DTM-Finale 2017: Mit dem Renntaxi über den Hockenheimring

Es war wieder einmal soweit – das Abschlussrennen der DTM auf dem Hockenheimring stand bevor. Und wie gerufen konnte man im Daimler Mitarbeiter-Portal eine Mitfahrt im DTM-Renntaxi gewinnen.

Aber wie das meistens so ist, hängt man seinen Namen lediglich an eine lange Liste – und das war es dann. Aber diesmal nicht! Plötzlich kam der Anruf: „Sie haben gewonnen!“ Sofort brach bei mir die wilde Vorfreude aus!

Doch was mich genau bei der Mitfahrt im DTM-Renntaxi erwartet, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Gesehen hat man die strahlenden Gesichter von Teilnehmern in dem Pausenprogramm schon oft. Doch wie ist es denn wirklich, wenn man einmal das Glück hat dabei sein zu dürfen?

Sieben Sachen packen

Bevor diese Fragen beantwortet werden konnten, hieß es erst einmal alle sieben Sachen für das Übernachten auf dem Campingplatz einzupacken. Zuerst einmal das Wetter abchecken. Puuh, Glück gehabt! Laut Wettervorhersage wird es deutlich wärmer, als beim Abschlussrennen der Saison 2016. Sicherheitshalber packen wir aber doch lieber auch etwas kältebeständigere Kleidung für die Nacht ein – man weiß ja nie.

Nachdem das Auto bis zum Dach vollgepackt war, fuhren wir am Freitag in aller Frühe nach Hockenheim. Dann ging es rauf auf den Campingplatz, wo bereits Freunde von uns warteten. Während wir alles aufbauten wurde schon einmal der Kugelgrill befeuert – Camping eben. Da freitags meist nur freie Trainings sowie Qualifyings stattfinden kann man diesen Tag immer entspannt beginnen, wie auch ausklingen lassen.

Treffpunkt Boxengasse

Am Samstagvormittag wurde es dann spannend. Zunächst bekamen wir eine kleine Führung durch die Boxengasse und wir haben auf etliche Fragen jede Menge Antworten bekommen. Hier erfuhren wir dann leider auch, dass Valtteri Bottas leider doch nicht das Renntaxi fahren kann, wie es eigentlich im Gewinnspiel ausgeschrieben war.

Aber diese schlechte Nachricht wurde schnell wieder wettgemacht, als der Name des neuen Fahrers fiel: Bernd Mayländer! Die meisten kennen ihn aus der Formel 1. Hier fährt er schon seit Jahren das Safety Car, er ist ein Rennfahrer durch und durch. Das sollten doch beste Vorzeichen sein.

Bernd ist ein cooler Typ!

Doch zuerst durfte ich mich in mein Rennoutfit begeben. Anschließend ging es zu einem kurzen Interview mit Bernd Mayländer. Wir sprachen über die Besonderheiten des DTM-Renntaxis und wie sich Valtteri Bottas bisher in der Formel 1 geschlagen hat. Und um das schon einmal vorweg zu nehmen, Bernd ist ein wirklich cooler Typ! Er weiß wovon er in der DTM redet.

Danach gingen wir in Richtung DTM-Boliden und die Anspannung wuchs. Als ich endlich an der Reihe war in das Fahrzeug einzusteigen, wurde mir erst so richtig klar auf was ich mich hier eingelassen hatte … Die Innenausstattung der DTM-Fahrzeuge hat nicht mehr viel mit einem Mercedes gemein: Sehr kleine, enge Sportsitznischen und einen Käfig als Versteifung.

Darüber hinaus nur das nötigste an Abdeckungen oder Verkleidungen, um Gewicht zu sparen. Zusätzlich ein zweiter Sitz und das war es auch schon. Aber genau so schwierig wie die Suche nach komfortabler Ausstattung gestaltete sich der Einstieg in das Fahrzeug. Ohne etwas klettern und verwinden kommt man nicht durch die Türe, an dem Käfig vorbei in die tiefen Sitzschalen. Selbst ich mit meinen 1,81 m Größe fühlte mich wie in einer Sardinendose.

Einfach phänomenal!

Doch nach diesen Mühen wurde der Motor endlich gestartet und das „Bollern“ knallte nur so durch den Helm. Nun konnte die Fahrt endlich beginnen. Raus aus der Boxengasseneinfahrt und rauf auf die Start-/Zielgerade. Dort zeigte Bernd eindrucksvoll, was es genau bedeutet in etwa drei Sekunden von 0 auf 100 zu beschleunigen. Die Kraft, die auf einen wirkt, ist einfach phänomenal.

Aber genau so beeindruckend wie die Beschleunigung eines solchen Rennwagens, ist auch die auf die Straße gebrachte Verzögerung. Denn schon nach wenigen Kurven wurde mir bewusst, dass die Rennfahrer nicht umsonst so viel Ausdauersport und Nackenübungen machen.

Der Körper wird beim Bremsen im Kurveneingang förmlich in den Sitz gestaucht, während der Kopf bei Kurvenausgang heftig zur Seite gedrückt wird. Sobald die Beschleunigung wieder eintritt, ziehen sich Brust, Arme und Beine lang. Da bekommt man erst richtig Respekt für die Fahrer, die einer solchen körperliche Belastung eine Stunde lang ausgesetzt sind.

Hinzu kommen noch die dröhnenden Motorgeräusche sowie die erdrückende Hitze. Die Auspuffanlage sitzt direkt im Schweller des Fahrzeugs und erhitzt das Fahrzeuginnere auf Hochsommertemperaturen. Und diese Temperaturen werden durch den Rennanzug nochmals enorm verstärkt.

Hart wie ein Brett

Bei jeder Kurvendurchfahrt denkt man, man sitzt direkt auf der Straße. Das Auto liegt hart wie ein Brett und fährt sich gefühlt wie ein Go-Kart. Jede Unebenheit auf der Strecke fühlt sich wie ein kleiner Schlag an. Genauso stellt man sich ein Rennwagen vor! Doch viel zu schnell waren die zwei Runden leider schon wieder vorbei.

Es war eine megatolle und einzigartige Erfahrung und ich freue mich jetzt im Nachhinein immer noch sehr das Glück gehabt zu haben, diese Renntaxifahrt gewonnen zu haben. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Beteiligten!

Gewinner der Mitfahrt im DTM-Renntaxi Simon Walz mit Freundin Patricia

Im Anschluss danach sind wir wieder zurück auf die Tribüne und haben uns zusammen mit unseren Freunden den ersten Lauf der DTM angesehen. Schon alleine wegen des brachialen Lärms der Fahrzeuge und der genialen Stimmung würde ich am liebsten zu jedem einzelnen Rennen fahren. Auch wenn die Platzierungen unseres Teams am Ende des Wochenendes nicht fürs Podium gereicht haben, war es trotzdem ein tolles Rennen der drei Hersteller.

Und eins ist zum Abschluss noch zu sagen. Hockenheim, wir sehen uns nächstes Jahr definitiv wieder!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er arbeitet in der Entwicklung in Sindelfingen im Bereich Gesamtfahrzeugkonstruktion und hat beim DTM-Gewinnspiel im Mitarbeiterportal eine Mitfahrt im DTM-Renntaxi gewonnen.

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