30 x Frauenpower – Die Femtec Innovationswerkstatt

Berlin: 30 Studentinnen aus ganz Deutschland und der Schweiz sitzen sich erwartungsvoll in einem Stuhlkreis gegenüber. Es ist der Startschuss der Femtec Innovationswerkstatt bei Daimler. Aber Moment mal Femtec? Innovationswerkstatt? 30 Studentinnen? Was soll das werden?

Frauen und Autos, ein viel diskutiertes Thema. Mal geht es um das fehlende Technikverständnis, mal um mangelnde Einparkfähigkeiten und generell suchen Frauen ihre Autos nur nach Design und Farbe aus. Doch Klischees wie diese sind hier weit gefehlt. Bei Femtec handelt es sich um eine Gruppe von technisch-versierten MINT-Studentinnen und um ein Projekt mitten in der Produktion von Mercedes-Benz, das ich als Koordinatorin leite. Doch erst einmal von Anfang an…

Die Femtec GmbH wurde 2001 an der TU Berlin gegründet und bezeichnet sich als eine internationale Karriereplattform für Frauen in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Im Rahmen eines Careerbuilding-Programmes für Wirtschaft und Wissenschaft gewinnt und fördert die Initiative weiblichen Führungsnachwuchs und bietet ein starkes Netzwerk zwischen Studentinnen und Unternehmen.

Ein Baustein des Programmes ist die sogenannte Innovationswerkstatt. Hierbei stellt ein Partnerunternehmen eine Aufgabe und circa 30 Stipendiatinnen arbeiten mehrere Monate daran.

In verschiedenen Expertenrunden stellen die Teilnehmerinnen ihre Fragen und diskutieren erste Ideen

Und hier kommt Daimler ins Spiel! Denn als langjähriges Partnerunternehmen und immer auf der Suche nach tollen, frischen Ideen, war es an der Zeit, die Innovationswerkstatt zu uns zu holen!

Wer sind wir und was haben wir vor?

Wir – das heißt vier kooperierende Bereiche der Daimler AG: Philip und Oli aus der Montageplanung, Vesna aus HR, Tom aus der TECFabrik und ich, Inessa, aus der Fabrikplanung. Ganz im Sinne unserer neuen Leitlinien: agil, innovativ und cross-funktional! Als starker Partner und erfolgreich agierendes Start-Up steht uns die NavVis GmbH zur Seite.

Jeder von uns nutzt heutzutage sein Smartphone. Wir navigieren uns von A nach B, schauen Panoramabilder von Orten an, an denen wir noch nie waren und haben trotzdem das Gefühl, wir sind mittendrin. Aber was passiert, wenn wir ein Gebäude oder eine Produktionshalle betreten? Das Signal ist weg, es gibt etliche Aufgänge und Stockwerke und wir haben keine Ahnung, wo der Raum oder Abschnitt liegt, den wir suchen.

Genau hier setzt NavVis an: Dank ihres eigen entwickelten Trolleys sind sie in der Lage ganze Gebäude mit hochauflösenden Panoramen mit 3D Punktewolken zu erfassen und den Nutzer am Bildschirm durch die Hallen zu navigieren – egal ob in Sindelfingen, Bremen oder Peking!

Einblick in eine Montagehalle über den NavVis Indoor Viewer

In ersten Versuchen nutzen wir die Technologie von NavVis heute schon, zum Beispiel schauen wir uns die Regalanordnungen in unseren Montagehallen an oder „besuchen“ andere Werke am Bildschirm.

Eine Sache ist uns allen aber klar: Das Ganze ist nur die Spitze des Eisberges und es liegt noch viel mehr Potenzial darunter! Wir glauben fest daran, dass wir in vielen Bereichen der Daimler AG einen großen Mehrwert durch Indoor-Hallenscans schaffen können. Man braucht nur die passenden Ideen – und genau an diesem Punkt bringen wir die 30 kompetenten und hoch-motivierten Stipendiatinnen der Femtec mit dem Konzern im Rahmen der Innovations-Werkstatt zusammen.

Der Kick Off: Endlich war der Tag gekommen

Den ersten Tag haben die Teilnehmerinnen mit Coach Andreas verbracht, der sie in vielen Innovationsmethoden schulte. Wir waren am zweiten Tag dran und haben mit einem spannenden Vortrag über die Digitalisierung bei Daimler, aktuellen Herausforderungen und vielen Beispielen aus der Produktion begonnen.

Es geht los – Am ersten Tag werden agile Innovationsmethoden in verschiedenen Übungen erlernt

„Ihr seid echt ein innovativer Laden!“ wurde uns daraufhin gesagt, was uns natürlich sehr gefreut hat. Neben Einblicken in einen Großkonzern, hat auch NavVis als Start-Up von ihrer agilen Arbeitsweise, dem Werdegang und Anwendungsfällen ihrer Technologie berichtet.

Über die große Kreativität und das tolle Engagement staunt selbst Coach Andreas

Dann waren die Teilnehmerinnen an der Reihe! Aufgeteilt in sechs Gruppen à fünf Personen durften sie uns interviewen und mit Fragen löchern. Dabei stand immer die Frage im Mittelpunkt, welche Ideen und Anwendungsfälle mit NavVis möglich sind. Die Gruppen teilten sich je nach Studiengang und Interesse in zwei Schwerpunkte auf, sodass sie nun die Möglichkeit hatten, die Montageplanung und Fabrikplanung bei Mercedes-Benz Cars kennenzulernen.

Lucy von NavVis spricht über den Arbeitsalltag eines erfolgreichen Start Ups

Wie geht es weiter?

Nach dem vielversprechenden Kick Off in Berlin werden sich die einzelnen Gruppen nun intensiv mit verschiedenen Tätigkeiten in der Produktionsplanung auseinander setzen. Neben der virtuellen Zusammenarbeit sind Workshops und Experten-Interviews mit Daimler und NavVis in Planung. Ich werde dazu einen Workshop mit meinen Gruppen bei uns in der Fabrikplanung organisieren und viele Mitarbeiter in das Projekt mit einbinden, damit am Ende auch Ideen rauskommen, die einen echten Mehrwert darstellen und den Arbeitsalltag erleichtern!

Mitte November findet dann die Zwischenpräsentation in Sindelfingen statt, bei der jede der sechs Gruppen ihre Top-Idee vor Publikum vorstellen soll. Anschließend werden die besten Ideen ausgewählt und bis zur Abschlusspräsentation im Februar weiterentwickelt. Wir hoffen, dass auch dank der Kooperation mit NavVis der ein oder andere Prototyp am Ende vorgestellt wird, der unser Unternehmen noch ein Stückchen innovativer und zukunftsfähiger macht!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie ist seit April 2016 bei der Daimler AG in Sindelfingen im Bereich Fabrikplanung tätig, wo sie die Standortentwicklung für den Produktionsstandort in Peking, China betreut. Da sie selber Absolventin des Femtec Careerbuilding Programmes ist, versteht sie nicht nur die Begeisterung der Stipendiatinnen, die hinter dem sogenannten „Femtec-Spirit“ steht, sondern glaubt auch an das vielseitige Potenzial und die hohe Kompetenz der weiblichen Nachwuchstalente.

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