20 Jahre MBUSI – wie der Wirbelwind der Zauberei begann

29. September 1993. Nie hätte ich mir vorstellen können, wie sehr dieses Datum mich beeinflussen würde. Dies war der Tag, an dem angekündigt wurde, dass Tuscaloosa County, Alabama, als Standort der ersten Produktionsstätte von Mercedes-Benz U.S. International (MBUSI) gewählt worden war.

Ich war vor kurzem mit meiner Familie nach Tuscaloosa gezogen und begann, nachdem wir uns in unserem Haus niedergelassen hatten, nach einem Job zu suchen. Ich kannte niemanden in der Stadt und wandte mich deshalb an eine der Zeitarbeitsfirmen. Ich hatte ein Interview und stellte, als ich danach wieder zu Hause war, fest, dass der Anrufbeantworter blinkte. Ich werde die Worte dieser Nachricht niemals vergessen. Diese Worte haben den Lauf meines Lebens geändert.

Donna, ruf mich an, sobald du diese Nachricht abhörst. Ich habe die Arbeit für dich!

Die Anfänge

11. Oktober 1993. Ich betrat die ersten Büros von dem, was einmal MBUSI werden sollte. Damals waren wir einfach „Project Rosewood“ und das „AAV Project“. Ich war die einzige Person im Büro. Ich hatte einen Schreibtisch, ein Telefon und einen Kopierer/Fax im zweiten Stock des Tuscaloosa Airport Terminals. Nach zwei Wochen kam der erste Mercedes-Benz Mitarbeiter. Es war Linda Paulmeno, die damalige Kommunikationsleiterin unserer Firma. Sie war auch Mitglied des Standortauswahlausschusses.

Donna McKee in dem  Northport Galleria Büro in der Zeit bevor das MBUSI Werk gebaut wurde (1994)

Wir zogen in andere Büros in der Northport Galleria um. Zuerst bezogen wir ein kleines Büro, während ein größeres eingerichtet wurde, dann das dritte. In der Zeit, in der wir im kleineren Büro waren, wurde ich endlich in Vollzeit angestellt – am 7. März 1994. Es dauerte so lange, da wir noch keine eigene Infrastruktur hatten – Lohn- und Gehaltsabrechnung, Sozialleistungen usw. Jeder, der zu jener Zeit an Bord war, wurde von einer anderen Daimler-Einheit bezahlt. Schließlich wurden wir die Firma, die wir jetzt sind – Mercedes-Benz U.S. International, Inc.

Eines der ersten MBUSI-Meetings im Jahr 1994 (Donna McKee zweite von rechts)

Improvisation: der rollende Schreibtisch

Das größere Büro füllte sich schnell mit Leuten, da verschiedene Positionen besetzt wurden. Es war kein großes Büro und es dauerte nicht lange, bis es fast aus den Nähten platzte. Eine lustige Tatsache – unser Payroll Manager hatte anfangs keinen eigenen Schreibtisch, so dass einige Kollegen ihm aus einer Kiste, die an einem Skateboard befestigt war, einen rollenden Schreibtisch machten, mit einer Schnur, an der er das Ding im Büro zu einem freien Arbeitsplatz ziehen konnte. Das ist keine Erfindung, sondern tatsächlich passiert!

Dann die Grundsteinlegung. Und es regnete. Ein anderer Tag, und wieder regnete es. Sie wurde mehrmals wegen Regen verschoben. Schließlich fand sie in einem großen Zelt statt.

Donna McKee (im Hintergrund) bei der 1994 MBUSI Weihnachtsfeier

Der Standort bestand zuerst aus Büroanhängern. Die Anhänger füllten sich schnell und der Bau des Werks begann. Schließlich bezogen alle die verschiedenen Anhänger und wir waren alle am selben Ort. Alles war Schmutz und Kies, und Schlamm, wenn es regnete.

Ich ruinierte mehrere Paar Schuhe wie andere Frauen auch. Überdachte Gehwege verbanden die Anhänger, um uns trocken zu halten. Es gab auch einen Toilettenanhänger – den man sich als ein sehr großes mobiles Klo mit mehreren Kabinen vorstellen kann. Und die „Cafeteria“ war ein Anhänger mit Tischen, Stühlen und Verkaufsautomaten.

Von den ersten Eindrücken bis zum Grand Opening

Erster Meilenstein erreicht. Nächster Schritt – Autos bauen. Wir warfen den ersten Blick auf den neuen Mercedes-Benz SUV – die M-Klasse. Ganz hell und glänzend. Und weiß. Alle waren weiß. Viele weiße Autos. Wir hatten wirklich bald genug von Weiß.

Donna McKee und die MBUSI IT Teamkollegen im Jahr 1997

14. Februar 1996. Endlich war der Tag gekommen – Job 1. Wir hatten eine tolle Feier, verschiedene Abteilungen führten Sketche auf oder sangen Lieder. Und schließlich wurde das Job-1-Auto von einem unserer Teammitglieder durch die Barriere gefahren. Es war wirklich ein unvergessliches Ereignis.

Dann die Grand Opening Ceremony – die Veranstaltung wurde mit mehr Fanfare und Glanz gefeiert, als ich in meinem Leben je gesehen hatte. Teammitglieder, Führungskräfte, Würdenträger – alle waren sie da. Um unser neues in Alabama hergestelltes Fahrzeug der Welt vorzustellen. Es kam auf einem hydraulischen Lift aus dem Boden wie durch Zauberei – mit Lichtern, Rauch und Musik. Der Applaus war ohrenbetäubend. Und sie hatten gesagt, wir könnten in Alabama keinen Mercedes bauen.

Donna McKee bei einer Gruppenprobe für die Job 1 Feierlichkeiten (Februar 1997)

Roll Tide!

Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Alle Meilensteine, die wir erreicht haben – unser Werk, unsere Fahrzeuge und unser Team. Die letzten 24 Jahre seit der Ankündigung im September 1993 waren ein Wirbelwind der selben Zauberei. Es hört nie auf, mich zu erstaunen, wie weit wir gekommen sind. Ich habe alles gesehen – von den Erdhügeln bei der Räumung des Standorts für das ursprüngliche Werk bis zum zweiten Werk und dem neuen Karosseriebau. All die Kreativität und Innovationen habe ich miterlebt, und in naher Zukunft kommen neue Elektrofahrzeuge zu uns. Ich kann kaum erwarten, was als nächstes passiert. Roll Tide!

Donna McKee und ihre Kolleginnen im Jahr 1998


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Sie ist seit über 23 Jahren ein Teammitglied von Mercedes-Benz U.S. International (MBUSI) und somit die am längsten Angestellte. Momentan arbeitet sie als Recruiterin im Human Resources Department.

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