Von der Vision zum App-Store: Die EQ-Ready App

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ schrieb Hermann Hesse schon 1941 in seinem Gedicht „Stufen“.

Und ja, ich erinnere mich, es war ein ganz besonderer Moment, als unser Teamleiter vor einem Jahr euphorisch berichtete, dass er bei einem konzerninternen Ideenwettbewerb mit einer wild zusammengewürfelten Truppe von Daimler-Mitarbeitern und einer hervorragenden Idee rund um das Thema Elektromobilität in die finale Pitch Runde gekommen war. Und plötzlich stand die Frage im Raum: Wollen wir die Idee mit dem Segen des Vorstandes vorantreiben?

Natürlich wollten wir! Und knapp ein Jahr später gibt es viel zu berichten, denn unser Traum, das fertige Produkt auf der IAA zu präsentieren, wurde nach einer spannenden Reise durch unzählige Bereiche des Konzerns Wirklichkeit. Aber der Reihe nach: Um was geht es in der Idee? Simpel formuliert um eine App, die uns die Sorge vor fehlender Reichweite bei Elektrofahrzeugen nehmen soll. Dazu braucht es kein Voodoo, keine psychologischen Tricks und nicht mal ein Elektroauto.

Sondern erstmal nur die exakten Daten über das aktuelle Fahrverhalten im Alltag, denn genau das misst die App. Sobald man die Daten hat kann man vergleichen, zu welchem Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug (genannt EV und PHEV) von Mercedes-Benz oder smart das eigene Fahrverhalten am besten passt. Und zwar nicht nur mit den Fahrzeugen, die auf dem Markt sind, sondern sogar auch mit denen, die aktuell in Planung sind.

Was kann die EQ Ready App? Ganz ohne Voodoo die Reichweitenangst reduzieren

Aber genau dieses „Nur“ ist die große Herausforderung, um unsere „EQ Ready“ App marktreif zu bekommen. Die potenziellen Kunden von E-Autos sollten ein glaubwürdiges Instrument in die Hand bekommen, mit dem sie prüfen können, ob ihre Fahrten im Alltag von einem Fahrzeug mit alternativem Antrieb abgedeckt werden kann. Schließlich lautet unser Claim selbstbewusst: „Are you #EQready?“

Und was bedeutet das für die Anwender? Einmal gestartet erfasst die EQ Ready App unabhängig vom gewählten Fortbewegungsmittel automatisch die zurückgelegte Strecke, die gefahrenen Geschwindigkeiten, die überwundenen Höhenmeter und berücksichtigt dabei auch den Fahrstil. Im Anschluss kann der App Nutzer vergleichen, ob die Strecke zum Beispiel besser mit einem smart fortwo electric drive, einem Mercedes-Benz C 350 e oder sogar mit dem Concept EQA, einem EV der Zukunft, zu bewältigen wäre.

Wichtig und hilfreich: das Feedback der Kunden

Um unsere Software Entwicklung mit den exakten Werten der Mercedes-Benz und smart Fahrzeugpalette abgleichen zu können, kamen wir als IT Abteilung nicht nur erstaunlich weit rum im Konzern, sondern rannten mit unserer Idee überall offene Türen ein. In kürzester Zeit bekamen wir aus dem Forschungs- und Entwicklungsbereich detaillierte Informationen rund um EVs und PHEVs, die Kollegen führten sogar extra Testfahrten und Messungen in ihren Kältekammern für uns durch.

Zusätzlich bekamen wir viel Unterstützung von CASE, der Organisation rund um die strategische Ausrichtung für Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive. Doch auch das Feedback unserer zukünftigen App User war uns schon in der frühen Entwicklungsphase sehr wichtig. Deshalb haben wir mit ausgewählten Kunden der Mercedes-Benz Niederlassung München unseren Prototypen getestet. Das Feedback floss sofort mit in die Entwicklung der App ein.

Das Entwicklerteam als kritischste Tester der eigenen App

Die kritischsten Tester der App waren wir aber selber. Fast täglich haben wir uns darüber ausgetauscht, welche neuen Ideen uns beim Tracking während der Fahrt ins Büro eingefallen sind, welche Fehler wir bei der Datenerfassung auf dem Weg in den Urlaub entdeckten und welche Optimierung uns beim Tracking während eines kurzen Shoppingtrips komplett überzeugte.

Die entscheidendste Erkenntnis war aber: Bis auf wenige Fahrten waren alle im Team schon heute „EQ Ready“. Und das verblüffte selbst uns. Wie oft diskutieren Medien und Stammtische über fehlende Reichweiten bei Elektrofahrzeugen – und wie wenig Reichweite brauchen wir letztendlich im Alltag tatsächlich!

Der Traum wird wahr: wir sind auf der IAA

Und unser Traum von der IAA? Ja, das wurde am Ende noch ein heißer Ritt. Vertriebsvorstand Britta Seeger höchstpersönlich wollte unsere App auf der IAA sehen und gab unserer anfänglich vorsichtig formulierten Vision gewaltigen Rückenwind. Auf einmal wurde unser Traum konkret, nur: Was ziehen wir an, in welches Hotel gehen wir und überhaupt: Wer arbeitet an welchen Tagen in Frankfurt auf unserem Messestand?

Letztendlich hat alles geklappt und mit Stolz kann ich berichten: Jetzt wird über UNS berichtet. Auch hier auf dem Blog, hier, hier und auch unsere Chief Digital Officer Sabine Scheunert ist begeistert.

Natürlich geht die Entwicklung auch nach der IAA weiter. Infos dazu findet ihr auf dem EQ Hub inklusive der Links zum Download der App in iTunes oder Google Play verbunden mit einem ganz persönlichen Wunsch: Feedback ausdrücklich erwünscht!


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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er ist seit 01.03.2016 Mitarbeiter in der „Digital Unit“ als Product Owner für das Mercedes me Portal und ist an der Entwicklung der EQ Ready App beteiligt.

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