ismet Cetin, ich kann dein Kommentar 1:1 bestätigen, so wie du es hier...

  3. Benz & ballet – How arts and automotive themes go hand in hand

    Matthias Geiger: Awesome opportunity for the Alumnis! The festspielhaus in Baden-Baden is a...

  4. Auf ein Date mit dem Concept EQ

    Ying: Endlich hat das speed-dating ein Ende. Der EQ nimmt sich Zeit jemanden näher und länger an...

  5. Mehr als Yin und Yang: Hier zeigt Daimler seine neue China-Kunst

    Sascha Pallenberg: Da mache ich doch den Vorschlag: anschauen, sich Gedanken machen und dann...